Felix Osterloh behält die Nerven

Übernahm die Verantwortung und verwandelte kurz vor Schluss den Sieben-meter zum Ausgleich: Felix Osterloh.
Übernahm die Verantwortung und verwandelte kurz vor Schluss den Sieben-meter zum Ausgleich: Felix Osterloh.
Foto: Dietmar Wäsche / WAZ Fotopool

Hattingen..  Mit einem überraschenden Unentschieden im Gepäck kehrten die Handballer des TuS Hattingen gestern Abend aus Ferndorf nach Hattingen zurück. Das 35:35 beim haushohen Favoriten TuS Ferndorf II bescherte dem TuS einen nicht erwarteten Punktgewinn, der im Kampf um den Verbandsligaerhalt aber dankend angenommen wurde.

Das Remis kam nicht zuletzt deshalb so unerwartet zustande, weil den ohnehin als Außenseiter angereisten Hattingern mit Jakob Jäger, Luca Kuhnhenn und Josef Pospiech drei wichtige Spieler nicht zur Verfügung standen. Das Fehlen des Trios aber schweißte den kleinen Kader ganz offensichtlich so richtig zusammen. Der TuS geriet zwar schnell mit 2:7 ins Hintertreffen, steckte diesen Rückstand aber glänzend weg. „Wir haben gar nicht viel verändert und sind doch schnell wieder ins Spiel zurückgekommen. Es war schon merkwürdig, doch auf einmal lief all das für uns, was vorher gegen uns gelaufen war. Wir haben das Tor getroffen und der Gegner nicht mehr“, sagte Hattingens Trainer Frank Osterloh und freute sich über die plötzliche Kehrtwendung und einen 8:7-Vorsprung. Bis zur Pause gab es dann ein offenes Spiel mit einer 15:14-Halbzeitführung für die Hausherren.

Hattingens Risiko zahlt sich aus

Auch im zweiten Abschnitt dominierte Ferndorf zunächst das Geschehen und zog auf 25:21 davon. Die TuSler ließen sich aber nicht großartig beeindrucken. Mit einigen glücklichen – weil abgefälschten – Treffern gelang der Osterloh-Sieben der erneute Ausgleich (26:26). Dann aber schien es endgültig um den TuS Hattingen geschehen. Über 32:29 zog Ferndorf auf 35:31 davon

„Dann sind wir volle Pulle ins Risiko gegangen und haben unser 4:2-Abwehrsystem ganz offensiv gestaltet. Damit haben wir Ferndorf tatsächlich noch aus dem Konzept bringen können“, freute sich Frank Osterloh über den gelungenen Schachzug, der dann auch mit dem Anschlusstreffer zum 34:35 belohnt wurde. Als jedoch dann eine halbe Minute vor Schluss der vermeintlich letzte Angriff des TuS in aussichtsreicher Position regelrecht verbaselt wurde, war die Niederlage quasi schon perfekt. Ferndorfs Trainer diktierte seinen Jungs in einer Auszeit striktes Ballhalten bis zum Abpfiff ins Stammbuch. Frank Osterloh dagegen vereinbarte mit seinen Spielern eine so genannte Schussfalle. Und tatsächlich tappten die Ferndorfer da hinein, ließen sich zu einem Wurf hinreißen und wurden dafür bitter bestraft. Linus Grossmann gab nach dem Fehlversuch in zweiter Welle Vollgas und konnte nur durch ein Foul gestoppt werden. Es gab Siebenmeter für den TuS Hattingen und eine Rote Karte für den Ferndorfer Übeltäter. Felix Osterloh übernahm drei Sekunden vor Schluss die Verantwortung und verwandelte den Strafwurf zum umjubelten Ausgleichstreffer.

TuS Ferndorf II -
TuS Hattingen 35:35

„Spielfilm“: 7:2, 7:8, 13:10, 15:14 (Hz.), 20:19, 25:21, 26:26, 32:29, 34:30, 35:31, 35:35
TuS: Monje, Wulf; Dobrodt (4), Grossmann (3), Osterloh (4/1), Schäffer (2), Schimm (3), Schmitz (8), Sinnemann (8/5), Stecken (2), Kilfitt (1).