SV Boele-Kabel und SG Boelerheide in Fusionsgesprächen

Die Bezirkssportanlage Helfe wird von 2500 bis 3000 überwiegend jungen Sportlern genutzt. Dass die rote Asche in absehbarer Zeit einem Kunstgrün weicht, ist das Ziel der Kicker im Einzugsgebiet der Sportstätte.Foto:Michael Kleinrensing
Die Bezirkssportanlage Helfe wird von 2500 bis 3000 überwiegend jungen Sportlern genutzt. Dass die rote Asche in absehbarer Zeit einem Kunstgrün weicht, ist das Ziel der Kicker im Einzugsgebiet der Sportstätte.Foto:Michael Kleinrensing
Foto: WP Michael Kleinrensing

Hagen..  Im Hagener Fußball-Norden tut sich etwas: Die Traditionsvereine SV Boele-Kabel und SG Boelerheide haben Fusionsgespräche aufgenommen. In ein, zwei Monaten hoffen die Verantwortlichen beider Klubs so weit zu sein, ihren Mitgliedern das ausgearbeitete Modell zu Abstimmung vorlegen zu können. Das Ziel lautet, in die Fußballsaison 2016/17 vereint unter einem Dach zu starten.

Gemeinsam ist man stärker - davon sind die Offiziellen beider Vereine fest überzeugt. „Bei uns herrscht im Vorstand Einigkeit darüber, dass ein Zusammengehen der richtige Weg wäre, um die Zukunft zu meistern“, sagt Ulrich Schulz, Geschäftsführer von Boele-Kabel und Mitglied der Fußball-Kreisspruchkammer. Ähnlich sehen es die Boelerheider. „Wir könnten Synergieeffekte nutzen“, glaubt SBG-Vorsitzender Stefan Breimhorst. Und - das ist die große Triebfeder - die Chancen, in absehbarer Zeit einen Kunstrasenplatz im Einzugsgebiet beider Klubs zu bekommen, würden steigen. „Ob dieser dann in der Bezirkssportanlage Helfe oder der Kampfbahn Boelerheide errichtet würde, wäre zweitrangig“, so Breimhorst. „Wichtig ist, dass einer kommt. Sonst kann man keinen Nachwuchs mehr generieren, die Kinder laufen zu anderen Vereinen weg.“

Dass gerade die Sportanlage Helfe einen Kunstrasenplatz verdient hätte, wenn es nach der Zahl der Nutzer ginge, ist im Sportausschuss der Stadt Hagen schon mehrfach thematisiert worden. Zuletzt bei der jüngsten Zusammenkunft vor zwei Wochen. Neben den Boeler Vereinskickern wird die Anlage von drei Schulen genutzt. „Hier sind 2500 bis 3000 Kinder aktiv“, berichtete der Fußball-Kreisvorsitzende Peter Alexander.

Ein Platz könnte wegfallen

Dem stehen andere Zahlen gegenüber, die eine Realisierung schwierig machen. Weil nicht nur die weiche Aschenplatzdecke umgerüstet werden müsste, sondern auch der Tribünenbereich sanierungsbedürftig ist, stehen Kosten von zwei Millionen Euro im Raum. Deutlich mehr, als für einen Kunstrasen in Dahl und auf dem Tennenplatz der Hasper Bezirkssportanlage veranschlagt werden. Die beiden letztgenannten Objekte stehen zudem seit längerer Zeit auf der vom Sportausschuss abgesegneten Prioritätenliste - und damit vor der Bezirkssportanlage Helfe. Diese Reihenfolge ergab sich, weil der erste Kunstrasen für den Hagener Norden nach Vorhalle vergeben wurde.

Die Verantwortlichen der beiden fusionsinteressierten Klubs SV Boele-Kabel und SG Boelerheide schreckt das nicht ab. „Wenn wir so weiter wurschteln wie bisher, stirbt der eine Verein früher und der andere später“, sieht SBG-Chef Stefan Breimhorst keine Alternative zur Bündelung der Kräfte.

„Da es auch um den Schulsport geht, könnte man zur Realisierung eines Kunstrasens in Helfe ja auch Mittel aus der Schulpauschale heranziehen“, daran denkt Fußball-Kreisvorsitzender Peter Alexander, selbst Mitglied von Boele-Kabel.

Sollten Boelerheide und Boele-Kabel sich zusammenschließen, könnte zudem ein Platz aufgegeben und möglicherweise in Bauland umgewandelt werden. Die SGB nutzt in der Kampfbahn an der Kapellenstraße einen Naturrasen- und einen Aschenplatz, in der Bezirkssportanlage Helfe gibt es zwei Tennenplätze.

Im Hagener Nordosten hat sich die Fusion der Vereine SV Berchum und FC Garenfeld als Erfolgsgeschichte erwiesen. Der SC Berchum/Garenfeld, der im Jahr 2009 aus der Taufe gehoben wurde, kickt seit 2010 im Garenfelder Waldstadion auf Kunstrasen, ist heute eine fest Größe in der Fußball-Bezirksliga 6 und hat keine Nachwuchssorgen. Ein Modell, das für die Verantwortlichen von SV Boele-Kabel und der SG Boelerheide beispielhaft sein könnte.

Dreiviertelmehrheit jeweils erforderlich

Die SV Boele-Kabel, deren 1. Mannschaft in der Kreisliga A Platz zehn belegt, zählt rund 250 Mitglieder, die SG Boelerheide, die mehrere Abteilungen hat, insgesamt mehr als 300.

Beide Vereine brauchen, um eine Fusion einzugehen, eine Dreiviertelmehrheit der Mitglieder. Voraussichtlich noch im Mai sollen außerordentliche Versammlungen stattfinden.