TuS Volmetal will „Paderborn“ der 3. Liga werden

Die Stimmung in der Halle ist immer riesig, der Fanclub Green Devils wächst - beim TuS Volmetal hat Handball Hochkonjunktur.Foto:Michael Kleinrensing
Die Stimmung in der Halle ist immer riesig, der Fanclub Green Devils wächst - beim TuS Volmetal hat Handball Hochkonjunktur.Foto:Michael Kleinrensing
Foto: WP Michael Kleinrensing

Hagen..  Der bisherige Tabellenzweite Ahlener SG wurde mit 26:19 deklassiert, vom neuen Tabellenzweiten Menden-Lendringsen kam die Nachricht, dass sich der Vorstand gegen einen Aufstieg in die 3. Handball-Liga West ausgesprochen hat. Die Ausgangslage von Oberliga-Spitzenreiter TuS Volmetal, der jetzt vier Punkte Vorsprung hat, ist besser denn je. Unsere Zeitung sprach mit Volmetals Handball-Chef Andre Blümel.

Herr Blümel, im Herbst vergangenen Jahres haben Sie gesagt, wenn sich die Mannschaft sportlich qualifiziert, werde man das „Abenteuer Drittliga-Aufstieg“ auch eingehen. Bleibt es dabei?

Andre Blümel: Ja, dabei bleibt es. Wir müssten den Etat im Aufstiegsfall um rund 20 Prozent erhöhen und dafür Klinken putzen gehen, aber das würden wir tun.

Menden ist eine Handball-Stadt, trotzdem hat die HSG Menden-Lendringsen letzte Woche erklärt, man würde einen möglichen Drittliga-Aufstieg nicht antreten. Hat Sie das überrascht?

Ja, das hat mich überrascht. Die haben eine junge dynamische Mannschaft und, glaube ich, noch nie in der 3. Liga gespielt. So wie wir. In diesem Jahr den Aufstieg zu schaffen, ist eine Chance, die vielleicht nie mehr wiederkommt. Ich möchte nicht in zehn Jahren gefragt werden: „Warum habt ihr diese einmalige Gelegenheit damals nicht genutzt?“

Der HSG-Vorstand hat finanzielle Gründe angeführt. Ist der TuS Volmetal besser situiert als Menden-Lendringsen?

Was Paderborn in der Fußball-Bundesliga ist, das sind wir in der Handball-Oberliga. Und wenn wir in die 3. Liga aufsteigen, dann wären wir das kleinste Paderborn, das man sich vorstellen kann. Aber Geld ist nicht alles.

Was kann der TuS Volmetal stattdessen in die Waagschale werfen?

Beispielsweise das Umfeld und den Trainer. Stefan Neff zieht sicher Spieler an. Wir spielen immer in einer rappelvollen Halle, die Stimmung ist super. Der Fanklub Green Devils wird immer größer. Bei uns fahren Mannschaft und Fans im gleichen Bus zu Auswärtsspielen, weil wir uns einen eigenen Mannschaftsbus gar nicht leisten können. Für die Fans heißt das oft: Abfahrt um 13 Uhr, Rückkehr nicht vor 22 Uhr. Aber das macht Spaß, erst recht natürlich, wenn die Mannschaft erfolgreich ist.

Das wäre in der 3. Liga vermutlich etwas anders. . .

Natürlich wollen wir, wenn wir den Aufstieg schaffen, die Euphorie in die neue Umgebung mitnehmen. Aber wir sind nicht blauäugig, sondern wissen, wie schnell die Stimmung kippen kann, wenn man sechs, sieben Mal nicht gewinnt. Aber im Moment genießen wir die Erfolge - und sind uns im Klaren darüber, dass es Rückschläge geben kann.

Zum Beispiel an den nächsten drei Spieltagen: Samstag geht es nach Nordhemmern, dann kommt der neue Tabellenzweite Menden-Lendringsen und dann wartet Lokalrivale VfL Eintracht Hagen II.

Ein happiges Programm. Wir wollen diese Aufgaben so gut wie möglich lösen, aber uns fällt auch kein Zacken aus der Krone, wenn wir nicht aufsteigen.

Nur Felix Bauer verlässt den TuS Volmetal

Unabhängig vom Aufstiegsfall haben beim TuS Volmetal mit einer Ausnahme alle Spieler und Trainer Stefan Neff für die kommende Saison zugesagt. Allein Felix Bauer wird den Verein verlassen: Er kehrt zum Landesligisten HSG Hohenlimburg zurück, der noch Chancen auf den Verbandsliga-Aufstieg hat.