„Der Klassenerhalt wäre wie ein Aufstieg“

Ganz eng zusammengerückt sind die Sportfreunde in den letzten Wochen. So gelang gegen Angstgegner Sterkrade ein 7:0-Sieg.Foto:Walter Fischer
Ganz eng zusammengerückt sind die Sportfreunde in den letzten Wochen. So gelang gegen Angstgegner Sterkrade ein 7:0-Sieg.Foto:Walter Fischer
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Hattingen..  Drei Spiele in Folge hat Landesligist SF Niederwenigern zuletzt gewonnen, der Klassenerhalt ist aber noch nicht gesichert. Wir sprachen mit Trainer Jürgen Margref.

Gegen Sterkrade-Nord hatte ihre Mannschaft zuvor noch nie gewonnen. Am Pfingstmontag gab es dann aber einen 7:0-Sieg. Wie erklären Sie ein solches Resultat gegen den ehemaligen Angstgegner?

Margref: Es war eines dieser Spiele, in denen alles klappt. Solche Spiele sind selten, aber es gibt sie. Außerdem kann ich mich nicht erinnern, dass wir schon einmal gleich mit unserer ersten Chance ein Tor erzielt haben.

Eigentlich könnte man glauben, dass im Kampf gegen den Abstieg die Nerven flattern. Davon war aber überhaupt nichts zu sehen.

Die Anspannung war schon sehr groß. Ich würde mal sagen, bis zum zweiten, dritten Tor. Wir waren in diesem Spiel aber letztlich unglaublich effektiv. Das war in der Vergangenheit ja nicht immer so. Ich kann mich gut an einige Spiele erinnern, in denen wir Chancen im zweistelligen Bereich hatten. Da haben wir dann unsere Tore nicht gemacht. Gegen Sterkrade haben wir sie gemacht. Und wenn die Mannschaft nach klarer Führung die nötige Sicherheit hat, dann fängt sie an, richtig Fußball zu spielen. Und sicherlich ist es für uns ganz wichtig, dass jetzt Fabian Lümmer wieder dabei ist. Er hat uns schon sehr gefehlt.

Es sieht also im Moment nicht schlecht aus, doch erreicht ist noch nichts. Oder?

Die Lage bleibt weiterhin prekär. Wahrscheinlich wird das bis zum Saisonfinale so bleiben. Und es ist auch immer noch möglich, dass wir die letzten beiden Spiele gewinnen müssen, um den Klassenerhalt zu schaffen. Nach dem Abstieg von Uerdingen aus der Regionalliga ist ja klar, dass Platz zehn ein Relegationsplatz ist. Und wenn es ganz schlecht läuft, dann können wir auch noch direkt absteigen. Wenn wir aber drinbleiben, dann ist das für uns wie ein Aufstieg, weil die Landesliga auf zwei Staffeln reduziert und damit aufgewertet wird. Im Verband Westfalen gibt es zwischen Landesliga und Oberliga ja noch die Westfalenliga, im Verband Niederrhein kommt nach der Landesliga gleich die Oberliga.

Ihre Mannaschaft hat zuletzt drei Spiele in Folge gewonnen. Unmittelbar davor gab es aber eine 2:3-Niederlage gegen Wesel-Lackhausen, also eine Niederlage gegen einen unmittelbaren Konkurrenten. Ärgert Sie dieses Ergebnis immer noch?

Nein. So ist halt Fußball, solche Spiele gibt es. Auf der anderen Seite gibt es ja auch Spiele, die man gewinnt und nachher gar nicht richtig weiß, warum eigentlich. So etwas muss man hinnehmen, und im Laufe einer Saison gleicht sich so etwas ohnehin wieder aus.

Die Tabelle lügt also nicht.

Genau. Wenn man am Ende absteigt, dann ist das auch verdient. Dann sollte man nicht anfangen zu jammern, wie es zum Beispiel die Freiburger nach ihrem Bundesliga-Abstieg getan haben. Man steht am Ende da, wo man hingehört. Das muss man akzeptieren. Für uns spricht im Moment aber, dass wir alle selbst in der Hand haben. Wir können den Klassenerhalt aus eigener Kraft schaffen.