„Auch Obersprockhövel schafft es“

Orhan Yigit (l.) überwintert mit Hedef auf Rang vier, Tim  Joppe  (r.) mit  dem SCO  auf einem Abstiegsplatz.  „Aber der SCO bleibt drin“, sagt Hansi Wagner.Foto:Pollkläsener
Orhan Yigit (l.) überwintert mit Hedef auf Rang vier, Tim Joppe (r.) mit dem SCO auf einem Abstiegsplatz. „Aber der SCO bleibt drin“, sagt Hansi Wagner.Foto:Pollkläsener
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Hattingen/Sprockhövel..  Hansi Wagner verfolgt die heimische Fußball-Szene immer noch intensiv. Der Ex-Trainer ist sonntags oft mit dem Rad unterwegs, um sich Spiele der heimischen Mannschaften anzuschauen. Seine Einschätzungen verriet der 64-Jährige wieder der Hattinger Zeitung.

TSG Sprockhövel

In Sprockhövel ist mit dem Abschied von Trainer Lothar Huber eine kleine Ära zu Ende gegangen. Huber war ein richtiger Typ, der bei den Leuten beliebt war. Für seinen Nachfolger Robert Wasilewski ist das natürlich keine ganz leichte Situation. Doch Wasilewski kennt die Mannschaft bestens, er war vorher Sportlicher Leiter. Dass ein Mann aus dem eigenen Verein die Nachfolge von Huber angetreten hat, wundert mich nicht. Zunächst einmal ist die TSG ein sehr familiär geführter Verein, außerdem ist das natürlich eine Frage des Geldes. Wenn ich da jetzt einen Trainer-Kracher von außen hole, dann kostet der auch was. Und das kann und will man sich in Sprockhövel nicht leisten. Ich bin aber davon überzeugt, dass die TSG in der Oberliga bleibt. Und ich wünsche mir das auch. Der Verein ist in unserem Beritt ein Vorreiter und Aushängeschild, und die TSG beschreitet schon seit vielen Jahren den richtigen Weg, indem sie auf die Jugend setzt. Die A-Jugend spielt in der Westfalenliga und ist da auch sehr gut platziert. Und die Talente aus den eigenen Reihen verstärken dann irgendwann die Oberliga-Mannschaft. Auf diese Talente ist die TSG angewiesen, weil in jedem Jahr Leistungsträger abgegeben werden müssen. Und bis man dann wieder eine neue Mannschaft aufgebaut hat, dauert es natürlich. Ich freue mich aber, dass sich das kleine Sprockhövel schon seit Jahren auf diesem Niveau hält. Und das mit bescheidenen Mitteln. Denn finanziell kann die TSG mit den großen Vereinen in der Liga natürlich nicht mithalten.


SF Niederwenigern

In diesem Verein ist zurzeit alles super. Wirklich. Niederwenigern geht ja einen ähnlichen Weg wie Sprockhövel. Und beide Vereine sind im guten Sinne Dorfvereine. In Niederwenigern ist immer was los, und überraschende Ergebnisse werden auch abgeliefert. Ich erinnere mich, dass ein paar Wochen nach einer empfindlichen 1:4-Niederlage gegen Schonnebeck eine Topmannschaft wie der Duisburger SV mit 5:0 regelrecht auseinander genommen wurde. Aber ich erinnere mich auch ein Spiel gegen Burgaltendorf. Da hat Niederwenigern 1:0 geführt, und Burgaltendorf bekam überhaupt nichts auf die Reihe. Ich war mit dem Fahrrad da und bin vorzeitig gefahren, weil ein Schauer aufzog und ich trocken nach Hause kommen wollte. Da hat mich dann mein Sohn angerufen und gesagt, dass noch verloren wurde. Auch so etwas passiert also. Ein Problem sind aktuell die vielen Verletzten. Ein Spieler wie Fabian Lümmer ist natürlich überhaupt nicht zu ersetzen. Aber Niederwenigern bleibt auf jeden Fall in der Landesliga.

Hedefspor Hattingen

Hedefspor ist unter Peter Kursinski aufgestiegen und behauptet sich jetzt schon im zweiten Jahr ganz hervorragend in der Landesliga. Ein vierter Platz verdient großen Respekt. Zu Hedefspor wage ich aber keine genaue Prognose, weil sich im Verein kurz vor dem Jahreswechsel viel geändert hat und immer noch viel ändert. Der Vorstand ist wieder einmal fast komplett neu zusammengesetzt, und einen neuen Trainer wird es ja auch geben. Dass ein so erfolgreicher Mann wie Seung-Man Hong jetzt aufhört, kann ich nicht so richtig nachvollziehen. Aber ich will jetzt auch nicht spekulieren, dafür fehlt mir das Insider-Wissen. Es kann ja sein, dass der heutige Vorstand genau weiß, wie es weitergehen soll. Vielleicht gibt es ja ein klares Konzept. Es wird auf jeden Fall interessant, den Weg von Hedefspor weiter zu verfolgen. Wie gesagt: Eine Prognose kann ich nicht abgeben.

SC Obersprockhövel

Dass Obersprockhövel in die Landesliga aufgestiegen ist, freut mich. Früher hat der Verein ja auch auf ältere Spieler gesetzt, doch das ist heute anders. Ich sage ja ohnehin immer, dass es nur mit einer guten Jugendarbeit geht. Ich habe mich aber schon gewundert, dass sich der SCO anfangs so schwer getan hat. Ich war eigentlich davon überzeugt, dass die Mannschaft gleich marschieren würde. Natürlich gab es auch viele Verletzungen, aber der Kader ist gut besetzt. Und zum Schluss gab es ja jetzt zwei Siege, die die Lage deutlich verbessert haben. Obersprockhövel wird sich weiter stabilisieren und am Ende im gesicherten Mittelfeld landen.