Tischtennisturnier verbindet Nationen

Wetter..  Dass Sport verbindet, war im ausklingenden Jahr etwa bei der Fußball-Weltmeisterschaft zu beobachten. Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern der Welt waren nach Brasilien gekommen, um mit ihrer Mannschaft, anderen Fans und der einheimischen Bevölkerung zu feiern. Doch nicht nur Breitensportarten wie Fußball schaffen es, Grenzen zu überwinden. Auch Tischtennis, in Deutschland nach wie vor eher eine Nischensportart, hat ein zusammenführendes Element.

Bei der 54. Ausgabe des Tischtennis-Turniers um den „Pokal der Stadt Wetter“ war das Phänomen dieser Tage zu beobachten. „Ganz Nordrhein-Westfalen ist dabei“, freut sich Frank Melerra, 1. Vorsitzender des Veranstalters, den Tischtennisfreunden Wetter/Herdecke.

Die wohl weiteste Anreise zur Sporthalle des Geschwister-Scholl-Gymnasiums aber hatte Cengiz Akdagli. Der 53-Jährige kommt aus Istanbul. „Toll, dass wir sogar einen Gastspieler aus der Türkei dabei haben“, freut sich Melerra.

Akdagli spricht zwar kein Deutsch, aber er hat einen Übersetzer, seinen guten Freund Cem Yaygiu, dabei. Gemeinsam sprechen sie über Tischtennis - ihren Lieblingssport. „Wir haben uns mal bei der Senioren-Europameisterschaft in Bremen kennengelernt“, erzählt Yaygiu, der aus Düsseldorf nach Wetter gekommen ist. Seitdem sind sie Freunde - trotz der knapp 2500 Kilometer Entfernung zwischen ihren Wohnorten. Wegen des Tischtennis’. Auch Yaygiu ist zum ersten Mal beim Turnier der Tischtennisfreunde in der Ruhrstadt dabei. Ihm und seinem türkischen Freund gefällt das Turnier.

„Cengiz findet es bewundernswert, dass so viele Teilnehmer bei einem regionalen Turnier an den Start gehen“, übersetzt Yaygiu. „Das ist er aus Istanbul nicht gewohnt.“ Wegen der großen Teilnehmerzahl nehme er besonders gerne an deutschen Turnieren teil. Auf dem Trikot von Cengiz Akdagli prangt die Buchstabenfolge VMTD, die Abkürzung für seinen Tischtennisverein in der bevölkerungsreichsten Stadt der Türkei.

„Danke“ ist eines der Worte, die Cengiz Akdagli auf Deutsch beherrscht, und das benutzt er oft. Denn er möchte sich bei Frank Melerra für die „unbürokratische Aufnahme“ bei dem Turnier bedanken; dafür, dass er „einfach so“ mitmachen durfte. „Im Gegenzug lädt er alle Tischtennisfreunde aus Wetter nach Istanbul ein“, übersetzt Yaygiu schmunzelnd weiter.

„Da sehen wir wieder, dass Sport verbindet“, sagt Melerra. Gemeinsamkeiten zwischen Tischtennis in Deutschland und der Türkei gibt es auch: „Wir hatten 66 Voranmeldungen und schließlich ein Teilnehmerfeld von über 100 Leuten, das ist aber immer so“, sagt Melerra. Und als Yaygiu das seinem Freund übersetzt, nickt dieser zustimmend - das sei bei den Turnieren in der Türkei auch immer so.

„Zwischen den Jahren liegt das vor allem am Wetter. Wenn das schön ist, unternehmen viele etwas mit ihrer Familie. Aber wenn es so ist wie heute“, sagt Melerra und meint den Schneematsch vor der Tür, „dann packen eben viele doch noch ihre Sporttasche und kommen hierher.“

Dass die großen sportlichen Erfolge für die Heimteams aus Wetter und Herdecke bei der 54. Ausgabe des Turniers ausgeblieben sind, sei nicht weiter schlimm, findet Melerra. Stattdessen ging der Wanderpokal nach Wanne-Eickel. Jens Faber von DSC Wanne Eickel sicherte sich den Pokal in der mit knapp 60 Spielern gut besuchten Klasse Herren A. Zweiter Sieger wurde Lucas Erhard von Sport Union Velbert, auf dem dritten Platz landeten Timo Treichel vom TT Team Bochum und Florian Bartnik vom TTC Herne Vöde.