SSV Hagen und Hasper SV planen Fußball-Fusion

Zuletzt standen sich die Teams des Hasper SV (rechts NIcolas Külpmann) und des SSV Hagen im Februar in einem Testspiel gegenüber. Der HSV siegte mit 1:0. Demnächst will man unter einem gemeisamen Dach kicken.
Zuletzt standen sich die Teams des Hasper SV (rechts NIcolas Külpmann) und des SSV Hagen im Februar in einem Testspiel gegenüber. Der HSV siegte mit 1:0. Demnächst will man unter einem gemeisamen Dach kicken.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
Jetzt wird es ernst. Die Fußballer des Hasper SV und des SSV Hagen streben eine Fusion an. Sie soll zur Saison 2016/17 wirksam werden.

Hagen.. Eine Fusion zwischen den Traditionsvereinen Hasper SV und dem SSV Hagen soll zur Saison 2016/17 wirksam werden. Ein Zusammenschluss schon für die kommende Spielzeit soll zeitlich nicht mehr zu realisieren sein. Dessen ungeachtet wollen die beiden Traditions-Fußballklubs bereits in der nächsten Spielzeit eng zusammenarbeiten, um nach Möglichkeit ein Team in die Westfalenliga zu bringen.

Treffen zwischen SSV-Vorstand und HSV-Verantwortlichen

Vor einer Woche haben die SSV-Kicker einen neuen Seniorenvorstand gewählt. Er besteht aus dem 1. Vorsitzenden Ömür Turhan, zurzeit auch noch Trainer der 1. Mannschaft, den 2. Vorsitzenden Waldemar Stange und Fidan Ibishi sowie Schatzmeister Vedat Yavuz. Die neue Führung des Klubs mit dem Adler im Wappen bekam jetzt Besuch von den Hasper Kollegen. Das waren HSV-Vorsitzender Harald Kröner, Kassenwart Harald Kleemann, Geschäftsführer Wilfried Dautzenroth und Beirat Jürgen Breuking. Nach der Zusammenkunft waren sich alle Verantwortlichen einig: „Wir wollen die Fusion auf den Weg bringen!“

Dazu ist die Zustimmung der Mitglieder nötig. Beide Vereine brauchen bei außerordentlichen Versammlungen, die einberufen werden sollen, eine Dreiviertelmehrheit der stimmberechtigten Anwesenden. Der SSV Hagen benötigt zudem die Zustimmung des SSV-Hauptvereins. Die Delegierten der anderen Abteilungen, von Gewichtheben bis Radsport, werden zusammenkommen und müssen ihr Einverständnis geben. Waldemar Stange, Fußball-Vize und 1. Vorsitzender des Hauptvereins, glaubt, dass ein Okay der anderen Sparten Formsache ist: „Eine Fußball-Fusion hat auf deren Belange ja keine Auswirkung.“

Meldeschluss ist der 1. Mai

Am liebsten würden die Fußball-Verantwortlichen beider Klubs die Fusion schon zur Spielzeit 2015/16 realisieren. Aber das geht nicht mehr. Beim Fußball-Verband ist für solche Vorhaben am 1. Mai „Meldeschluss“. Da Mitgliederversammlungen in der Regel einen mindestens zweiwöchigen Vorlauf brauchen, klappt es für die nächste Saison mit dem formellen Zusammengehen nicht.

Eng zusammenarbeiten will man allerdings schon. Um den größtmöglichen Erfolg einheimsen zu können. Wenn die abstiegsgefährdete Hasper Landesliga-Mannschaft den Klassenerhalt schafft, soll sie für die Saison 2015/16 auch mit SSV-Hilfe so stark gemacht werden, dass sie um den Westfalenliga-Aufstieg mitspielen kann.

Erste Mannschaft soll im Ischelandstadion spielen

Sollten die Schützlinge von Trainer Werner Boss in die Bezirksliga absteigen, dann könnte das Team, das „aufgerüstet“ wird, die SSV-Mannschaft sein - vorausgesetzt der aktuelle Kreisliga-A-Spitzenreiter schafft im zweiten Anlauf den Aufstieg. Vergangene Saison scheiterte man in den Entscheidungsspielen an Schwarz-Weiß Breckerfeld, Meister der Kreisliga A2. In diesem Jahr wird entweder BW Voerde oder der VfB Schwelm der Gegner sein - wenn die SSVer Staffelmeister werden, was ja auch noch nicht sicher ist.

Sicher ist, dass - sofern die getroffenen Absprachen umgesetzt werden - die erste Mannschaft des Fusionvereins, der wohl SSV/HSV Hagen heißen wird, im Ischelandstadion spielen wird. Die Zweitvertretung, wohl ein Bezirksliga-Team, soll auf dem Hasper Kunstrasen kicken, der im Sommer erneuert wird.

Ganz attraktive Bezirksliga

„Die Bezirksliga 6 mit den vielen heimischen Vereinen ist aktuell eine ganz attraktive Spielklasse“, sagt HSV-Chef Harald Kröner mit Blick auf potenzielle Gegner wie Hagen 11, Berchum-Garenfeld, TSG Herdecke, SW Breckerfeld, TuS Wengern oder FSV Gevelsberg.

Mal abwarten, wie die Staffel im August 2016 aussieht. Und ob es diesmal tatsächlich etwas wird mit der Fußball-Ehe SSV/HSV.

Kommentar zur möglichen Fusion: SSV/HSV Hagen wäre ein Signal

Der fußball-affine Kollege aus der Stadtredaktion ist interessiert und gleichzeitig ein bisschen skeptisch: „Wo habe ich das bloß schon mal gehört?“, lautet die rhetorische Frage, als die Rede auf die geplante Fußball-Fusion von Hasper SV und SSV Hagen kommt.

In der Tat: Es ist nicht das erste Mal, dass die beiden Traditionsvereine von Volme und Ennepe einen Zusammenschluss in Angriff nehmen. Bisher waren die Anläufe nie von Erfolg gekrönt.

Dass es diesmal anders wird, kann man sich als heimischer Fußballfreund nur wünschen. Eine Alternative zur Bündelung der Kräfte gibt es nicht, wenn Fußball-Hagen die um zwei Spielklassen enteilte Konkurrenz aus Sprockhövel und Ennepetal einholen will. Kleine Gemeinden verglichen mit Hagen, aber Metropolen im Fußball-Kreis 13. Es wird Zeit, dies zu ändern.

Ein SSV/HSV Hagen wäre ein Signal, dass die Umverteilung der Kräfte anläuft. Schwierig genug wird es auch zu zweit. Aber nicht ganz hoffnungslos.