Die rot-weiße Wundertüte

Nicht ganz unfallfrei kamen die Fußballer des TuS Hattingen durch die Hinrunde. Erste Hilfe leistet im Notfall Geschäftsführer Frank Möller.Foto:Volker Speckenwirth
Nicht ganz unfallfrei kamen die Fußballer des TuS Hattingen durch die Hinrunde. Erste Hilfe leistet im Notfall Geschäftsführer Frank Möller.Foto:Volker Speckenwirth
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Hattingen..  Die Fußballer des TuS Hattingen blieben in dieser Saison bisher hinter den Erwartungen zurück. Die Rot-Weißen überwintern auf Platz sieben – mit zwölf Punkten Rückstand auf Tabellenführer Kalte­hardt. Die Hattinger setzen also auf die Rückrunde.

Die Ausgangssituation

Der Abstieg im Sommer 2014 hat den TuS hart getroffen, obwohl dieser sich schon in den Jahren zuvor abgezeichnet hatte. Meist konnten die Rot-Weißen eine schlechte Hinrunde aber durch eine starke Rückserie noch retten. Diesmal aber nicht. „Natürlich wollten wir den Schaden schnell reparieren“, sagt Fußball-Abteilungsleiter Günter Ecker. „Wir wollten wieder aufsteigen oder zumindest oben mitspielen. Wir haben zwar das Problem, dass seit Jahren aus der Jugend keine Spieler mehr nachgewachsen sind, doch wir dachten eigentlich, dass das verbliebene Personal stark genug für einen Platz in der oberen Tabellenregion sei. Leider hat sich das bisher nicht bestätigt.“

Der Start

Typisch TuS – könnte man sagen. Im ersten Saisonspiel zeigten die Rot-Weißen sofort altbekannte Stärken und Schwächen. Sie führten zeitig mit 3:0. „Da lief alles rund, wir haben uns schon auf einen hohen Sieg gefreut“, so Günter Ecker. Doch es kam anders. Wiemelhausen verkürzte auf 2:3, der TuS legte dann zwar noch einen vierten Treffer nach, doch nach Gegentoren in der 85. und 92. Minute stand es 4:4. Ein Ergebnis, das die Verantwortlichen einigermaßen ratlos zurück ließ.

Die Tiefpunkte

Das schon erwähnte Auftaktspiel gehört wohl dazu, weil es nach guten Vorsätzen gleich wieder einen Dämpfer gab. Doch es gab noch weitere Partien, in denen sich die Hattinger Defensive in einem bedenklichen Zustand präsentierte. So beim 4:6 gegen Concordia Wiemelhausen II und so auch beim 2:5 im Derby gegen den AC Hattingen. Doch es gab auch knappe Niederlagen, die völlig überflüssig waren. Zum Beispiel das 0:1 gegen Linden-Dahlhausen: „Da waren wir klar überlegen, und die schießen in 90 Minuten einmal aufs Tor, und wir stehen wieder einmal mit leeren Händen da“, erinnert sich Ecker.

Die Höhepunkte

Doch der TuS wäre ja nicht der TuS, wenn es nicht auch anders ginge. Ganz anders. Absoluter Höhepunkt der Saison war ganz sicher der 3:1-Sieg gegen den damaligen Tabellenführer WSV Bochum. Co-Trainer Daniel Gerling hatte sich den Gegner zuvor noch einmal angeschaut und vor einem ganz schwierigen Spiel gewarnt. „Und dann haben wir Werne regelrecht auseinander genommen“, sagt Ecker. „Eine ganz starke Leistung war das. Ich verstehen diese Schwankungen langsam wirklich nicht mehr.“

Die Aussichten

Die Spielzeit droht zu einer Übergangssaison, zu einer verlorenen Saison zu werden. Doch Günter Ecker gibt die Hoffnung nicht auf, zumal wohl Chamberlin Kouatche an den Wildhagen zurückkehren wird. „Vielleicht können wir den Rückstand noch einmal verkürzen, und es wird dann doch noch einmal spannend“, sagt der Abteilungsleiter, der dann aber eine grundsätzliche Frage aufwirft: „Sicher ist, dass wir uns neu ausrichten müssen. Und wir müssen uns darüber klar werden, was wir eigentlich wollen. In der Bezirksliga standen weite Auswärtsfahrten an, der Aufwand war enorm hoch. In der Kreisliga A kommen die Gegner dagegen fast aus der unmittelbaren Nachbarschaft, und die Zuschauerzahlen sind höher. Wir könnten uns ja auch mit dem zufrieden geben, was wir haben.“ Doch dann wischt Ecker diesen Gedanken doch recht schnell beiseite und sagt: „Natürlich würden fast alle im Verein lieber in der Bezirksliga spielen. Und vielleicht starten wir ja in der Rückrunde eine kleine Serie und haben endlich auch einmal ein bisschen Glück. Denn das hat uns auch gefehlt.“