„Tolle Veranstaltung für Zuschauer und Aktive“

Ralf Kriegel ließ die Deutsche Meisterschaft noch einmal Revue passieren.
Ralf Kriegel ließ die Deutsche Meisterschaft noch einmal Revue passieren.
Foto: Michael Schuh

Hohenlimburg..  Ralf Kriegel wirkte beim gestrigen Termin an der Kanustrecke deutlich entspannter als die beiden Tage zuvor. In Ruhe konnte der Veranstaltungsleiter der Deutschen Nachwuchs-Meisterschaft im Kanuslalom die Regatta Revue passieren lassen – ohne pausenlos von A nach B zu hasten. „Ich habe einen Schrittzähler an meinem Handy. Der gab am Samstag die Zahl 28 000 an“, gewährte Kriegel einen ungefähren Einblick, wie viel Arbeit solch ein Wettbewerb mit über 250 Sportlern mit sich bringt.

Doch all die Strapazen haben sich gelohnt – dieses Fazit ist aus Kriegels Worten deutlich herauszuhören. „Die Zuschauer haben die Veranstaltung sehr gut angenommen“, erläutert der 52-Jährige, ohne dabei konkrete Zahlen nennen zu können, denn der Eintritt zum Wildwasserpark war ja frei.

Überdurchschnittlicher Besuch

Dass es sich aber um einen weit überdurchschnittlichen Besuch handelte, verdeutlichen die Verkaufszahlen am Imbissstand. „Die Leute haben uns schon am Samstag leer gegessen, sodass wir am Sonntag Nachschub holen mussten. Das war deutlich mehr als bei vergleichbaren Wettkämpfen in der Vergangenheit.“ In Zahlen bedeutet das: 170 Kilo Pommes frites, fast 1000 Würstchen und 450 Steaks vertilgten die Gäste – Salattaschen, Joghurt und Co. nicht mitgerechnet. Hinzu kommt die Verpflegung für die vielen Kampfrichter und DLRG-Mitglieder, die sich über ein spezielles Catering freuen durften.

Die neue Strecke sei fast ausschließlich auf positive Resonanz gestoßen, vor allem der deutlich höhere Wasserdruck und die attraktiven Stufen fanden bei den Sportlern großen Anklang. „Und wenn es Kritik gab, dann stets auf hohem Niveau“, weiß Kriegel. Die Verbesserungsvorschläge hätten sich vornehmlich auf die Kehrwasser im unteren Streckenbereich bezogen, die sich als etwas eng erwiesen. Wenn möglich, sollen die Einbuchtungen noch im kommenden Jahr verbreitert werden. „Doch das sind im Grunde Kleinigkeiten“, lässt sich der Hohenlimburger davor nicht Bange machen.

Organisatorisch sei zumindest nach außen hin alles optimal verlaufen: „Für Zuschauer und Aktive war das eine tolle Veranstaltung.“ Intern habe es aufgrund der dünnen Personaldecke ein paar Problemchen bei den Auswertungsbögen gegeben. 30 Kampfrichter entlang der Strecke füllen diese Wettkampfzettel fortlaufend aus; mit ebensolcher Regelmäßigkeit müssen die Bögen eingesammelt und ausgewertet werden, um die Ergebnisse zeitnah am Schwarzen Brett zu veröffentlichen. „Dafür rennen Helfer alle fünf Minuten die Strecke rauf und runter“, erläutert Kriegel, der dann und wann auch mal mit dem Fahrrad im Wildwasserpark unterwegs war.

Tag der offenen Tür

„Wir verlangen bei unseren Wettbewerben einen sehr hohen Standard“, begründet Kriegel, seines Zeichens 2. KCH-Vorsitzender und Mitarbeiter des Hagener Servicezentrums Sport in Personalunion, den großen Aufwand vor, während und nach solch einer Regatta. So sei die Videowand ein Hohenlimburger Alleinstellungsmerkmal für Wettbewerbe dieser Größe; zudem habe man mit Eckehard Weist und dem olympia-erfahrenen Peter Grube zwei professionelle Sprecher engagiert. „Sie schaffen es, die Spannung rüberzubringen und das Publikum mitzunehmen.“

Gerne hätte der KCH einen seiner drei teilnehmenden Aktiven im Finale gesehen, doch daraus wurde nichts. „Die Abstände zur absoluten Spitze sind zwar ziemlich gering,“ sagt der Veranstaltungsleiter, „aber bei der Jugend befinden wir uns momentan in einem kleinen Tal.“ Um dem entgegenzuwirken, bietet der Kanu-Club am kommenden Samstag von 10 bis 16 Uhr einen Tag der offenen Tür an der Lenne an. Dabei kann jeder Interessierte kostenlos sein Talent am Paddel testen. „Nur schwimmen muss man können.“

Bis zu den German Masters am 10. Oktober geht es im Wildwasserpark zunächst etwas ruhiger zu. Im Hintergrund beginnen die Arbeiten aber schon Wochen vor der Meisterschaft – für Kriegel ebenso wie für den Catering-Experten Dieter Eckert und den KCH-Vorsitzenden Siegfried Schulte. „Was die beiden in den vergangenen Wochen geleistet haben, geht auf keine Kuhhaut“, weiß Kriegel. „Aber diesen Anspruch stellen wir auch an uns.“

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