Turan: Meisterschaft war für SSV Hagen kein Selbstläufer

Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
Im WP-Interview blickt Ömür Turhan, Trainer und Vorsitzender, des Fußball-A-Kreisligisten SSV Hagen auf die Serie in der Kreisliga A1 zurück und auf die bevorstehenden Relegationsspiele.

Hagen..  Nachdem sich Blau-Weiß Voerde im Entscheidungsspiel gegen den VfB Schwelm durch einen 8:7-Erfolg nach Elfmeterschießen die Meisterschaft in der Fußball-Kreisliga A2 gesichert hat (wir berichteten), wird der Aufstieg in die Fußball-Bezirksliga nun in zwei Duellen mit dem SSV Hagen, erneuter Titelträger in der Kreisliga A1 entschieden. Die Partien finden am kommenden Samstag ab 18 Uhr in Gevelsberg-Silschede und am 27. Juni ab 16 Uhr im Hohenlimburger Kirchenbergstadion statt. Mit SSV-Trainer Ömür Turhan, der das bevorstehende Nervenspiel aus dem Vorjahr kennt, als Breckerfeld das bessere Ende für sich behielt und in die Bezirksliga aufstieg, führten wir ein Interview.

Herr Turhan, Sie haben den Krimi auf dem Harkortberg in Wetter, den sich Voerde und Schwelm geliefert haben, live verfolgt. Welchen Eindruck haben Sie gewonnen und was für ein Gegner kommt mit BW Voerde auf Ihre Mannschaft zu?

Ömür Turhan: Ich habe zwei starke Mannschaften gesehen, die fast keine Schwächen gezeigt haben. Beide Teams haben gezeigt, warum sie in ihrer Staffel ganz vorne gelandet sind. Wer dann am Ende im Elfmeterschießen gewinnt, ist natürlich ein glücklicker Sieger. Voerde war vielleicht als Team etwas besser und hat sich meinen Respekt auf jeden Fall verdient.

Dass Ihr Gegner vom Samstag schon ein Kraft- und Nerven-kostendes Entscheidungsspiel hinter sich und zwei Tage weniger zum Ausruhen hat, sehen Sie das als Vorteil für Ihre Mannschaft?

Es könnte einer sein, ob es tatsächlich so wird, bleibt abzuwarten. Denn andererseits haben die Voerder das Flair eines Entscheidungsspiels vor großer Kulisse am Dienstag ja schon kennengelernt, was ihnen zugute kommen könnte. Ich sehe uns nicht als Favorit.

Viele Fußballfreunde und so genannte „Experten“ hatten Ihre Mannschaft vor dieser Saison zum haushohen Favoriten erklärt. Hat das Team mit 80 Punkten aus 28 Spielen ohne Niederlage und 137:14 Toren nicht nur seine Pflicht erfüllt?

Keineswegs. Man muss die Ausgangslage sehen: Nach der souveränen Staffel-Meisterschaft in der vergangenen Saison wurde der erhoffte Aufstieg in der Relegation binnen einer Woche verspielt. Das führte zu einer großen Depression. Elf Spieler meldeten sich ab, darunter acht Stammkräfte. So etwas muss man erst mal wegstecken. Wir haben das geschafft, aber es war alles andere als ein Selbstläufer. Diese Saison war schwerer als die vorige, mit der Mannschaft aus der Saison 2013/14 wären wir jetzt nicht Meister geworden.

Warum nicht?

Zum einen, weil wir in der abgelaufenen Serie noch mehr gefordert worden sind als im Spieljahr zuvor, zum anderen, weil die aktuelle Mannschaft charakterlich stärker ist. Für die Truppe, die wir jetzt haben, lege ich meine Hand ins Feuer. Es reicht nicht aus, gute Spieler zu holen, es muss auch vom Gefüge her passen. Und das tut es.

Zuletzt gab es einige Ausfälle. Wie komplett wird das Gefüge am Samstag sein?

Die meisten Spieler, die zuletzt wegen Sperren oder Verletzungen fehlten, stehen wieder zur Verfügung. Serdar Demirel, unser bester Torschütze, hat seine Sprunggelenkverletzung noch nicht ganz auskuriert. Er will aber dabei sein, wird sich tapen lassen, um dann auf der Bank Platz zu nehmen.

Vor einem Jahr ist der SSV Hagen in den Entscheidungsspielen an Schwarz-Weiß Breckerfeld gescheitert, das dann als Bezirksligist bis zum vorletzten Spieltag Chancen auf den Landesliga-Aufstieg hatte. Was sagen Sie dazu?

Es hat sich gezeigt, dass wir gegen eine guten Gegner verloren haben, der in der Bezirksliga wenig verändert antrat und trotzdem eine sehr gute Rolle gespielt hat. Wenn wir den Aufstieg geschafft hätten, hätten wir mit unserer jetzigen Mannschaft in der Bezirksliga mindestens Relegations-Rang zwei erreicht. Aber das ist hypothetisch. Was zählt, ist, dass wir an den nächsten beiden Samstagen unsere tatsächlichen Stärken abrufen.