Sportplatz ist marode

Wetter..  In einem waren sich die Mitglieder des Sportausschusses einig: Eigentlich sollte kein Schüler auf dem Sportplatz Oberwengern trainieren. Kaputte Tribünen, Löcher auf der Laufbahn, marode Balken vor den Sprunggruben machen die Anlage zu einem Sicherheitsrisiko. Die Schulleiterin des benachbarten Geschwister-Scholl-Gymnasiums, Ursula Zimmer, brachte es vor den Augen der Ausschussmitglieder auf den Punkt: „Es muss etwas passieren. Denn wir brauchen den Platz.“

Die Politiker hatten die Schulleiterin extra zu der Ausschusssitzung eingeladen. Sie sollte bei einer Platzbegehung und in einem Vortrag die Mängel aufzeigen und erklären, was aus Sicht des Gymnasiums geschehen soll. „Die Laufbahn und der Platz müssen saniert, die Sprunganlage erneuert und die Kugelsoßanlage instandgesetzt werden“, lautete das Fazit von Ursula Zimmer.

Denn die Mängel am Platz sind erheblich. Die Laufbahn gleicht teilweise einer Buckelpiste. „Ein Schüler hat sich in einem tiefen Loch, das mittlerweile aber zugeschüttet ist, sogar die Bänder gerissen“, erklärte Zimmer. Die wackligen Tribünen dürfen die Nachwuchssportler erst gar nicht betreten. Und die Absprungblöcke sind teilweise viel zu weit von der Sprunggrube entfernt. „Junge Schüler können gar nicht so weit springen“, sagte Ursula Zimmer. Hinzu kommen Scherben, weitere Löcher und Müll.

Wunsch nach kleiner Lösung

Doch wie soll die Stadt mit dem in die Jahre gekommenen Tennenplatz umgehen? Seit rund 20 Jahren wird dieser praktisch sich selbst überlassen. Die vielen Pflanzen, die im Mauerwerk der grauen Tribüne wachsen, zeugen davon, dass die Natur sich das Gelände zurückerobert. „Wenn wir das ändern und den Platz wieder pflegen, kostet das etwa 15 000 Euro pro Jahr“, erklärte Dietrich Thier von der Stadt Wetter den Ausschussmitgliedern. Es muss Geld investiert werden — so viel ist klar. „Wir wollen ja nur eine Minimum-Lösung“, erklärte Ursula Zimmer.

Rund 840 Schüler besuchen das wettersche Gymnasium. Diese lernen nicht nur Mathematikformeln und die korrekte Rechtschreibung, sondern sie laufen, springen und werfen auch in circa 4000 Sportstunden pro Schuljahr. 850 davon finden im Außenbereich statt. Für das Leichtathletik-Training müssen die Lehrer mit ihren Schülern momentan nur ein paar Meter zurücklegen. Schon stehen sie auf dem Sportplatz Oberwengern. Gerade für den Sportleistungskurs des Gymnasiums ein echter Vorteil. „Wenn wir dem Lehrplan folgen, und unseren Schülern ausreichend Bewegung bieten, benötigen wir einen Sportplatz“, sagte Zimmer und rechnete vor: „Sollten wir die Anlage nicht mehr nutzen können, müssten unsere Schüler immer mit einem Bus auf den Harkortberg fahren. Auch das kostet Geld.“

Pflege reißt Loch in Etat

Die Mitglieder des Sportausschusses stimmten der Schulleiterin nach ihrem Vortrag zu. Der Tenor: Es soll etwas passieren. Spontan wollten sich die einzelnen Fraktionen aber nicht dazu entschließen, in die Pflege des Platzes zu investieren. Schließlich würde die notwendige Summe ein Loch in den Sparhaushalt reißen. Die Stadt und die Schule sollen bis zur nächsten Sitzung des Sportausschusses eine genaue Liste erstellen, was getan werden muss, und wie teuer diese Maßnahmen werden. Die geplanten Bundesjugendspiele des Gymnasiums am 2. Juni dieses Jahres fallen derweil aus. Hunderte Schüler, die sich auf dem Platz tummeln, dieses Sicherheitsrisiko soll nicht eingegangen werden.