Eiskalte Luft und heißer Atem
08.02.2012 | 18:41 Uhr 2012-02-08T18:41:00+0100
Hattingen.Der Winter hält Deutschland weiter in seiner eisigen Umklammerung. Sportmediziner Dr. Arnold Weis, der auch die Fußballer der TSG Sprockhövel betreut, gibt Hobby-Sportlern Tipps, Triathletin Conny Dauben erzählt von ihrem Umgang mit dem Frost.
„Grundsätzlich passen Bewegung und frische Luft gut zusammen – unabhängig von der Temperatur“, sagt Arnold Weis. Dass, wie manchmal behauptet, ab einer gewissen Temperatur Sport im Freien vermieden werden solle, stimmt also nicht. Zumindest nicht, wenn man von gesunden Sportlern redet. Eine Ausnahme sind Menschen mit Herzproblemen, denn bei sehr niedrigen Temperaturen steigt das Risiko eines Infarktes. „Sie sollten sich sehr zurückhalten und Rücksprache mit ihrem Arzt halten.“ Ebenfalls wichtig: Grippale Infekte nicht unterschätzen. Früher sei es üblich gewesen, dass man versucht habe, diese „wegzutrainieren“, sagt Arnold Weis. Davon rate man aber mittlerweile ab, da es eben auch das Herz schädigen könne.
Für Ausdauersportarten wie das Joggen, Walken oder Nordic Walking empfiehlt Dr. Weis ein gründliches Aufwärmprogramm auf gefahrlosem Boden. „Dann ist auch die Koordination hinterher besser.“ Und auf die Kleidung solle man achten, in jedem Fall so viel anziehen, dass man nicht auskühlt. Auch ordentliches Schuhwerk sei ratsam, vor allem auf unebenem Untergrund wie etwa einem gefrorenen Waldboden.
Gerade für ambitionierte Sportler wichtig zu wissen: „Bei niedrigen Temperaturen ist die Leistung unter Umständen reduziert“, sagt Arnold Weis. „Aber für die Masse derer, die sich bewegen wollen und auch sollten, ist das nicht wichtig.“
Eine, die Sport bei extremen Temperaturen kennt, ist Triathletin Conny Dauben. „Locker laufen ist kein Problem“, sagt sie. Manchmal ziehe sie bei extremer Kälte etwas über Mund und Nase, um die Atemwege zu schützen. Außerdem achte sie darauf, sich nach dem Sport so kurz wie möglich in der Kälte aufzuhalten. „Da wird nicht mehr lange gedehnt, sondern es geht direkt wieder ins Warme.“ Sonst sei die Erkältungsgefahr zu groß.
Dauben hat bei ihrem Sport derzeit das Problem, dass lockeres Laufen sie nicht weiterbringt. Sie muss in Vorbereitung auf die Wettkämpfe, die im Mai wieder starten, ein bestimmtes Tempo erreichen, und das sei bei den gegebenen Wetterbedingungen problematisch. „Am Sonntag steht ein Lauf an, aber ich weiß noch nicht, ob ich mitmache“, sagt sie. „Das Atmen ist sehr unangenehm.“ Das Fahrradtraining findet bei Conny Dauben im Moment schon nicht mehr unter freiem Himmel, sondern „auf der Rolle“ statt, im Fitnessstudio. Zu groß sei sonst das Risiko, dass sie sich durch den Fahrtwind erkälte oder die Muskulatur zu sehr auskühle.
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Anmerkung an die Redaktion: Herr Arnold Weiss ist KEIN "Dr." nur D-Arzt
wie schnell man Doktor wird