TuS Spenge schieb Volmetals Meisterfeier auf

Volmetals Kreisläufer Frederik Kowalski konnte Spenges starken Schlussmann Bastian Räber immerhin dreimal überwingen.Foto: Peter Pickel
Volmetals Kreisläufer Frederik Kowalski konnte Spenges starken Schlussmann Bastian Räber immerhin dreimal überwingen.Foto: Peter Pickel
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Spenge/Hagen..  Spannender geht es nicht mehr. Der TuS Volmetal, Tabellenführer der Handball-Oberliga, unterlag am viertletzten Spieltag vor annähernd 700 Zuschauern beim direkten Verfolger TuS Spenge mit 26:27 (13:16) und musste die Feierlichkeiten zum Aufstieg in die 3. Liga verschieben.

Die Ostwestfalen hatten schon vor dem Spiel angekündigt, dass sie den Neff-Schützlingen die Meisterschaftsfeier gönnen. „Es muss aber nicht in unserer Halle sein“, sagte Gäste-Trainer Heiko Holtmann im Vorfeld der Begegnung. Und so kam es auch. Während die Spenger Mannschaft, wie vor einer Woche in Menden, nach der Schlusssirene wieder Sirtaki tanzte, waren die traurigen Blicke der Volmetaler Spieler auf die mehr als 200 mitgereisten Fans gerichtet. Doch noch ist nichts passiert. „Wir nehmen nächste Woche einen neuen Anlauf“, blickte Volmetals Trainer Stefan Neff schon auf das Spiel beim TuS Bielefeld-Jöllenbeck, der am Samstag das Stadtderby gegen Altenhagen-Heepen mit 27:29 verlor.

Das Topduell in Spenge war kein Spiel für schwache Nerven. Es war auch keine faire Partie. Zweimal zückten die Recklinghäuser Schiedsrichter „Rot“, darüber hinaus verteilten sie etliche Zeitstrafen. Bereits in der fünften Minute verloren die Hausherren mit Dennis Mathews einen ihrer besten Angreifer nach einem rüden Foul an Silas Kaufmann. Sichtlich geschockt von dieser Roten Karte geriet der Tabellenzweite mit 2:5 in Rückstand, drehte dann aber mit einer 7:0-Serie das Spiel und führte zur Halbzeit mit drei Toren.

Auch Felix Bauer sieht Rote Karte

Frederik Kowalski und Felix Bauer verkürzten nach dem Seitenwechsel auf 16:15, danach sah Bauer nach einem Foul an einem Spenger Spieler den roten Karton. Die restlichen 25 Minuten wurden zum offenen Schlagabtausch, mehrmals konnten die Volmetaler Führungen der Gäste ausgleichen. Fehlwürfe auf beiden Seiten und Glanzparaden von Spenges Keeper Bastian Räber bestimmten jetzt das Spiel, das nach 57:51 Minuten durch den vierten Treffer von Dominik Domaschk 25:25 stand. Durch seinen einzigen Treffer brachte Spenges Simon Hanneforth seine Farben mit 26:25 in Front. Silas Kaufmann traf zum 26:26 und hatte damit das Tor zur 3. Liga für die Volmetaler weit aufgestoßen, weil ein Unentschieden gereicht hätte.

Vielleicht fehlte den Volmetalern in der Schlussphase etwas Cleverness. Als Spenges Sebastian Redeker mit seinen einzigen Treffer das 27:26 erzielte, waren nur noch acht Sekunden zu spielen. Zu wenig für die Neff-Schützlinge, die ihre zweite Saisonniederlage nicht mehr abwenden konnten.

Volmetals Trainer Stefan Neff fand die Fassung ziemlich schnell wieder. „In der ersten Halbzeit haben wir zu viele technische Fehler gemacht. Im zweiten Abschnitt war das besser und Sydney Quick zeigte eine ordentlich Leistung im Tor. Allerdings hat uns die Rote Karte gegen Felix Bauer wehgetan“, so sein Fazit. Der 28-jährige Übungsleiter vergaß nicht zu erwähnen, dass seine Mannschaft immer noch sechs Punkte Vorsprung bei noch drei ausstehenden Spielen hat. „Übrigens“, so Neff, „gegen jede andere Mannschaft der Liga hätten wir mit dieser Leistung heute gewonnen!“

„Es war ein Superspiel mit leider vielen individuellen Fehlern meiner Mannschaft“, resümierte Volmetals Abteilungsleiter Andre Blümel, der sich jetzt mit der Organisation der Fahrt zum nächsten Spiel nach Bielefeld-Jöllenbeck beschäftigt. „Und dann bin ich am kommenden Samstag aus Urlaubsgründen auch noch verhindert“, so der 50-Jährige. Kaum zu glauben, dass der Chef der Volmetaler Handballer beim eventuellen größten Erfolg seiner Mannschaft nicht mit dabei ist.

TuS Volmetal: Quick (1.-60. Minute), Treude (bei einem Siebenmeter eingewechselt); Bauer (1), Kötter, Frederik Kowalski (3), Kaufmann (5), Dommermuth (1), Sackmann, Dominik Domaschk (4), Dennis Domaschk, Polakovs (6/3), Herzog (6/2).