Wahlen bei KSV-Ringern verlaufen turbulent und kurios

Der Vorstand des KSV Hohenlimburg nach den Wahlen bei der Jahreshauptversammlung 2015.
Der Vorstand des KSV Hohenlimburg nach den Wahlen bei der Jahreshauptversammlung 2015.
Foto: WP

Hohenlimburg..  Bis zu den Wahlen ist die Jahreshauptversammlung der Ringer vom KSV Hohenlimburg harmonisch verlaufen. Dann wurde es turbulent und kurios. „So lange haben die Wahlen noch nie gedauert“, so KSV-Präses Michael Hennemann. Was war passiert?

Um einige Posten im geschäftsführenden Vorstand gab es „Kampfabstimmungen“, da aus der Versammlung Kandidaten vorgeschlagen wurden bzw. sich Mitglieder für Ämter zur Verfügung stellten, ohne vorher Rücksprache mit dem amtierenden Vorstand zu nehmen. Zum einen freute es natürlich die Funktionäre, dass sich Leute im Verein engagieren möchten. Es ist auch durchaus legitim, dass Mitglieder aus der Versammlung ad hoc für ein Amt kandidieren. „Aber bisher haben wir im Vorfeld der Jahreshauptversammlung immer über so etwas gesprochen“, wunderte sich „Vize“ Rolf Behrendt. Einzig die Abstimmung für das Amt der Beisitzer – das sind Rolf Behrendt, Mandy Pulla und Ferhat Kulakac – und des Kassenprüfers (Ronald Ludwig) verlief reibungslos.

Auf Vorschlag des Vorstands wählte die Versammlung Timo Golz zum neuen zweiten Vorsitzenden, der sich gegen den zweiten Kandidaten Ferhat Kulakac durchsetzte. Geschäftsführer Uwe Behrendt tritt seine letzte Amtsperiode an und wird Michael Rasper einarbeiten, der zum 2. Geschäftsführer gewählt wurde. Im Jahr 2016 werden die beiden ihre Posten tauschen. Marketingleiter Günter Bauch kandidierte nicht mehr, versprach aber, seinen Nachfolger Corbinian Peters in allen Belangen zu unterstützen.

Knapp ging es bei der Wahl des sportlichen Leiters zu. Zur Wahl standen KSV-Senioren-Trainer Thorsten Busch und Jugendtrainer Arslan Kulakac. Mit vier Stimmen mehr wählte die Versammlung Thorsten Busch. Stefanie Rasper ist neue Jugendwartin, erhielt zwei Stimmen mehr als Ferhat Kulakac.

Zuvor berichtete Michael Hennemann über das abgelaufene Jahr. Es begann mit erfolgreichen Platzierungen bei Einzelmeisterschaften, gefolgt von einer schweren Mannschaftssaison. „Fördergelder sind ausgeblieben, wir haben bei einigen Ringern daneben gegriffen und Verletzungen kamen auch noch hinzu“, so der Präses. „Auch unsere Fans waren unzufrieden.“ Schweren Herzens musste der KSV seine Reserve zurückziehen, um die Saison in der 2. Liga durchzuziehen – dort hätte ein Rückzug (im September) 8000 Euro gekostet.

„Nach dem sportlichen Abstieg aus der zweiten Liga wollen wir in der Oberliga angreifen“, so Hennemann. „Wir wollen mit eigenen Leuten ringen, die Fans sollen wieder vertraute Gesichter auf der Matte sehen.“ Eine zweite Mannschaft möchte der KSV ebenfalls für die Bezirksliga melden, ebenso wie eine Jugendmannschaft, die in der vergangenen Saison in der NRW-Liga erste Erfahrungen gesammelt und für Begeisterung gesorgt hat. „Der Vorstand musste schwere Entscheidungen treffen. Damit ist er offen umgegangen, und das verdient Respekt“, sagte das langjährige KSV-Mitglied Ronald Ludwig.

Ebenso offen ging der KSV mit den Bilanzen um. Die beiden Jahre in der 2. Bundesliga haben die Reserve in der Kasse aufgebraucht – der Verein ist aber nicht verschuldet. „Hohe Verbandsabgaben, ausbleibende Sponsorengelder und rückläufige Eintrittsgelder sind die Ursachen“, so Kassiererin Kirsten Marsteller.

Hervorragend bei den Ringern läuft die Jugendarbeit, für die zahlreichen Kinder und Jugendlichen wird jetzt eine zusätzliche Trainingseinheit angeboten.

Das Schlusswort gehörte Ronald Ludwig: „Der Verein darf nicht in verschiedene Lager gespalten werden. Ich bitte euch, in Zukunft wieder mehr miteinander zu reden.“