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Fritz Becker

Die Stimme der Westfalia

20.02.2012 | 15:13 Uhr
Die Stimme der Westfalia

Hattingen. Nur in wenigen Handball-Hallen erfahren die Zuschauer vom Hallensprecher so viel über das Spiel wie bei den Landesliga-Handballern der DJK Westfalia Welper. Fritz Becker (74) bestreitet hier seine siebte Saison am Mikrofon.

Unmittelbar vor dem Spiel läuft die die DJK Westfalia zu den Klängen von „Eye oft the Tiger“ ein. Kapitän Dominik Bauer kommt zuerst durch die Tür aufs Feld und klatscht danach alle seine Mannschaftskameraden ab. „Da kommen sie: Die DJK Welper“, klingt es aus den Lautsprechern. Mit dem Spiel beginnt auch für Hallensprecher Fritz Becker die Arbeit erst so richtig.

Jetzt geht es darum, das Spielgeschehen zu verfolgen, Torschützen und Spielstand zu benennen. Und manchmal auch zu kommentieren. „Den Beifall hast du dir verdient, Markus“, sagt Becker ins Mikrofon, als Torhüter Markus Büttner in der ersten Halbzeit gegen den TV Brechten einen Ball pariert. So ein Mikrofon eröffnet viele Möglichkeiten, aber man muss auch aufpassen, was man sagt. Es sei schon vorgekommen, dass Schiedsrichter seine Kommentare nach dem Spiel gerügt hätten, sagt Becker. „Aber wenn es etwa eine gute Torhüterleistung gibt, dann lobe ich das auch.“ Aus DJK-Sicht, aber stets fair. Wenn es hingegen schlecht steht für die Westfalia, dann ist Mäßigung angesagt. „Dann möchte ich was anderes sagen, darf es aber natürlich nicht“, sagt Becker mit einem Lachen.

Der Arbeitstag des Fritz Becker beginnt schon eine Stunde vor der Begegnung. Dann sorgt er für die Musik zum Warmmachen. „Die bekomme ich von den Spielern.“ Hauptsächlich Rockmusik, zum Beispiel „Welcome to the Jungle“ von Guns N’ Roses oder auch „You Shook Me All Night Long“ von AC/DC. Nur die Lautstärke sei manchmal umstritten. Die Spieler haben es oft gerne ein bisschen lauter, die Zuschauer lieber leiser. Auch hier gilt es also, das richtige Maß zu finden.

Zum Job des Hallensprechers gehört die Vorstellung der Mannschaften. Auch der Gegner wird so ausführlich wie möglich behandelt. „Ich lese immer in unseren Handballnews nach. Wenn ich Besonderheiten weiß, dann nenne ich sie“, so Becker. In jedem Fall aber werden alle Spieler mit Namen und Trikotnummer vorgestellt, wie auch die „Schiedsrichterkameraden“. Sie alle werden übers Mikro begrüßt, „aufs Herzlichste“.

Neben der Tätigkeit als Hallensprecher kümmert sich Fritz Becker auch um Sponsoren für das Hallenheft und Werbebanden. Das macht er für seine alte Liebe, wie er die Westfalia nennt. Diese Liebe zum Handballverein besteht seit Beckers Jugend. Er spielte selbst für Welper, unter anderem in der zweiten Mannschaft. „Ich war nie ein guter Handballer, aber ein schneller“, sagt er über sich als Spieler. Becker war aber auch für andere Vereine am Ball, ab 1961 im Hammertal, wohin er zu dieser Zeit gezogen war. Und beim TuS Blankenstein, zu dessen Mitbegründern er gehörte, als der Verein 1970 aus der Taufe gehoben wurde und wo zunächst nur Handball gespielt wurde.

Seit 1990 ist Fritz Becker wieder zurück in Welper und seit gut sechs Jahren also für die DJK Westfalia in der Halle an der Marxstraße am Mikrofon. Dort – die Halle ist eine der kleineren – genießt er vor allem die einzigartige Atmosphäre. „So was wie mit den Fans der DJK Welper hier habe ich noch nirgendwo anders gesehen“, sagt er.

Sebastian Schneider

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