SSV Hagen sieht sich auf Naturrasen benachteiligt

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Hagen..  Die Bilanz ist beeindruckend: 29 Pflichtspiele haben die Fußballer des SSV Hagen in der zu Ende gehenden Saison gegen A-Kreisligisten bisher bestritten, bei 27 Siegen und zwei Remis blieb man ungeschlagen. Und schaffte - den 1:0-Sieg im ersten Relegationsspiel gegen Blau-Weiß Voerde inbegriffen - ein Torverhältnis von 138:14. Endet auch Partie Nummer 30 ohne Niederlage, ist der Bezirksliga-Aufstieg perfekt, wobei ein Remis nicht das Ziel des Höing-Teams ist. „Wir werden wieder auf Sieg spielen“, kündigt SSV-Trainer Ömür Turhan vor dem Saisonfinale am Samstag um 16 Uhr gegen die Voerder an.

Gespielt wird - vor wohl noch größerer Kulisse als vor Wochenfrist in Silschede - im Hohenlimburger Kirchenbergstadion auf Naturrasen, was den Hagenern gar nicht gefällt. „Das ist Wettbewerbsverzerrung“, schimpft Turhan, „hier wird eine Mannschaft klar bevorteilt.“ Sein Team habe in dieser Saison nie auf Rasen gespielt, begründet der SSV-Coach und Vorsitzende, die Voerder dagegen seien diesen Untergrund von ihrer Heimspielstätte gewöhnt. „Und auf Naturrasen wird ganz anderer Fußball gespielt als auf Kunstrasen“, sagt Turhan, „das ist für uns eine Riesen-Umstellung.“ Immerhin konnte er mit seinem Team in diesen Tagen zur Gewöhnung dreimal im Ischelandstadion trainieren. Das Argument, dafür sei im ersten Spiel in Silschede auf Kunstgrün gespielt worden, lässt Turhan nicht gelten. In der Kreisliga A2 habe Voerde bei Auswärtsspielen auch auf diesem Untergrund häufig gekickt.

Beim SSV hätte man deshalb lieber auf dem Kunstrasen am Kirchenberg gespielt und dafür auch eine geringere Zuschauerzahl in Kauf genommen. Kreis-Chef Peter Alexander hat diesem Vorschlag beim Ortstermin mit Turhan und dem Blau-Weiß-Vorsitzenden Olaf Steinhaus aber eine Absage erteilt. Aus Sicherheitsgründen und angesichts der mehr als 1000 erwarteten Zuschauer mache die Austragung im Stadion mit großer Tribüne Sinn. Nur für den Fall, dass der Rasen unbespielbar sein sollte, ist der Kunstrasen Ausweichplatz. Einen Heimvorteil für den Klub aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis sieht Turhan in dieser Platzwahl: „In diesem Jahr trifft es den SSV, im nächsten vielleicht Fortuna.“

Den Rückenwind des 1:0-Sieges im Rücken will der SSV natürlich gleichwohl nutzen. „Wir werden auch im Stadion gewinnen“, ist Turhan überzeugt, auch wenn ihm mit Domenico Stumpo (Hochzeit) eine Stammkraft fehlt und der angeschlagene Angreifer Serdar Demirel allenfalls von der Bank kommen kann. „Die Mannschaft, die Risiko gehen muss, sind nicht wir“, weiß der Coach und hofft auf Räume für seine Schützlinge: „Ich gehe davon aus, dass Voerde direkt Gas geben wird und ausgleichen will.“ In der Tat haben sich die Blau-Weißen, die mit dem 0:1 gegen den SSV ihre erste Saisonniederlage schon hinter sich haben, einen aktiveren Auftritt als in der ersten Halbzeit von Silschede vorgenommen. „Wir brauchen ein perfektes Spiel“, sagt Trainer Lars Möske: „Ich denke, das werden wir auch abliefern.“ Klar ist, dass am Samstag die Entscheidung über den Aufstieg fällt. In den regulären 90 Minuten oder - bei einem Voerder Sieg mit einem Tor Unterschied - nach Verlängerung und möglicherweise Elfmeterschießen.