„Wir haben uns regelrecht abschießen lassen“

Wetter/Herdecke..  An diesem Spieltag gab es für die heimischen Fußballer wenig zu feiern: Wengern und Herdecke verloren, der FC Wetter musste die Meisterfeier vertagen.

Das lag allerdings nicht an den Wetteranern: Der FC Wetter erfüllte seine Pflicht mit einem 3:1-Heimsieg gegen den ETuS/DJK Schwerte. Doch die Mannschaft war zum vorzeitigen Gewinn der Meisterschaft von den Ergebnissen der Konkurrenz abhängig. So schaute so mancher Zuschauer auf dem Harkortberg schon während des Spiels auf sein Mobiltelefon und versuchte herauszufinden, wie es denn in Breckerfeld und beim Spiel der SpVg. Hagen 1911 gegen die TSG Herdecke steht. Bis zum Schluss blieb es spannend, doch spätestens als das Ergebnis vom Bleichstein bekannt wurde (die Elfer gewannen mit 6:2), war klar: Heute wird noch nicht gefeiert. Zumal laut Co-Trainer Fatih Esbe dafür gar nichts vorbereitet war – und der Vorsitzende Walter-Julius Stolte feststellte: „Wir haben jetzt über 100 Jahre auf die Landesliga gewartet, die paar Tage halten wir jetzt auch noch aus.“ Nur eines hat der Verein dann doch schon getan: Beim Kreis wurde die Verlegung des letzten Spieltages von Sonntag (14. Juni) auf Samstag (13. Juni) beantragt. Solch eine Verlegung muss rechtzeitig geregelt werden – und wenn der FC Wetter tatsächlich aufsteigt, müsste am Tag nach der offiziellen Meisterfeier wenigstens niemand arbeiten.

Natürlich würde niemand der TSG Herdecke unterstellen, sie habe mit einer Niederlage gegen Hagen 11 die vorzeitige Meisterschaft des Lokalkonkurrenten verhindern wollen. Doch Trainer Hülsberg fand deutliche Worte für die Leistung seiner Mannschaft: „Wir haben uns nach unserem Platzverweis regelrecht abschießen lassen.“

Es ist ein Phänomen, das von nun an „Brasberg-Optimismus“ genannt werden sollte: Der TuS Wengern verlor fünf Spieltage vor Saisonende klar mit 0:4 gegen die SG Hemer, doch Spielertrainer Kevin Stürzekarn blieb dabei: „Noch ist nichts verloren, wir können den Klassenerhalt immer noch aus eigener Kraft schaffen. Also gibt es auch keinen Grund für Trauerstimmung.“ Nicht aufzugeben und immer an ein gutes Ende zu glauben – wenn er diese Tugenden auch an die Mannschaft weitergeben kann, könnte es ja vielleicht doch etwas werden mit dem Klassenerhalt...