Schon als Säugling ein echter Werder-Fan

Felix Bauer, Handballer bei der HSG Hohenlimburg, ist seit Kindesbeinen Fan von Werder Bremen.
Felix Bauer, Handballer bei der HSG Hohenlimburg, ist seit Kindesbeinen Fan von Werder Bremen.
Foto: Michael Schuh

Hohenlimburg..  Im Grunde genommen konnte sich Felix Bauer seinen Lieblingsverein in der Fußball-Bundesliga gar nicht selbst aussuchen. Denn schon 1993, Klein-Felix war gerade wenige Monate alt, trug er ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Werder Bremen – Deutscher Meister“. Eher unwahrscheinlich, dass die Auswahl dieses Kleidungsstücks damals auf seinem Mist gewachsen ist.

„Das hat alles meine Tante Jutta in die Wege geleitet“, erzählt der heute 22-jährige Handballer der HSG Hohenlimburg, „denn die lebt in Bremen und ist seit Urzeiten Werder-Fan.“ Die Besuche der Familie Bauer an der Weser nutzte die Tante eiskalt aus, um den jüngsten Bauer-Spross auf ihre Seite zu ziehen. Mit Erfolg. „Das erste Spiel habe ich als Fünfjähriger im Bremer Stadion gesehen. Das war ein 0:0 gegen Stuttgart“, erinnert sich Bauer vage. Um nach einer kurzen Pause grinsend hinzuzufügen: „Da bin ich aber auf Papas Schoß eingeschlafen.“

Dreikampf im Hause Bauer

Apropos: Vater Peter Bauer, früher selbst ein begnadeter Techniker auf dem Fußballplatz, hat mit Werder Bremen nichts zu tun – er ist vielmehr Anhänger des FC Schalke 04. Und auch Mutter Beate, die lange Jahre Handball unter anderem bei der heimischen HSG spielte, drückt einem anderen Verein die Daumen: dem FC Bayern . Wenn alle drei favorisierten Teams zur selben Zeit
spielen, steht laut Felix jedoch fest, welche Partie im Hause Bauer bei Sky geguckt wird: „Dann läuft hier Bremen – und erst an zweiter Stelle Schalke. Bayern muss sich ganz hinten anstellen.“

Bereits als Sechsjähriger wurde Felix Bauer Mitglied beim SV Werder und erhält seitdem jeden Monat das Vereinsmagazin. Allerdings sind nicht alle Artikel auf ihn zugeschnitten, gibt er mit einem Schuss Ironie zu: „Ganz besonders interessiert mich natürlich die Tischtennis-Abteilung. Gähn.“

Einen echten Fußball-Fan stört es übrigens nicht sonderlich, dass die Spielstätte seines Lieblingsvereins gut 250 Kilometer entfernt liegt. Wenn die Bremer in der hiesigen Region ihre Visitenkarte abgeben, ist der Hohenlimburger oft ebenfalls im Stadion – egal, ob in Dortmund, Gelsenkirchen oder Mönchengladbach. Aber auch nach Hamburg, München und London hat Bauer sein Team schon begleitet. Und sogar eine Meisterfeier durfte er als Elfjähriger live miterleben, damals, 2004 in Rostock. „Da hat Werder am letzten Spieltag zwar 1:3 verloren, aber das war nicht so wichtig. Hauptsache Meister.“

Verein beweist Durchhaltevermögen

Obwohl seit dem letzten Titelgewinn einige Liter Wasser die Weser hinuntergeflossen sind, nennt Bauer wie aus der Pistole geschossen einen Grund, warum er dem SV Werder auch in weniger erfolgreichen Zeiten die Treue hält: „Der Verein beweist wirklich Durchhaltevermögen. Aus den finanziellen Möglichkeiten macht man dort schon ‘ne Menge – zumal Werder den Stadionausbau selbst finanziert.“ Und was ein echter Fan ist, der hat natürlich auch seinen Lieblingsspieler. Aus der derzeitigen Mannschaft sei Fin Bartels „ganz okay“, findet Bauer. Doch als er einen anderen Namen nennt, beginnen seine Augen zu glänzen: „Johan Micoud war ein Großer. Der hat was ausgestrahlt. Le Chef eben.“

Für die kommende Saison rechnet der Hohenlimburger erneut mit einem Mittelfeldplatz seines Teams. „In den nächsten fünf Jahren dürfte die Euroleague aber ein- oder zweimal drin sein. Dann kann man schön nach Bulgarien reisen.“

Und wie sieht es in naher Zukunft mit einer neuerlichen Meisterschaft aus? Da muss selbst der eingefleischte Fan lachen: „Eher nicht.“ Werder-Anhänger scheint zumindest eine gewisse Realitätsnähe auszuzeichnen.