Wongrowitz heuert auch im Abstiegsfal an

Halbfinale Fußball Kreispokal Hagen TSG Herdecke - TSG Sprockhövel 2:0
Halbfinale Fußball Kreispokal Hagen TSG Herdecke - TSG Sprockhövel 2:0
Foto: Mark Sonneborn
Was wir bereits wissen
Die TSG Herdecke ist auf fremde Hilfe angewiesen, will sie auch in der kommenden Saison in der Bezirksliga spielen. In der A-Liga wird die Luft für den TuS Esborn dünn.

Wetter/Herdecke..  Am Böllberg und am Bleichstein kehrt keine Ruhe ein. Der TuS Esborn und die TSG Herdecke müssen am letzten Spieltag um den Klassenerhalt kämpfen. Besonders prekär ist die Lage bei den Herdeckern. Die Mannschaft von Trainer Zoltan Hülsberg hat den Ligaverbleib plötzlich nicht mehr in der eigenen Hand. Am 16. Spieltag stand die TSG noch auf dem sechsten Tabellenrang der Bezirksliga 6 – es folgte ein gnadenloser Absturz auf Platz 14. Wie konnte es soweit kommen?

„Als wir die Mannschaft übernommen haben, war sie nicht fit“, erklärt Zoltan Hülsberg: „Außerdem gibt es Grüppchenbildung und es fehlen die Alternativen.“ Zur Erinnerung: In der Winterpause schmiss der damalige Trainer Karl-Heinz Kiewitt die Brocken hin. Sein Nachfolger Oliver Gottwald tat es ihm gleich. Nur wenige Wochen, nachdem er die Mannschaft übernommen hatte. „Die TSG steht vor einem Scherbenhaufen“ titelte diese Zeitung anschließend. Doch die Verantwortlichen präsentierten schnell einen Plan B. Zoltan Hülsberg übernahm das Team. Der ehemalige BVB-Jugendtrainer Peter Wongrowitz kündigte sich bereits als neuer Mann an der Seitenlinie zur nächsten Spielzeit an.

Chance sehr gering

Doch die Mannschaft verkraftete die vielen Trainerwechsel scheinbar nicht so gut. Und so folgte in der Rückrunde Niederlage auf Niederlage. „In den letzten Wochen hat sich bereits angedeutet, dass es schwer wird. Aber wir wollten es unbedingt vermeiden, den Abstieg nicht mehr selbst verhindern zu können“, erklärt Hülsberg.

Die TSG steht derzeit auf einem Abstiegsplatz. Zwar scheint die Rettung noch möglich, da EtuS Schwerte sich punktgleich auf Rang 13 befindet (dieser Platz würde die Rettung bedeuten). „Aber EtuS hat das deutlich bessere Torverhältnis und darf deswegen gegen den VfK Iserlohn nicht gewinnen. Gleichzeitig müssen wir es erstmal schaffen, gegen den VfL Schwerte zu siegen“, sagt Hülsberg und räumt ein: „Realistisch gesehen, ist die Chance sehr gering.“

Torverhältnis zählt nicht

Doch es gibt auch positive Nachrichten am Bleichstein. Peter Wongrowitz wird die Mannschaft auch in der Kreisliga A übernehmen. „Bei einem Abstieg hoffe ich, dass auch die Jungs, die bereits zugesagt haben, eine Liga tiefer spielen werden“, erklärt Zoltan Hülsberg und ergänzt: „Auch die Kreisliga ist nicht uninteressant – man spielt einige Derbys.“

Genau deswegen möchte der TuS Esborn in der Kreisliga A bleiben. Doch auch für die Mannschaft von Trainer Jörg Amthor wird der Klassenverbleib ein schwieriges Unterfangen. „Wir haben die Seuche am Fuß, und die Taube scheißt uns aufs Haupt“, fasst er die Situation mit deutlichen Worten zusammen. Drei Mannschaften können noch Absteigen. Die TSG Sprockhövel steht mit 26 Punkten auf dem Abstiegsrang 15, davor der TuS Esborn und der Hiddinghauser FV mit 27 Punkten. Aber: In der Kreisliga zählt das Torverhältnis nicht, deswegen könnte bei Punktgleichheit der Absteiger sogar durch ein Entscheidungsspiel ermittelt werden.

Esborn gegen Tabellenzweiten

„Ich gehe momentan nicht davon aus, dass die Saison am Sonntag endet. Ich rechne mit dem Relegationsspiel“, erklärt Amthor. Denn der TuS muss am Sonntag gegen den Tabellenzweiten VfB Schwelm antreten, der noch um den Aufstieg kämpft. Die TSG Sprockhövel II hat mit dem Tabellenelften SC Berchum/Garenfeld II eine wesentlich leichtere Aufgabe.

Der Hiddinghauser FV tritt gegen den Tabellenfünften, die SpVg Linderhausen, an. Jörg Amthor: „Wir planen natürlich zweigleisig. Sollten wir absteigen, müssen wir das aber wieder gut machen.“ Der Trainer will in dieser Trainingswoche aber keinem Spieler „den Kopf abreißen“ – und er versprüht noch mal Optimismus: „Wir haben auch in Schwelm eine Chance“, stellt er klar.