VfL Eintracht fängt sich Warnschuss von Wiesbaden ein

Beim glanzlosen Fünftore-Sieg gegen den Tabellenletzten HSG Wiesbaden war Kapitän Jens Reinarz mit 13 Treffern einmal mehr herausragender Torschütze seiner Mannschaft.Foto:Michael Kleinrensing
Beim glanzlosen Fünftore-Sieg gegen den Tabellenletzten HSG Wiesbaden war Kapitän Jens Reinarz mit 13 Treffern einmal mehr herausragender Torschütze seiner Mannschaft.Foto:Michael Kleinrensing
Foto: WP Michael Kleinrensing

Hagen..  Lars Hepp wählte seine Worte wohl bedacht. Von einer „großen Grütze“ und einem „letzten Warnschuss“ sprach der Trainer von Handball-Drittligist VfL Eintracht Hagen nach dem glanzlosen 33:28 (15:14)-Erfolg gegen Liga-Schlusslicht HSG VfR/Eintracht Wiesbaden. Er hätte auf seine Mannschaft auch einprügeln können, doch vergaß auch Hepp eine halbe Stunde nach Spielschluss nicht, dass seine Jungs soeben die Punkte 44 und 45 eingefahren hatten. „Und ich kann mich nur schwer erinnern, wann eine Eintracht-Mannschaft zum letzten Mal so viele Punkte hatte.“

Spielerisch indes war das nicht viel. Gerade offensiv gingen die Eintrachtler ungewohnt unkonzentriert zu Werke. Das ging schon in der zweiten Minute los, als Jens-Peter Reinarz den ersten VfL-Siebenmeter vergab. Kurz danach konnten die Hausherren ihr erstes Überzahlspiel nicht nutzen. Im Gegenteil, die Wiesbadener gingen in Unterzahl 3:2 in Führung. Beim Stande von 4:4 (10.) nahm Hepp die erste Auszeit - mit Erfolg. Bis zur 17. Minute setzten sich die Hagener auf 9:5 ab. Als in dieser Phase Wiesbadens Johannes Schumacher nach einem Foul die Rote Karte sah, schien die Partie den erwarteten Verlauf zu nehmen.

Allein, es trat anders ein. Erneut in Überzahl, ließen die Hepp-Männer zwei Gegentreffer zum 9:10 zu. Immer häufiger scheiterten sie zudem am starken Gästetorwart Paul Windheim, zum Ende der ersten Hälfte summierte sich die Fehlschussanzahl auf 15 (!). So glichen die Gäste noch vor der Pause zum 13:13 (27.) aus, und auch nach dem Seitenwechsel stand es bis zur 45. Minute häufig unentschieden (19:19, 22:22). „Das waren die schwächsten 45 Minuten unserer Saison“, urteilte Hepp.

Doch dann kam die Wende. Erst parierte Eintrachts Torwart-Routinier Almantas Savonis, der einen Großteil des Spiels von der Bank aus verfolgte, einen Siebenmeter der Gäste, nach dem 25:25 erzielten Jens Reinarz und Matthias Aschenbroich die Tore zum 29:26.

Wiesbaden am Ende zu ungeduldig

„Wir haben in der letzten Spielphase im Angriff leider zu ungeduldig abgeschlossen“, fand Wiesbadens Trainer Stephan Metz einen Grund für die Niederlage seiner Truppe. Ansonsten konnte er seiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Während die Chancen auf den Klassenverbleib für die Hessen vier Spieltage vor Ende immer geringer werden, haben die Eintrachtler den Rückstand auf Spitzenreiter Ferndorf auf drei Zähler reduziert.