Aus dem Windschatten zum Titel

Müde, aber glücklich: Die C-Jugend-Mannschaft der TSG Sprockhövel nach dem 1:0-Sieg im entscheidenden Spiel gegen den DSC Wanne-Eickel.
Müde, aber glücklich: Die C-Jugend-Mannschaft der TSG Sprockhövel nach dem 1:0-Sieg im entscheidenden Spiel gegen den DSC Wanne-Eickel.
Foto: privat
Was wir bereits wissen
Im letzten Saisonspiel hat die C-Jugend-Mannschaft der TSG Sprockhövel den DSC Wanne-Eickel noch überholt. Künftig geht es in der Landesliga um Meisterschaftspunkte.

Sprockhövel..  Im letzten Spiel haben sie es noch gepackt, da haben sie den DSC Wanne-Eickel abgefangen. Die Fußball-C-Jugend der TSG Sprockhövel ist Bezirksliga-Meister geworden und damit in die Landesliga aufgestiegen.

Ein solcher Erfolg hatte den Jungs aus dem Baumhof, die zum Großteil schon seit der F-Jugend zusammen Fußball spielen, noch gefehlt. Kreispokalsieger sind sie geworden – dreimal sogar. Sprockhöveler Stadtmeister in ihrer Altersklasse natürlich auf. „Aber sie sind zuvor noch nicht aufgestiegen“, sagt Holger Küpper, der die Meister-Mannschaft gemeinsam mit Ulrich Oxfort und Shahin Aghababaei trainierte. Küpper und Oxfort hatten sich schon seit Jahren in der Sprockhöveler Jugend engagiert, Aghababaei war vor der Saison neu hinzu gekommen. „Shahin hat uns wirklich gut getan, er hat die Mannschaft auch in taktischer Hinsicht noch einmal nach vorne gebracht. Die Zusammenarbeit war toll“, sagt Holger Küpper.

Geplant war der Aufstieg in die Landesliga keineswegs, aber nachdem es in den ersten Spielen der Saison sehr gut gelaufen war und sich die Sprockhöveler weit oben festgesetzt hatten, wollten sie mehr. Vor allem, nachdem im letzten Spiel der Hinrunde Tabellenführer DSC Wanne-Eickel mit 2:0 besiegt worden war – auch wegen einer hervorragenden Leistung von Torwart Joel Küpper.

Torjäger Tabakovic und Albayrak

Die Sprockhöveler überwinterten dann als Tabellenführer, doch der Start in die Rückrunde war holprig, Wanne-Eickel zog wieder vorbei. Und nach einer ärgerlichen Niederlage gegen die zweite Mannschaft der SG Wattenscheid 09 betrug der Rückstand drei Punkte. „Das war ein ganz blödes Spiel, zwei Tage zuvor hatten wir gegen die SSV Buer noch eine riesige Leistung abgeliefert, aber gegen Wattenscheid ging gar nichts mehr, obwohl beim Gegner am Ende sogar ein Feldspieler im Tor gestanden hat. Aber der Ball wollte einfach nicht rein“, erinnert sich Holger Küpper.

Doch die Sprockhöveler gaben nicht auf, sie blieben dran und übten Druck auf Wanne-Eickel aus. Die TSG, die immer als Einheit auftrat, profitierte auch davon, dass sie mit Amar Tabakovic und Batuhan Albayrak zwei hervorragende Torjäger in ihren Reihen hatte. Tabakovic kam auf 20 Treffer, Albayrak auf 18.

„Wir haben immer an unsere Chance geglaubt, und wir wussten ja auch, dass wir es notfalls noch im letzten Saisonspiel gegen Wanne-Eickel schaffen konnten“, sagt Holger Küpper. „Allerdings brauchten wir einen Sieg, im Falle eines Unentschiedens wäre der DSC aufgestiegen.“ Und Sprockhövel gewann die letzte Partie. Thore Guthoff setzte den Treffer zum 1:0-Sieg. Sprockhövel war nun mit Wanne-Eickel punktgleich, und der DSC hatte zwar noch das bessere Torverhältnis, doch im Jugendfußball zählt im Zweifelsfall der direkte Vergleich. Und der sprach für die TSG.

Die Mannschaft bricht auseinander

Die C-Jugend stand in diesem Jahr ein bisschen im Schatten der A-Junioren, die mit ihrem Bundesliga-Aufstieg für eine Sensation sorgten. „Natürlich haben in erster Linie alle auf die A-Jugend geschaut“, so Holger Küpper. „Das war ja auch nicht zu toppen, doch das hat unserer Freude keinen Abbruch getan.“

Eine der Stärken der C-Jugend war in der Vergangenheit immer ihre mannschaftliche Geschlossenheit. Doch die verschworene Gemeinschaft aus Spielern, Eltern und Trainern bricht jetzt auseinander. Fast alle Spieler rücken in die B-Jugend auf, der eine Teil in die B1, der andere in die B2. Shahin Aghababaei wird weiterhin C-Jugend-Trainer bleiben, Ulrich Oxfort engagiert sich bei der B2. Und Holger Küpper? „Ich ziehe mich jetzt ein bisschen zurück“, sagt das TSG-Urgestein. „Natürlich ist es auch schade, dass es nach den tollen Jahren jetzt auseinander geht. Doch so ist das nun einmal im Fußball.“