VfL Eintracht trauert um Garanten für mehr als 3500 Tore

Hagen..  Die Handballer des VfL Eintracht Hagen trauern um einen der besten Spieler, die der Verein je hervorgebracht hat: Nach schwerer Krankheit ist Bernd Lückel (Bild) am Freitag, 8. Mai, im Alter von 70 Jahren verstorben. Fast zwei Jahrzehnte prägte der Ausnahmespieler das Angriffsspiel der Grüngelben und erarbeitete sich dabei den Ruf eines Torgaranten. Mehr als 3500 Treffer erzielte Bernd Lückel im Laufe seiner langen Karriere.

„Bernd war ein ganz famoser Spieler, ein toller Trainer und Mensch, dem der Verein viel zu verdanken hat“, würdigte der Vorsitzende Detlef Spruth den Verstorbenen. Mehr als 60 Jahre war Bernd Lückel Mitglied des VfL Eintracht Hagen. Schon als 18-Jähriger gehörte er zur Handball-Oberligamannschaft des VfL Eintracht, mit der er 1971 als westdeutscher Meister den Sprung in die Feldhandball-Bundesliga schaffte. 1972 und 1973 stand er mit dem Traditionsverein jeweils im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft.

Auch in der Halle gehörte Bernd Lückel, der für die westfälische und westdeutsche Auswahl spielte, über viele Jahre zu den herausragenden Werfern. Zweimal verpasste er mit den Grüngelben nur aufgrund der schlechteren Tordifferenz den Sprung in die Bundesliga. Immer wieder schlug Lückel attraktive Angebote verschiedener Topklubs aus, trug stattdessen mit insgesamt 18 Jahren so lange das Trikot der ersten Mannschaft des VfL Eintracht wie kein anderer.

Nach Stationen als Jugendtrainer löste Bernd Lückel 1980/81 als Interimstrainer der ersten Regionalliga-Mannschaft des VfL Eintracht Lajos Keller ab, um dieses Amt bis 1983 inne zu haben. 1987 stieg er als Spieler mit der 2. Mannschaft in die Verbandsliga auf und stand von 1989 bis 1993 als Trainer in deren Dienst. Die dritte Mannschaft des Vereins führte er als Trainer von der Kreisliga bis in die Landesliga, um sich dann in den Jahren 2000 und 2001 nochmals als Co-Trainer der Regionalliga-Handballer zu engagieren. Zudem wirkte Bernd Lückel beim Lokalrivalen TS Selbecke viele Jahre als Trainer – zuletzt von 2006 bis 2010.

Über zehn Jahre fungierte Bernd Lückel zudem als stellvertretender Abteilungsleiter bei den Handballern des VfL Eintracht, widmete sich parallel dazu immer wieder der Jugendarbeit im Verein. Die Arbeit mit Jugendlichen lag ihm auch beruflich stets am Herzen. So fungierte er lange Jahre als Ausbilder bei der Akkumulatorenfabrik in Wehringhausen. Zudem engagierte er sich auf Bitten einer Haftanstalt als Bewährungshelfer.

Honoriert wurden die Leistungen des ehemaligen westdeutschen Junioren-Auswahlspielers unter anderem mit dem Landesehrenbrief sowie der Ehrennadel in Silber. Zudem verlieh ihm der VfL Eintracht mit dem „Goldenen Handball“ die höchste Auszeichnung, die im Bereich Handball vergeben wird.