Vorlesungen auf der Universität in Nikosia

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Hohenlimburg..  In der heutigen Zeit ist ein Auslandssemester für viele Studiengänge fast obligatorisch. Die Ziele sind meist USA oder Großbritannien, mittlerweile sind auch China und Australien beliebte Länder. Dennis Zuhmann, Fußballer des Bezirksligisten SC Berchum/Garenfeld und Student für Sport- und Eventmanagement mit Schwerpunkt Fußball in Iserlohn, hat sich für seinen Auslandsaufenthalt Zypern ausgesucht. Diese Zeitung wollte wissen, wie der 21-Jährige auf den Inselstaat im östlichen Mittelmeer kommt.

Dennis, Sie sind bester Torschütze beim SC Berchum/Garenfeld. Sie und das Team haben eine klasse Hinrunde gespielt. Tut es nicht weh, die Mannschaft jetzt für vier Monate zu verlassen?

Ein bisschen tut es natürlich weh. Ich hoffe, dass die Mannschaft schnell durchkommt, aber da mache ich mir keine Sorgen. Generell bin ich auch sehr zufrieden, auch mit meinen Spielen, auch wenn mich die Rote Karte mächtig ärgert. Ich war drei Spiele gesperrt, da haben wir nur zwei Punkte geholt. Das war unnötig.

Wie sind Sie auf Ihren Studiengang gekommen?

Es ging auf das Abitur zu, und ich wusste noch nicht so richtig, was ich danach machen soll. Dann habe ich Sportmanagement gegoogelt und bin auf Iserlohn gestoßen. Ich habe mich beworben, den Aufnahmetest bestanden, und es hat geklappt. Es war eine gute Entscheidung, es macht richtig viel Spaß.

Haben Sie von vorne herein ein Auslandssemester geplant?

Zunächst habe ich mir keine Gedanken gemacht, aber der Studiengang sieht vor, dass das vierte Semester ein Auslandssemester ist. Ich freue mich darauf, auf eigenen Füßen zu stehen. Es wird sicherlich gut laufen. In der Universität wird nur Englisch gesprochen. Mal schauen, wie so die Englischkenntnisse der Zyprioten sind...

Apropos Zyprioten! Wie sind Sie auf Zypern gekommen?

Es gibt ein International Office, welches die nötigen Optionen bietet. Alternativen waren Schottland, Australien und USA, aber das war mir alles zu weit und zu kostenintensiv. Außerdem legt Zypern den Fokus auf Sportmanagement. Zudem ist in Zypern schönes Wetter (lacht).

Wo studieren Sie dort und wie sind Sie untergebracht?

Es ist die European University Cyprus in Nikosia. Die Unterkunft ist noch offen. Ich stehe über Facebook mit jemanden in Kontakt, der sich um eine Wohnung für mich und einen Studienkollegen kümmert. Leider sind die Studentenwohnungen alle belegt. Es kann sein, dass wir zunächst in einem Hostel übernachten müssen.

Wissen Sie schon etwa, wie Ihr Tagesablauf aussehen wird?

Noch gar nicht. Ich muss fünf Kurse a zwölf Vorlesungen belegen und am Ende des Semesters Klausuren schreiben.

Wissen Sie etwas über die Mentalität der Zyprioten?

Nichts genaues, aber über Facebook sind sie sehr hilfsbereit und zuvorkommend. Ich hoffe, der Eindruck bestätigt sich.

Was erhoffen Sie sich von Ihrem Auslandssemester?

Ich freue mich auf die Kurse, da sie mehr Bezug zum Sport haben und ich mein Wissen erweitern kann. Es gibt mir viel für die Persönlichkeit, weil ich in einem fremden Land auf mich allein gestellt bin. Mal schauen, wie weit und selbstständig man ist. Auch mein Englisch kann ich weiter entwickeln, obwohl ich mit meinem Englisch jetzt schon ganz zufrieden bin.

Können Sie in Zypern auch Fußball spielen?

Ich nehme meine Fußballschuhe mit, an der Universität wird auch Fußball angeboten. Ich weiß allerdings nicht, ob das nur Training ist oder ob die auch Spiele machen. Ich schaue bei den Vereinen mal rein, wie das Niveau ist. Ich möchte schon gerne irgendwo mitmachen und mich fit halten.

Sie sind noch drei Wochen in der Heimat. Was haben Sie noch vor?

Ich habe eine Klausurenphase hinter mir, davon möchte ich mich ein paar Tage erholen. In der nächsten Woche gehe ich noch arbeiten, danach werde ich mir die nötigen Sachen noch kaufen. Irgendetwas ist ja immer zu tun.

Werden Sie am Wochenende bei den Masters noch in der Ischelandhalle spielen?

Nein, ich will kein Risiko mehr eingehen und mir vor Zypern keine Verletzung einfangen.

Werden Sie nach Ihrer Rückkehr weiter beim SC B/G spielen?

Es ist nichts anderes geplant. Es gibt keinen Grund, nicht wieder beim SC zu spielen. Das Training bei Frank Henes ist intensiv, und es bringt uns alle nach vorne. Alle Leute dort sind supernett. Es gibt nur wenige Vereine, wo man sich so wohl fühlt wie dort.

Gibt es eine Abschiedsparty?

(lacht) Muss ich noch absprechen. Obwohl es ja nur vier Monate sind, erwartet man das wahrscheinlich von mir.

Letzte Frage - ist die Wahl von Ronaldo zum Fußballer des Jahres Ihrer Meinung nach gerecht?

In erster Linie verstehe ich nicht, wieso Messi Zweiter geworden ist. Er hat eine schwächere Saison hinter sich. Die Wahl von Ronaldo ist okay, er hat 17 Tore in der Champions League geschossen und hat diese mit Real Madrid gewonnen. Die WM verlief nicht so gut für ihn. Aber ich hätte es natürlich Manuel Neuer gegönnt. Es wäre schön gewesen, wenn mal ein Torwart gewonnen hätte. Er hat das Spiel eines Torhüters revolutioniert.