Tri-Team Hagen prescht zum Jubiläum auf Rang zwei vor

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Knapp 600 Teilnehmer gingen beim 25. Hagener Triathlon an den Start, besonders erfolgreich war das einzige Team der Gastgeber: Im Oberliga-Rennen schob sich das Tri-Team Hagen II auf Rang zwei vor.

Hagen..  „Vorsicht an der Kante!“ Christian Benz steht an einem neuralgischen Punkt vor dem Eingang ins Hengstey-Bad. Aus Bathey kommen die Radfahrer mit hohem Tempo bergab in Richtung Wechselzone, von der Seite kreuzen Zuschauer. Spaziergänger und Teilnehmer folgender Rennen den Weg. Doch es läuft alles glatt beim 25. Hagener Sparda-Triathlon, nur einige eilends abgestreifte Radschuhe muss Streckenposten Benz, gleichzeitig Pressesprecher von Gastgeber Tri-Team Hagen, einsammeln und für die Athleten zurücklegen. Knapp 600 Teilnehmer starten beim Jubiläumsrennen, dabei setzen auch heimische Akteure Akzente: Das Hagener Oberliga-Team, gerade in die dritthöchste Klasse aufgestiegen, kämpft sich auf bekannter Strecke auf einen starken Rang zwei vor.

Dass die Hagener den avisierten Treppchenplatz schaffen, ist schon vor dem Wechsel auf die finale Laufstrecke abzusehen. „Super CD“, feuert Benz Tri-Team-Starter Carl-Daniel Mittelbach an, der als Erster seines Oberliga-Durchgangs vom Rad springt, und kommentiert: „Der hat richtig gut Dampf gemacht.“ Knapp 40 Minuten später bestätigt sich diese Einschätzung, als Zweiter seines Rennens hinter dem Lüdenscheider Rene Dörmbach kommt Mittelbach ins Ziel, 2:06,20 Stunden hat er für 1000 m Schwimmen, 40 km auf dem Rad und die abschließenden 10 km Laufen entlang des Hengsteysee-Ufers benötigt. Das bedeutet insgesamt Rang vier, im ersten Rennen sind der in Hagen trainierende Gesamtsieger Sven Imhoff (2:01,07), der mit dem Tri-Team Mönchengladbach auch die Teamwertung gewinnt, und Christian Härtel (Hamm, 2:03,30) schneller.

„Ich bin nicht so der Super-Läufer, aber als guter Radfahrer kam mir die Strecke entgegen“, ist Mittelbach, sonst im Zweitliga-Team der Gastgeber aktiv, im Zielbereich zufrieden. Der Kurs, der viermal zur Hohensyburg hinaufführt, sei selektiver als die üblichen Radstrecken im Flachland. „Platz drei haben wir uns vorgenommen, das müssten wir geschafft haben“, hofft Mittelbach, denn auch die Teamkollegen landen im Vorderfeld. Florian Winterstein kommt als Zwölfter (2;11,50) kurz vor Yannik Hillebrand (14. in 2:12,27) und René Pohlmann (31. in 2:15,43) an, der Breckerfelder „Ironman“ Florian Hanakam landet im Trikot des RC Lüdenscheid auf Platz 20 (2:13,27). Und für das Hagener Tri-Team springt zu den Klängen von „Highway to hell“ diesmal sogar Rang zwei hinter Mönchengladbach heraus. „Die sind höllisch gut unterwegs“, lobt Streckensprecher Kay Selen.

Während die Ligenstarter ins Ziel kommen, bereitet sich Hartmut Krause auf seinen Wettkampf erst vor. Der 56-Jährige von den „Krautboys Hagen“ kommt im T-Shirt vom allerersten Hagener Triathlon aus dem Jahr 1989, ist als einziger Ausdauersport-Enthusiast bei allen 25 Rennen dabei gewesen. Auch den zwischenzeitlichen Duathlon, als das Hengsteybad renoviert wurde, habe er mitgemacht. „Ich bin extra nie ins Tri-Team eingetreten, weil die Regel galt, dass die aus dem Gastgeber-Verein nicht antreten dürfen“, sagt er. Die interne Stadtmeister-Wertung beim Volkstriathlon hätte er gern mal gewonnen, mehr als Platz zwei und drei sprangen aber nicht heraus. Auch diesmal kommt er zwar in guten 1:23,30 Minuten als Zweiter seiner Altersklasse M55 nach 500 m Schwimmen, 20 km Radfahren und 5 km Laufen ins Ziel. Doch drei A-Jugendliche des Tri-Teams sind in der Hagener Wertung schneller.

„Das ist eine richtig große Sportveranstaltung geworden“, sagt Krause, bedauert indes: „Das Familiäre fehlt ein bisschen.“ Der Mai-Termin sei für Gelegenheitssportler ungünstiger als die früher übliche Austragung Ende August, von seinem früheren Freundeskreis mit bis zu zehn Startern sei keiner übrig geblieben. Aber der Pionier des Hagener Triathlons fügt auch hinzu: „Es war wie immer hervorragend organisiert.“ Wozu diesmal etwa 90 Klubmitglieder und Freunde beitragen. Von den Verkäuferinnen mit Blumenketten im hawaiianisch anmutenden „Cafe Kona“ über die Bahnenzähler am Schwimmbecken bis zu den Motorradfahrern, die als Chauffeure etwa des Arztes dienen. Und dem Pressesprecher, der an der Stolperkante auch als Streckenposten fungiert.