Über Sportkarussell Weg in den Verein finden

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Hagen..  Die Sportart Fechten hatte der neunjährige Tyrese Ohimai im Fernsehen gesehen. „Das wollte ich auch mal machen“, infizierte sich der Hagener von der offenen Ganztagseinrichtung Meinolfschule ein wenig mit dem Fecht-Fieber. Der kleine Traum ging wohl schneller in Erfüllung als gedacht. Zusammen mit 16 weiteren Zweit-, Dritt- und Viertklässlern nahm Tyrese am Sportkarussell der Stadt Hagen teil. Einem Projekt vom Stadtsportbund (SSB) und der AOK Nordwest, bei dem sich die jungen Meinolf-Schüler an unterschiedlichen Sportarten ausprobieren durften.

Einmal die Woche für rund 90 Minuten – und das jeweils sechs Wochen lang – machten sich qualifizierte Übungsleiter vom Hasper Fechtklub, vom Judo-Klub Hagen, vom Tischtennisklub Hagen, von der Handballabteilung des Post SV und von der Fitnessabteilung des TuS Eintracht Eckesey auf den Weg zur Grundschule am Ischeland. Um den Kleinen dort die Faszination ihres Sports etwas näher zu bringen.

„Wir wollen die Kinder frühzeitig an den Sport heranführen“, erklärte Philip Rietz von der AOK. „Zudem wollen wir ihnen einen vereinfachten Zugang zum Vereinsleben ermöglichen“, ergänzte Verena Pickshaus vom SSB. Etwa zum Tischtennis. Nach den Ferien haben die jungen Sportkarussell-Teilnehmer die Möglichkeit, einen Schnupperkurs beim TTC oder bei einer der anderen vier Sportarten zu machen. „Wir haben versucht, den Spaß an unserem Sport zu vermitteln und den Schülern die Grundlagen der Technik erläutert“, erzählte Übungsleiter Thorsten Hödtke vom Hagener Tischtennisverein. Ähnlich ist auch Andrea Haarmann vom Judo-Klub bei dem wöchentlichen Schnuppertraining vorgegangen: „Im Prinzip haben wir die Dinge gemacht, die für den ersten Gürtel wichtig sind. Also eine Fallschule, ein paar Würfe und Zweikampfspiele.“

Die Begeisterung der Kinder war hoch, auch wenn der ein oder andere zwischendurch mal kräftig durchpusten musste. „Fechten war wirklich anstrengend“, wusste der neunjährige Gabriel Sortino zu berichten, „am besten hat mir das Handballspielen gefallen.“ Die Organisatoren und der offenen Ganztag der Meinolf-Grundschule hoffen nun, dass das Sportprojekt auch Früchte trägt. „Auch wenn bei uns schon viele Schüler im Verein sind“, wie OGS-Leiterin Melanie Storch berichtete, „hoffen wir natürlich, dass noch mehr Kinder diesen Weg einschlagen. Das Projekt ist super angenommen worden.“

Am vergangenen Donnerstag stand übrigens das Abschlussfest an, mit einer kleinen „Drums-Alive“-Vorführung – das hatte die Fitnessabteilung des TuS Eckesey mit den Kindern eingeübt - und einem Parcours durch die anderen Sportarten, die seit Herbst letzten Jahres ausgetestet werden konnten. Als Belohnung überreichte die AOK kleine Abschiedsgeschenke - etwa Trinkflaschen. Als Motivation, auch künftig viel Sport zu machen. Im Fall von Tyrese eventuell im Fecht-Verein.