WBV-Chef Plonka: „Bei Kreisen muss es dringend Reformen geben“

Von den Delegierten beim WBV-Verbandstag in Duisburg wurden drei Hagener ins neue WBV-Präsidium gewählt: Hans-Werner Kolodziej (Vizepräsident Finanzen), Uwe Plonka (Präsident) und Wolfgang Mohr (Vizepräsident Breiten- und Schulsport, v.li.).
Von den Delegierten beim WBV-Verbandstag in Duisburg wurden drei Hagener ins neue WBV-Präsidium gewählt: Hans-Werner Kolodziej (Vizepräsident Finanzen), Uwe Plonka (Präsident) und Wolfgang Mohr (Vizepräsident Breiten- und Schulsport, v.li.).
Foto: WP

Hagen..  Der SV Haspe 70 bringt regelmäßig Talente hervor. Die jüngste Erfolgsgeschichte hat aber kein „Teenie“, sondern ein alter Hase der heimischen Basketball-Szene geschrieben: Uwe Plonka (58), 2. Vorsitzender der 70er, wurde am Sonntag auf dem Verbandstag des Westdeutschen Basketball-Verbandes zum neuen Präsidenten gewählt. Im Gespräch mit der WP hat der Betriebswirt erklärt, wie er sich den Neuanfang eines vor allem bei Vereinen und Spielern stark in Unmut gefallenen Verbandes vorstellt.

Herr Plonka, Sie waren im westdeutschen Basketball bislang ein eher unbeschriebenes Blatt. Nun sind Sie Präsident. Das ging rasant, oder?

Uwe Plonka: In der Tat. Der alte Präsident, Klaus-Rüdiger Biemer, hat vor ein paar Monaten angekündigt, aus privaten und gesundheitlichen Gründen nicht mehr zu kandidieren. Zu dem Zeitpunkt habe ich mich mit dem Thema noch gar nicht beschäftigt, den größten Landesverband im deutschen Basketball zu übernehmen. Wir haben 500 Vereine, 22 Kreise und 48000 Basketballerinnen und Basketballer. Damit haben wir über ein Viertel der Stimmen im deutschen Basketball. Dann kam der Wunsch, dass der WBV jemanden braucht, der noch nicht so die Historie im Verband hat, aber in der Lage ist, so ein Flaggschiff zu führen. Aus dem Präsidium wollte niemand kandidieren, und dann wurde ich angesprochen. Ich habe die Erfahrung im Verein und war zuletzt Vizepräsident für Finanzen. Außerdem bin ich Betriebswirt, das hat auch eine Rolle gespielt.

Was sind die Herausforderungen und Probleme, die Sie in den nächsten drei Jahren angehen wollen?

Wir haben unglaublich viele Projekte vor der Brust. Wichtig ist das Thema der Kreise, da muss es dringend Reformen geben. Der Handball zum Beispiel hat gar keine Kreise mehr. Wir müssen über Bezirke nachdenken. Darüber werden wir uns mit den Vereinen besprechen. Dann ist ein Kernthema die Konsolidierung des Haushalts, da haben wir mit der Beitragserhöhung schon einen großen Schritt geschafft. Und zu guter Letzt das Thema Leistungssport: Talente müssen wir noch mehr finden und fördern, damit mehr Spieler aus dem WBV wie Niklas Geske den Schritt in die Bundesliga oder gar in die Nationalmannschaft schaffen. Unter anderem wollen wir einen zweiten Landestrainer einstellen.

Ist in dem Zusammenhang eine Beschränkung von Ausländern in Amateurligen ein Thema?

Absolut, wir haben momentan in der Regionalliga die Beschränkung: Ein Nicht-EU-Ausländer ist erlaubt. Aber das wird nun noch weiter verschärft. Bisher konnten Importspieler quasi auf Durchreise mit einem Touristen-Visum hier Basketball spielen. Ab nächster Saison muss ein Arbeitsverhältnis mit Sozialversicherung nachgewiesen sein.

Was wird Ihre erste Amtshandlung sein?

Wir werden uns bald eine Strategie für die nächsten drei Jahre überlegen. Wichtig ist mir, dass wir sobald es geht einen zweiten Landestrainer einstellen, um Talente noch besser zu fördern. Dafür brauchen wir Mittel von außerhalb und deswegen werde ich zum Sportbund, zur Sportstiftung sowie zum Olympiastützpunkt reisen und für unseren Sport und den WBV werben. Wir brauchen zudem noch mehr Leistungsschulen für den Basketball. Das alles wird Thema sein bei einer Zukunftskonferenz, die wir im Herbst einberufen werden.

Ein leidiges Thema ist der Rechtsstreit des WBV mit dem Basketballkreis Südwestfalen, das auch Sie in Ihrer Amtszeit beschäftigen wird. . .

Der Basketballkreis Südwestfalen gehört uns mittlerweile wieder an, das wurde gerichtlich entschieden. Der BSW möchte aber nun einen Schadenersatz in Höhe von 53 000 Euro, weil sie in den Jahren ohne Spielbetrieb Verlust gemacht hätten. Ich möchte unbedingt, dass wir uns außergerichtlich einigen. Natürlich geht es dabei auch persönliche Streitigkeiten und ich hoffe, dass wir neues Vertrauen schaffen und unter dieses Kapitel bald einen Schlussstrich ziehen können.

Sie haben also bald neben Beruf und Privatleben noch eine Menge zu tun. Werden Sie dennoch in Haspe weiter den Hallensprecher geben?

(lacht) Ja, das werde ich! Man muss bei den Basics, man muss bei den Menschen bleiben. Unsere Hasper treten ja nächste Saison in der 1. Regionalliga an, da werde ich mich gerne wieder ans Mikrofon setzen.