Bundesligist TSG Sprockhövel

Die Bundesliga-Aufsteiger der TSG Sprockhövel blieben in der kompletten Rückrunde ungeschlagen.Foto:Michael Hilgenstock
Die Bundesliga-Aufsteiger der TSG Sprockhövel blieben in der kompletten Rückrunde ungeschlagen.Foto:Michael Hilgenstock
Foto: privat

Sprockhövel..  Am Tag danach konnten sie es immer noch nicht richtig fassen. Die TSG Sprockhövel ist ein Bundesligist. Die A-Jugend aus dem Baumhof hat für die Sensation der Saison 2014/2015 gesorgt.

Natürlich wurde am Sonntagabend im Baumhof ausgiebig gefeiert. Doch nach der Feier kommt die Arbeit. Vor allem Jugendleiter Jürgen Homberg hat zurzeit alle Hände voll zu tun. Es gilt, die Zukunft zu planen. Auf die Frage, womit er sich im Moment konkret beschäftige, antwortet Homberg dann aber mit entwaffnendem Humor: „Mit der Aufstiegsfeier am Freitag.“

Patrick Rohde neuer Trainer

Auch diese Feier sei ihnen gegönnt, sie haben Großes geleistet. Doch danach müssen die Weichen für eine Saison in der Bundesliga gestellt werden. „Mit der Kaderplanung sind wir schon recht weit“, sagte Jürgen Homberg schon vor Wochen. Damals gab es aber allenfalls den Traum von der Bundesliga, doch aus diesem Traum ist inzwischen schöne Realität geworden. „Wir müssen jetzt ein bisschen umdenken“, so der Jugendleiter. „Wir haben damals an die Westfalenliga gedacht. Wahrscheinlich müssen wir noch nachlegen.“ Die TSG-Verantwortlichen vertrauen in dieser Hinsicht auch auf Patrick Rohde, der schon einmal Jugendtrainer im Baumhof war und im Sommer die Nachfolge von Meister-Trainer Andrius Balaika antritt. Rohde war zuletzt für die U16-Mannschaft des VfL Bochum verantwortlich und kennt sich im hochklassigen Jugendfußball bestens aus.

„Wir müssen uns aber immer bewusst sein, dass wir ein kleiner Verein sind“, sagt Homberg. „Wir machen jetzt keine verrückten Sachen. Wenn wir den Klassenerhalt in der Bundesliga schaffen, dann wäre das die nächste Sensation. Wenn nicht, dann haben wir eine schöne Erfahrung gemacht und freuen uns wieder auf die Westfalenliga. Ich hoffe nur, dass wir die ganz dicken Brocken wie Dortmund oder Schalke nicht direkt zu Beginn bekommen. Wir sind ja nicht traurig, wenn wir verlieren, doch es muss am Anfang ja nicht 0:10 ausgehen.“

Heimspiele in Gevelsberg

Die Teilnahme am Meisterschaftsbetrieb in der Bundesliga bringt für die TSG einige Veränderungen mit sich. Die gravierendste betrifft die Spielstätte. Der Baumhof kommt nur als Ausweichplatz in Frage, und so wird die TSG bei Heimspielen nach Gevelsberg in das Stadion Stefansbachtal ausweichen. „Wenn der Platz gesperrt ist, können wir aber nach Sprockhövel“, so Homberg, der dann aber schnell anfügt. „Das darf aber nicht zu oft passieren, denn sonst bestimmt womöglich der DFB, wo wir spielen.“

Andrius Balaika, der die TSG gemeinsam mit Raoul Meister in die Bundesliga geführt hat, freut sich schon auf die neue Saison, die er nicht mehr als Jugendtrainer erleben wird. „Dann stehe ich völlig stressfrei als Zuschauer auf der Tribüne“, sagt der Litauer, von dem es vor einigen Wochen eine bemerkenswerte Aussage gegeben hat. Denn als die TSG als Westfalenliga-Aufsteiger den Klassenerhalt endgültig sicher hatte, merkte Balaika an: „Jetzt wollen wir das Maximale aus der Saison herausholen.“

Nein, an die Bundesliga habe er damals nicht im Traum gedacht“, sagt Balaika heute. „Ich dachte eher an Platz vier, vielleicht auch an Platz drei. Aber an mehr wirklich nicht.“

Erst in der Woche vor dem Spiel letzten Spiel gegen Gievenbeck gab es dann doch ein Umdenken. „Irgendwie lief ja alles für uns, die ganze Entwicklung der letzten Wochen. Die Favoriten sind nach und nach weggebrochen, und wir haben weiter gepunktet.Und jetzt wollen wir die Situation genießen. So etwas erlebt man im Leben vielleicht nur einmal.“