SSV/HSV Hagen soll in Rot-Blau-Weiß angreifen

In Rot-Blau-Weiß soll der angestrebte Fusionsverein SSV/HSV Hagen ab der Saison 2016/17 kicken. Im Freundschaftsspiel beider Erstvertretungen im Februar (links Nikolas Külpmann) dominierten diese Farben schon.Foto:Michael Kleinrensing
In Rot-Blau-Weiß soll der angestrebte Fusionsverein SSV/HSV Hagen ab der Saison 2016/17 kicken. Im Freundschaftsspiel beider Erstvertretungen im Februar (links Nikolas Külpmann) dominierten diese Farben schon.Foto:Michael Kleinrensing
Foto: WP Michael Kleinrensing

Hagen..  Der 9. Juli 2015 wird ein ganz wichtiger Tag für den Hagener Fußball. Vielleicht ein entscheidender. Am Abend dieses Donnerstags sollen die Mitglieder des Fußball-Landesligisten Hasper SV darüber entscheiden, ob eine Fusion mit dem SSV Hagen zustande kommt.

„Keiner, der ein Herz für den Fußball hat, sollte sich dieser Fusion entgegenstellen“, warb HSV-Vorsitzender Harald Kröner gestern noch einmal für den von beiden Vereinsvorständen einhellig favorisierten Zusammenschluss. Nur durch die Bündelung der Kräfte könne der Hagener Fußball nach oben kommen, unterstrich der SSV-Vorsitzende Ömür Turhan. Die Verantwortlichen beider Traditionsklubs hatten zu einer Informationsveranstaltung ins Vereinshaus St. Bonifatius geladen. Die Resonanz ließ allerdings zu wünschen übrig.

Ganze 15 Fußballfreunde, inklusive des Kreisvorsitzenden Peter Alexander, fanden sich im großen Tagungsraum (Kröner: „Wir haben für 90 Personen eingedeckt“) ein. Dabei ist die Thematik für die Offiziellen beider Klubs von essenzieller Bedeutung: „Wir haben unseren Etat in den letzten drei Jahren stetig zurückgefahren“, daran erinnerte der HSV-Chef, „jetzt sind wir an einer Grenze, unter der man Landesligafußball nicht spielen kann.“

Dass der Klassenerhalt am vergangenen Sonntag durch den 3:2-Erfolg gegen Hedefspor Hattingen geschafft wurde, sei zum großen Teil das Verdienst von Werner Boss, so Kröner. Der neue Trainer kam in der Winterpause und holte mit dem HSV-Team bei einem Torverhältnis von 33:12 in 13 Spielen 22 Punkte. Der SSV Hagen will am Sonntag in Dahl die Kreisliga-A-Meisterschaft perfekt machen und an den beiden Samstagen danach in den Entscheidungsspielen gegen den Ersten der Staffel A2 (BW Voerde oder VfB Schwelm) den Bezirksligaaufstieg schaffen. Nächste Saison werden beide Vereine auf jeden Fall noch getrennt spielen, weil die Frist für eine Fusion zur Saison 2015/16 (1. Mai) nach der Wahl des neuen SSV-Vorstands im April zu knapp war.

Untätig waren die Verantwortlichen von HSV und SSV in den letzten Wochen aber nicht. „Wir haben uns jeden Montag getroffen“, berichtete Ömür Turhan gestern. Der Name des angestrebten Großvereins (SSV/HSV Hagen) ist ebenso besprochen wie die Klubfarben (rot-blau-weiß). Auch im künftigen Wappen sollen sich beide Klubs wiederfinden. Unter Einbeziehung der Öffentlichkeit soll das neue Logo kreiert werden.

Spielort der 1. Mannschaft soll das Ischelandstadion sein, die Zweitvertretung soll in der Hasper Bezirkssportanlage kicken. Für die „Erste“ lautet das erklärte Ziel „Oberliga“, eine Bezirksligareserve soll mittelfristig aus jungen hungrigen Talenten bestehen. Eine Kreisliga A- und eine B-Liga-Mannschaft sollen den weiteren Senioren-Unterbau bilden, ab der C-Jugend soll sich auch der Nachwuchsbereich leistungsmäßig nach oben orientieren. „Hier sind wir in letzter Zeit stark abgesackt“. so Kröner.

„Kein Selbstläufer, aber einfacher“

Schon jetzt, glaubt Ömür Turhan, beim SSV aktuell auch noch A-Liga-Trainer, wären die Kader beider Erstvertretungen - wenn man sie mischt - stark genug, in der Landesliga um den Aufstieg zu spielen und mit der „Zweiten“ nicht aus der Bezirksliga abzusteigen. „Ob wir den Weg schaffen, weiß ich nicht. Aber es ist der richtige Weg“, hofft der SSV-Vorsitzende auf eine gemeinsame Zukunft. HSV-Kollege Harald Kröner stimmt voll zu: „Es wird kein Selbstläufer, aber es wird einfacher.“

Dreiviertelmehrheit bei beiden Klubs erforderlich

Sowohl der HSV als auch der SSV brauchen für die Absegnung einer Fusion die Dreiviertelmehrheit jener stimmberechtigten Mitglieder, die bei der außerordentlichen Versammlung anwesend sind. Der SSV hat noch keinen Termin anberaumt, Ömer Turhan sieht aber in seinen Reihen „keinen, der dagegen ist.“