Auf Familie Becker ist Verlass

Frank Becker (rechts) mit seinem Sohn Mike. Auch auf dem Platz halten sie fest zusammen.Foto:Walter Fischer
Frank Becker (rechts) mit seinem Sohn Mike. Auch auf dem Platz halten sie fest zusammen.Foto:Walter Fischer
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Hattingen/Sprockhövel..  In der Hinrunde hatten einige heimische Fußballteams Probleme, einen gelernten Torwart zwischen die Pfosten zu stellen. Betroffen war neben dem RSV Hattingen und dem VfL Winz-Baak auch die Märkisch-Reserve. Frank Becker half dort aus. Sein Sohn Mike im Feld.

Eigentlich ist Frank Becker als Spielmacher eher weniger für das Verteidigen des eigenen Tores verantwortlich. Der 52-Jährige spielte zuletzt auch nur als Aushilfe wieder für die zweite Mannschaft der DJK Märkisch. Denn sonst läuft er mit Märkisch als Alt-Liga- und Super-Alt-Liga-Spieler auf. Und schießt für sein Team Ecken und Freistöße. Doch in der Hinrunde der Kreisliga C wirkte er dann als Keeper mit. Das hat er zumindest mal in der D-Jugend gelernt und ist später oft als Notnagel eingesprungen.

Ganz unbekannt ist Becker die Position im Tor also nicht. „Ich musste natürlich trotzdem wieder reinkommen, habe das aber ganz gut hinbekommen“, erzählt er. Seine Kollegen lobten die Leistung ihres Schlussmannes. Und der profitiert von seinem Wissen als Spieler. „Ich weiß, was die Spieler vorhaben, die auf mich zulaufen“, sagt er. Sein Stellungsspiel richtet er danach aus. Häufig bleibt er auch nur lange stehen, macht sich groß und zwingt den Angreifer so zu einer Reaktion. In der Regel gewinnt Becker so die Eins-gegen-eins-Duelle, was seinen Spielertrainer Mike Gleisenberger natürlich sehr freut.

Sobald sich Nils Hüttemann von seinem Schlaganfall erholt und sein Vertreter die Verletzung am Schultereckgelenk auskuriert hat, tritt Frank Becker auch wieder kürzer. „Wenn Not am Mann ist, springe ich ein, sonst sollen die Jüngeren spielen. Ihnen gehört die Zukunft“, findet der Aushilfs-Torhüter.

Zweimal spielte Frank Becker auch mit seinem Sohn Mike zusammen, der eigentlich in der ersten Mannschaft von Märkisch verteidigt. Der 20-Jährige ist für eine Saison vom SC Obersprockhövel zur DJK zurückgekehrt. Er macht in Wattenscheid beim Roten Kreuz zurzeit ein Jahr Bundesfreiwilligendienst. Sobald er im Sommer eine Ausbildung zum Krankenpfleger im EvK Hattingen beginnt, ist der Weg nach Obersprockhövel nicht mehr so weit. „Ich habe meinem alten Trainer Markus Möller schon mein Wort gegeben, dass ich nächste Saison wieder am Schlagbaum spiele“, so Mike Becker.

Mit seinem Vater zu spielen, sei für ihn im ersten Moment komisch gewesen. „Meistens kenne ich ihn auch als Feldspieler. Ich hab ihn wenige Male schon im Tor gesehen, und mittlerweile macht er seine Sache ganz gut“, lobt der Innenverteidiger. Neun Jahre lang spielte er auch in der Jugend von Märkisch, bis sich seine Mannschaft in der C-Jugend auflöste.

In Obersprockhövel spielte er dann bis zur A-Jugend und wechselte für das erste Seniorenjahr zu dem Verein zurück, wo er begann. „Der Verein liegt mir auf jeden Fall am Herzen. Ich hätte ja auch zu einem anderen Verein wechseln können. Aber für mich kam nur die DJK Märkisch in Frage. Ich möchte dem Team auch helfen, weil es nicht schlecht ist“, bekennt sich Mike Becker. Für eine Weile bleiben Vater und Sohn der DJK also noch erhalten.