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Strafprozess gegen Bosna-Spieler wird zu einem Mammutverfahren

10.10.2012 | 20:22 Uhr
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Hagen. Der Strafprozess wegen Körperverletzung gegen Bosna-Hagen-Spieler Salajdin T. (37), der auf äußerst rabiate Art einem Ordner und Kicker vom TSV Dahl den rechten Ringfinger siebenfach gebrochen hat, entwickelt sich zum Mammutverfahren: Nachdem gestern sechs Zeugen vernommen wurden, müssen am 23. Oktober (13 Uhr, Saal 33) noch fünf weitere Zeugen vor dem Amtsgericht aufmarschieren.

Zur Erinnerung: Beim Topspiel der Fußball-Kreisliga B1 zwischen Spitzenreiter FC Bosna Hagen und dem Tabellenzweiten TSV Dahl war es am 6. November vergangenen Jahres zu Übergriffen und Tumulten auf dem Spielfeld gekommen. Die Begegnung stand 2:0 für die Volmetaler, als sich in der 80. Minute Bosna-Akteur Haris Behlo bei einem Kopfballduell eine Platzwunde zuzog.

Daraufhin eskalierte die Situation. Zuschauer rannten aufs Spielfeld, Schiedsrichter Dieter Preuß (72) wurde derweil vom Bosna-Trainer angegangen. Der Referee musste ihn zweimal auffordern: „Lassen Sie die Hände weg, fassen Sie mich nicht an!“ Er brach daraufhin in der 85. Minute die Begegnung ab und wurde – geschützt von zwei Ordnern – vom Platz geführt.

Bosna-Spieler Salajdin T. geriet außer sich. Der wütende Kosovare, der den Eindruck eines gut durchtrainierten Kraftsportlers macht, versuchte zunächst Dahl-Player Sebastian Keding (26) eine Kopfnuss zu verpassen. Der konnte ausweichen und wurde an der Lippe getroffen. „Ich war völlig geschockt“, gestand Keding im Zeugenstand.

TSV-Mann Patrick Moll (36), mit Ordnerbinde am Arm, versuchte den aufgebrachten Bosna-Spieler („er war auf 180“) zu beschwichtigen. Der doch der „griff unvermittelt meine Finger und verdrehte sie so stark, dass ich vor Schmerzen in die Knie ging“, so Moll. Aufgrund der schmerzhaften Fingerquetschung konnte er seinen Beruf als Tischler zwei Wochen lang nicht ausüben.

Besonders schlimm traf es anschließend Mario Berger (31). Mit den Worten „das geht ohne Polizei, das klären wir jetzt“ hätte der völlig aggressive Angeklagte sein Trikothemd hochgezogen. Dann griff er nach Mario Bergers rechter Hand und brach diesem mit einem deutlichen hörbaren Knacken den Ringfinger. Der Dahl-Spieler ging vor Schmerzen zu Boden.

„Sie wissen schon, was Sie gemacht haben?“, fragte Amtsrichter Albrecht Bogumil den Angeklagten, „Sie haben jemanden schwer verletzt.“ Salajdin T. verteidigte sich: „Ich habe aus Notwehr gehandelt.“

„Alle Aussagen in der Akte lassen darauf schließen, dass überhaupt keine Notwehrlage vorlag“, hielt ihm der Richter entgegen. „Doch“, so Salajdin T., „denn ich wurde brutal beleidigt. Die haben verbale Ausdrücke gegen mich benutzt.“ Der Richter schüttelte den Kopf: „Das soll der Grund dafür sein, dass man siebenmal einen Finger bricht?“

Die Spruchkammer hatte nach dem üblen Vorfall eine milde Spielsperre von sechs Monaten verhängt. Salajdin T. hat nun fünf Entlastungszeugen benannt, die seine angebliche Notwehrlage bestätigen sollen.

Helmut Ullrich

Kommentare
11.10.2012
06:22
Strafprozess gegen Bosna-Spieler wird zu einem Mammutverfahren
von BentMuhlena | #1

Notwehr??? Haha soll das ein Witz sein.Das der Typ nur sechs Monate Sperre bekommen hat ist ein Witz.
2 Jahre in Bau und gut ist.

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Strafprozess gegen Bosna-Spieler wird zu einem Mammutverfahren
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2012-10-10 20:22
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