Der Rückhalt des Vizemeisters

Valentin Bieber startete  seine Karriere im Alter von vier Jahren bei der JSG Hattingen-Welper. In der nächsten Saison spielt er für den TuSEM Essen in der A-Jugend-Bundesliga-Mannschaft.Foto:Walter Fischer
Valentin Bieber startete seine Karriere im Alter von vier Jahren bei der JSG Hattingen-Welper. In der nächsten Saison spielt er für den TuSEM Essen in der A-Jugend-Bundesliga-Mannschaft.Foto:Walter Fischer
Foto: Fischer

Hattingen/Essen..  Hattingen hat einen Deutschen Vizemeister im Handball. Valentin Bie­ber erreichte mit der B-Jugend des TuSEM Essen beim „Final 4“, also der Endrunde um den nationalen Titel, den zweiten Platz.

Ein großer Erfolg für den 17-Jährigen, doch unmittelbar nach der Finalniederlage gegen die Füchse Berlin war er doch ein bisschen traurig. Denn das Ziel bei der Endrunde vor heimischer Kulisse war der Titel.

„Ja, wir wollten gewinnen“, gibt Valentin Bieber denn auch unumwunden zu. „Doch mit ein bisschen Abstand haben wir dann realisiert, dass wir die zweitbeste Mannschaft Deutschlands sind. Und das haben wir dann ausgiebig gefeiert.“

Den Weg in die Endrunde hatte sich der TuSEM mit dem Titel in der neu formierten Nordrhein-Liga geebnet. Nur eine Niederlage gab es in der Saison, alle anderen Spiele wurden gewonnen. Über die Zwischenrunde mit Siegen gegen Zweibrücken und Ottenheim/Altenheim ging es dann in die Endrunde, wo das Halbfinale gegen den Nachwuchs der SG Flensburg-Handewitt mit 34:27 gewonnen wurde.

Das Handballspielen hat Valentin Bie­ber, der in Essen das Helmholtz-Gymnasium besucht, in Hattingen gelernt - damals bei der JSG Hattingen-Welper, die es inzwischen, wie Bieber sagt, „leider nicht mehr gibt“.

Sein erster Trainer war Engelbert Grönebaum, und Valentin Bieber spielte als Linkshänder im Feld. Doch nicht lange. Im Alter von vier Jahren stürzte er vom Klettergerüst und brach sich den Wurfarm. Weil der Heilungsprozess lange dauerte, lernte der Knirps um. „Vom Schreiben einmal abgesehen, mache ich jetzt alles mit der rechten Hand“, sagt der Gymnasiast. Bei der JSG wurde für ihn dann eine neue Position gefunden. Trainer Christoph Berster stellte ihn ins Tor. „Ich wollte aber nicht richtig, erst habe ich mich geweigert, doch schon das erste Spiel hat mir Spaß gemacht“, erinnert sich der 17-Jährige, der seine neue Position sehr schnell richtig lieben lernte. „Als Torwart ist man ja auch ein bisschen Einzelkämpfer, das mag ich“, sagt der Schlussmann, der übrigens eine Familientradition fortsetzt. Denn auch sein Vater war Torwart. Achim Bieber spielte für den TuS Hattingen und trainierte später auch die erste Mannschaft der Rot-Weißen. Achim Bieber gehörte damals zu den besten Torhütern der Oberliga. „Ja, er war richtig gut“, sagt der Sohn und fügt dann mit einem Lachen hinzu. „Das hat er zumindest immer gesagt.“

Im Alter von 14 Jahren wechselte Valentin Bieber dann den Verein. Eher durch Zufall. Ein Handball-Kollege, mit dem er in der Kreisauswahl spielte, hatte ihn über Facebook angeschrieben und mitgeteilt, dass beim TuSEM noch ein Torwart gesucht werde. Der Wechsel an die Essener Margarethenhöhe ging dann ganz schnell über die Bühne.

Seine B-Jugendzeit hat Valentin Bieber jetzt also mit der Vizemeisterschaft beendet. Zur neuen Saison rückt er in die A-Jugend des TuSEM auf. Dann geht es in der Bundesliga um Meisterschaftspunkte. Valentin Bieber traut sich diesen Sprung auch zu, zumal er ja schon einige Erfahrungen gesammelt hat. Als B-Jugend-Spieler half er in der vergangenen Saison viermal in der Essener A-Jugend aus.

Jetzt möchte er sich einen Stammplatz erkämpfen, um dann vielleicht in näherer Zukunft in die Senioren-Mannschaft übernommen zu werden. „Aber so etwas kann man nicht planen“, sagt Valentin Bieber dann. „Es geht immer nur in kleinen Schritten vorwärts.“