Tanzen wie Rihanna und Beyoncé

Hip Hop-Workshop für Schüler der Friedrich-Harkort-Schule. Auch die 15-jährige Amelie Brede war dabei (rechts, im Vordergrund).
Hip Hop-Workshop für Schüler der Friedrich-Harkort-Schule. Auch die 15-jährige Amelie Brede war dabei (rechts, im Vordergrund).
Foto: Valentin Dornis
Was wir bereits wissen
Ein Weltmeister im Hip Hop trainiert mit Schülern komplizierte Choreographien. Auf dem Programm stehen die Bühnentänze echter Weltstars.

Herdecke..  Laut dröhnt der eingängige Beat aus der Anlage. Trainer Mark Gerowski zählt kurz ein, und die Gruppe tanzt gemeinsam die ersten Schritte. Einen ganz neuen Tanz wolle er heute mit der Gruppe einstudieren, in nur einer Stunde, hatte er angekündigt – zum Abschied. Denn diese Hip-Hop-Tanzstunde ist die letzte für dieses Schuljahr. Zehn Wochen lang hat der Tanztrainer den Schülerinnen und Schülern der Friedrich-Harkort-Schule (FHS) das Hip-Hop-Tanzen im Stil der schweißtreibenden Bühnenshows von Stars wie Rihanna oder Beyoncé beigebracht.

TSV stellt Keller zur Verfügung

Für die Tanzstunden konnte die Gruppe auch das Vereinsheim des TSV 1863 Herdecke am Bleichstein nutzen. Der Raum im unteren Geschoss ist mit einer Spiegelwand ausgestattet und damit ideal zum Tanzen. Schließlich hat der 33-jährige Gerowski auch einiges zu vermitteln, ist er doch schon Welt- und Europameister im Hip Hop gewesen und hat außerdem 14 nationale Titel gesammelt. Aber auch wenn Gerowski vom Wettkampfsport kommt, zu viel Drill und Ehrgeiz sollte es auf keinen Fall geben bei dem Projekt in Herdecke: „Ich möchte vor allem den Spaß am Tanzen vermitteln. Über Hip Hop kann man gut einsteigen, auch wenn man vorher keine Tanz-Erfahrung gemacht hat“, sagt er.

Nicht nur Anfänger konnten viel von dem Profi lernen. Die 15-jährige Amelie Brede fing schon in der Grundschule an, unter anderem Hip Hop und Jazz Dance zu tanzen. „Aber Mark hat mir noch einige neue Schritte und Bewegungen beibringen können“, sagt sie. Der Spaß habe zwar immer im Vordergrund gestanden – „aber er fordert auch Einsatz von uns“, betont sie.

Deutlicher Mädchen-Überschuss

Bis zu 20 Schülerinnen und anfangs auch Schülern brachte Gerowski erste Schritte und schließlich ganze Choreographien bei. Warum sich die Jungs nach den ersten Terminen wieder verabschiedeten? Gerowski hat eine Vermutung: „In dem Alter, so um die 15 Jahre, haben Mädchen oft weniger Scheu, sich zur Musik zu bewegen. Bei Jungs ist das schon etwas schwieriger.“ Und anscheindend nicht nur im jugendlichen Alter: Auch Sportlehrer Philipp Schindler, der über die Sporthelfer-Ausbildung am Tanzkurs beteiligt war, zierte sich anfangs. Als seine Schülerinnen beim letzten Termin erneut versuchen, ihn zu überreden, hat er ein Einsehen. Nach wenigen Minuten stellt er fest: „Das geht ja sogar ganz gut.“

Genau solche Einsichten hoffte Trainer Mark Gerowski mit seinem Tanzkurs zu vermitteln. „Oft scheint der Einstieg nicht leicht, wenn man noch nie getanzt hat oder vielleicht auch nicht so sportlich ist. Aber das ist nur ein Vorurteil“, ist er überzeugt. Deshalb sei die Arbeit mit Schülerinnen und Schülern so wichtig – wenn am Ende einer Tanzstunde eine ganze Choreographie einstudiert sei, merke jeder: Tanzen ist nicht nur etwas für Profis.