Die Neun steht
10.08.2007 | 13:57 Uhr 2007-08-10T13:57:52+0200Conny Dauben unterbietet in Glücksburg erstmals die Zehn-Stunden-Marke, schafft ganz nebenbei einen neuen Streckenrekord und gewinnt die Frauen-Wertung
TRIATHLON OSTSEEMAN Daran gearbeitet hatte sie lange. Die magische Marke von zehn Stunden hatte sie schon seit Jahren im Visier. Und jetzt hat sie sie endlich geknackt. Beim Ostseeman-Langstrecken-Triathlon kam die für das Tri-Team der TSG Sprockhövel startende Hattingerin Conny Dauben nach genau 9:57:48 Stunden ins Ziel. Und ganz nebenbei gewann sie in Glücksburg damit auch noch die Gesamtwertung bei den Frauen und stellte zudem einen neuen Streckenrekord auf. Auch das hatte sie zuvor bei einem Langdistanz-Triathlon noch nicht geschafft.
"Ich wollte das endlich einmal packen", sagt die 32-Jährige. "Ich wollte, dass beim Zieleinlauf vorne endlich die 9 aufleuchtet." Das hat sie jetzt getan - und ein kleines Polster von gut zwei Minuten hatte Conny Dauben auch noch.
Dabei ließ es sich im Vorfeld gar nicht so gut an. Denn vor dem Wettkampf testete die Hattingerin zunächst einmal das Wasser in der Ostsee. Und da war sie ganz schnell wieder draußen. Nur gut 16 Grad. Das war ungemütlich, aber noch zu verpacken. Viel mehr störten Conny Dauben, der jegliches Meeresgetier unheimlich ist, dagegen die zahlreichen Quallen. "Das war richtig eklig."
Doch die Quallen suchten dann schnell das Weite, als sich die knapp 1000 Starter am Wettkampftag in die Ostsee stürzten. Kein Platz mehr für Mensch und Qualle. "Ich habe wirklich keine mehr gesehen, doch ich hatte genug Stress mit den anderen Startern", schildert Conny Dauben den Start. "Das ist ja beim Triathlon immer eine richtige Prügelei."
Kalte Füße hatte sie, da half auch der wärmende Neopren-Anzug nichts. Doch letztlich war sie mit dem Schwimmen, keineswegs ihre Lieblingsdisziplin, doch zufrieden. Nach einer Stunde und gut drei Minuten kam sie aus dem Wasser. Als Dritte in der Frauenwertung. Das war in Ordnung, eine solche Zeit hatte sie noch nicht geschafft.
Conny Dauben lag also im Plan, um endlich unter zehn Stunden zu kommen.
Dann die Radstrecke - 180 Kilometer. "Der Kurs war auch nicht gerade einfach", sagt Conny Dauben. "Obwohl man meinen könnte, dass die Strecke an der Ostsee eher flach und einfach ist. Doch das war keineswegs der Fall. Insgesamt hatten wir 1300 Höhenmeter zu bewältigen."
Und auf der Radstrecke griff die Hattingerin, die sich bereits im März in Südafrika für den ultimativen Ironman im Oktober auf Hawaii qualifiziert hatte, richtig an. Nach gut 40 Kilometern übernahm sie die Führung und gab sie bis ins Ziel nicht mehr ab - auch nicht beim abschließenden Marathonlauf. "Ich wusste ja fast immer, wie ich zeitlich lag", sagt Conny-Dauben, die sich Hilfe aus der Heimat mit nach Glücksburg genommen hatte. Ihre Eltern waren dabei - und auch Uwe Löschner vom Tri-Team Sprockhövel.
Und wie geht's jetzt weiter, ehe im Oktober auf Hawaii der absolute Saisonhöhepunkt ansteht? "Erstmal ausruhen", sagt Conny Dauben. "Und dann muss ich mal schauen. Man soll eigentlich nur drei Langstrecken-Veranstaltungen im Jahr machen. Und zwei habe ich ja schon. Aber ein paar kleinere Wettbewerbe werden schon noch drin sein.""Das war eine richtige Prügelei."
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