Auch Trainer drücken die Schulbank

Jürgen Margref (rechts) von den Sportfreunden Niederwenigern hat eine Lizenz mit der neuen BezeichnungDFB-Elite-Jugendtrainer. Damit dürfte der ehemalige Profi auch eine Mannschaft in der Oberliga trainieren.Foto:Walter Fischer
Jürgen Margref (rechts) von den Sportfreunden Niederwenigern hat eine Lizenz mit der neuen BezeichnungDFB-Elite-Jugendtrainer. Damit dürfte der ehemalige Profi auch eine Mannschaft in der Oberliga trainieren.Foto:Walter Fischer
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Hattingen..  Viele Trainer der Fußballszene in Hattingen und Sprockhövel sind in Besitz einer gültigen Lizenz. Einige trainieren auch ohne einen Schein. An dem System hat sich seit diesem Jahr im unteren Bereich die Einstufung verändert.

Die oberste Stufe beim DFB ist der Fußball-Lehrer. Die Lizenz können nur wenige Trainer in einem Jahr erwerben. Danach folgt die A-Lizenz, die beispielsweise Ex-TuS-Trainer Christian Czajka besitzt. Die beiden höchsten Stufen sind geblieben. Die danach folgende alte B-Lizenz wurde durch die DFB-Elite-Jugend-Lizenz ersetzt. Denn die neue B-Lizenz ist seit 2015 die alte Lizenz C Leistungsfußball. Danach kommt die C-Lizenz, die vorher noch den Zusatz Breitenfußball hatte und den Grundschein darstellt.

Die C-Lizenz besitzen viele Jugendtrainer, aber auch einige Trainer der Seniorenteams. Die neue B-Lizenz stellt eine kleine Erweiterung für den leistungsorientierten Fußball dar und berechtigt das Trainieren von überkreislichen Teams. Inhaber in Hattingen sind unter anderem Märkisch-Trainer Andreas Bergolte und Welpers Coach Wolfgang Westerkamp.

Die neue Bezeichnung DFB-Elite-Jugendtrainer trägt nun Jürgen Margref von den Sportfreunden Niederwenigern, der damit auch Seniorenteams in der Oberliga trainieren dürfte. „Mit einer Lizenz nimmt man immer etwas mit, es lohnt sich, die Fortbildungen zu besuchen“, so Margref. Er kann seine Kenntnisse in der Landesliga wunderbar anwenden. Westerkamp tut das in der Kreisliga A. Seiner Meinung nach müssen aber auch die Spieler mitziehen. „Es kommt darauf an, wie es bei ihnen ankommt. Zudem ist es die Kunst des Trainers mit einer hohen Lizenzstufe im niedrigen Bereich als Einzelner das Wissen an die Spieler heranzubringen.“

Treffen mit der Trainer-Elite

Mit einer hochwertigen Ausbildung nimmt der Trainer auch vor allem etwas für sich mit. So ist es bei Christian Czajka, der aber auch sagt. „Es darf aber auch nicht zu anspruchsvoll werden. Wenn es zu schwierig ist, muss man eine Stufe runter gehen. In der Bundesliga gibt es natürlich eine ganz andere Ballbehandlung oder Schusstechnik“, so Czajka, der seine A-Lizenz gemeinsam mit Thorsten Lieberknecht, aktuell Coach bei Eintracht Braunschweig, erworben hat und alle drei Jahre bei einer internationalen Fortbildung eines Bundesligisten auf die Trainerelite trifft.

Beim SC Obersprockhövel leiten Jörg Niedergethmann und Sascha Höhle die Geschicke an der Seitenlinie. Während Niedergethmann in Besitz der C-Lizenz ist, hat Sascha Höhle noch keinen Schein. „Ich denke, bei den höheren Lizenzstufen bekommt man neue Erkenntnisse. Aber das Wissen, das bei einem C-Schein vermittelt wird, habe ich größtenteils. Man muss ja auch wissen, was man trainieren möchte. Übungen zu finden, ist nicht schwer“, sagt der ehemalige Jugend-Nationalspieler, der später noch Scheine machen möchte.

Die Vereine fordern nicht immer einen Schein, vor allem nicht in den unteren Klassen. Thomas Osterheld (zuletzt RSV Hattingen) hat unter anderem auch keine Trainerlizenz. „Man kommt aber im unteren Bereich gut ohne zurecht“, weiß er.