Vor vollen Rängen in Boelerheide für den guten Zweck

Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
Zwölf Jahre nach dem ersten Rett-Benefiztag in der Kampfbahn Boelerheide spielen am Samstag dort wieder zwei Teams mit geballter Prominenz aus Sport und Kultur für den guten Zweck. Die Organisatoren hoffen auf eine große Kulisse, 3000 Besucher kamen 2003.

Hagen..  Die Aktualisierungen erfolgen im Tages-Rhythmus, manchmal verliert auch Uwe Straube etwas den Überblick. Wer genau für das „Rett-Dreamteam“ am Samstag gegen die FC Schalke 04 Allstars aufläuft, vermag der Organisator des Benefiztages erst nach Konsultierung entsprechender Listen zu sagen. Klar ist, dass in der Kampfbahn Boelerheide gegen 15.20 Uhr geballte Prominenz in der Stärke eines Weltmeisterschafts-Kaders zu den Klängen von „You never walk alone“ - live gesungen von Deborah Woodson - auf den Rasen schreitet. Um dann für den guten Zweck, zugunsten schwerstbehinderter Kinder, zu kicken.

„Für unser Team laufen 20 bis 25 Aktive auf“, sagt Straube, die Mischung aus prominenten Sportlern, bekannten Künstlern und Ex-Fußballprofis hat sich beim mittlerweile achten Rett-Benefiztag etabliert. Als (vorerst) letzte Akteure sagten Handballer Stefan Kretzschmar, Ex-Borusse Marcel Raducanu und Partymusiker Mickie Krause, der im Tor stehen und singen wird, zu. Hagens Basketball-Rekordspieler Bernd Kruel sorgt für Lokalkolorit, die Brasilianer Mineiro und Chiquinho für internationales Flair - aber auch Ex-Tennisass Claudia Kohde-Kilsch oder Schauspieler Peter Lohmeyer spielen für die Forschung zur Behandlung des Rett-Syndroms. Und natürlich ehemalige Nationalspieler wie Rüdiger Abramczik, der bisher stets dabei war, Thomas Helmer oder Thomas Berthold - Aufzählung ausdrücklich unvollständig.

„Wir haben uns über die Jahre ein Netzwerk aufgebaut, sind professioneller“, erklärt Straube, der als Vater einer am Rett-Syndrom erkrankte Tochter vor zwölf Jahren den Benefiztag begründete, die jährlich wachsende Prominenten-Schar. Wer bei den bisherigen Kicks - 2003 und 2004 in Hagen, danach in Iserlohn, Hohenlimburg, Schwerte, Bochum und Dortmund - dabei war, wirbt Freunde und Bekannte. Krause etwa oder Schauspieler Tom Barcal. „Der hat überall begeistert von uns erzählt“, weiß Straube, der das Event gemeinsam mit Michael Wenzel organisiert. Schirmherr und Schwager Erdal Keser steuert seine Kontakte in der Fußballwelt bei.

Mit dem Mannschafts-Bus direkt aus dem Team-Hotel Arcadeon reist das „Rett-Dreamteam“ nach Boelerheide, um gegen die von Olaf Thon, Klaus Fischer und Martin Max angeführten Schalker anzutreten. Vor großer Kulisse - wie beim Debüt an gleicher Stelle vor zwölf Jahren. „Damals hatten wir rund 3000 Zuschauer“, erinnert sich Straube. Zusammen etwa 130 000 Euro war der Erlös der bisher sieben Benefizspiele, der bisherige Bestwert sind 35 000 Euro aus dem Jahr 2012 in Bochum. „Mein Wunsch wäre, dass wir das diesmal toppen können“, sagt der aus Boelerheide stammende Straube, „es ist doch ein Heimspiel.“ Zumal man künftig die Region verlassen möchte, um neue Besucherkreise zu erschließen. Für nächstes Jahr ist Düsseldorf in der Planung.