Zehner verschlafen wieder die erste Halbzeit

Hohenlimburg..  Fußball-Landesligist SV Hohenlimburg 1910 sollte beim zuständigen Spielleiter Ernst Moos einen Antrag stellen, zukünftig nur noch die zweiten 45 Minuten spielen zu dürfen. Wieder einmal verpennten die Zehner die erste Halbzeit. Mit einer bravourösen Einstellung und Kampfgeist retteten sie gestern im Heimduell gegen den SC Neheim noch ein 1:1 (0:1)-Unentschieden.

„Wir haben den Gegner in Halbzeit zwei in Grund und Boden gespielt“, resümierte SV 1910-Co-Trainer Rainer Beckert. „Vor der Pause haben wir es verbockt.“ Dennoch machte der Coach seiner Mannschaft keinen Vorwurf. „Die Jungs haben nach dem Seitenwechsel die richtige Einstellung gezeigt und alles gegeben.“ Da hat er vollkommen recht, die Platzherren haben bis zum Umfallen gekämpft.

In der ersten Halbzeit sahen die wenigen Zuschauer ganze vier Torschüsse. Der SC Neheim wartete auf Fehler und Konter, der SV 1910 erlaubte sich zu viele Ballverluste. „Der finale Pass kam oftmals nicht an“, so Rainer Beckert.

Punkt teuer erkauft

Der Punkt könnte zudem auch noch teuer erkauft sein. In der 90. Minute wurde Nik Kunkel umgemäht, musste am Knie behandelt werden. „Ich hoffe, dass es nichts schlimmes ist“, sagte Rainer Beckert. Sein Pendant Alex Bruchhage zeigte sich mit dem Punkt zufrieden. „Wir haben viele junge Leute aus den eigenen Reihen, die einfach noch Zeit brauchen.“

Drei Chancen gab es vor dem Seitentausch, die alle auch ein Tor verdient gehabt hätten. Nach elf Minuten tankte sich der quirlige Saffet Davulcu auf der linken Seite durch, tanzte sogar an der Strafraumgrenze SC-Torwart Ricardo Alves aus. Seine Hereingabe zum in der Mitte blank stehenden Mercan Türkyilmaz war jedoch zu hoch.

Mehr war von den Zehnern offensiv nicht zu sehen. Dafür machte der Neheimer Tim Rademacher von sich reden. Aus 22 Metern donnerte er die Kugel auf das Hohenlimburger Gehäuse. Gut, dass sich SV 1910-Torwart Nils Langwald die Fingernägel nicht geschnitten hat, lenkte er die Kugel so gerade an den rechten Pfosten. In Minute 35 war Langwald jedoch machtlos. Bei einem Freistoß von der linken Außenseite stimmte die Zuordnung in der Defensive nicht, mit dem Hinterkopf bugsierte Tim Rademacher das Leder zum 1:0 ins Netz. Zu diesem Zeitpunkt hochverdient.

Schwache Schiedsrichter

Im zweiten Abschnitt jedoch schien sich das Blatt zu wenden, die Zehner ackerten und rackerten, taten deutlich mehr im Spielaufbau und in der Offensive. Sie hätten wohl deutlich mehr Tormöglichkeiten gehabt, wenn das schwache Schiedsrichtergespann um Regina Heim (Olpe) nicht gewesen wäre. Dreimal lag der Assistent bei Abseitsentscheidungen nicht nur falsch, sondern völlig daneben. „Die Entscheidungen waren wirklich lustig“, so Rainer Beckert nach dem Abpfiff. In der 70. Minute übersah Regina Heim ein klares Handspiel des Neheimers Riad Xhaka im eigenen Strafraum – es hätte Elfmeter geben müssen. Drei Minuten später köpfte Robin Tech nach einer Flanke von Bastian Asmus die Kugel nur um Zentimeter am Kasten vorbei.

Für Erleichterung sorgte zwei Minuten vor Schluss der eingewechselte Eduardo Ribeiro. Nach einem langen Ball donnerte er von rechts die Kugel in die Maschen zum 1:1.

SV Hohenlimburg 1910:Langwald, Nezir, Asmus, Türkyilmaz (65. Ribeiro), Winkler, Forin, Kunkel (90. Bah), Amaral (46. Ahakham), Tech, Kerefidis. SC Neheim: Alves, Sener, Xhaka, Busch, Meyer, Franz (75. Arslan), Guntermann, Polzin, Seber, Schmidt, Rademacher. Schiedsrichterin: Regina Heim (Olpe). Tore: 0:1 Tim Rademacher (35.), 1:1 Eduardo Ribeiro (88.). Zuschauer: 50.

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