„Relegation ist für Fußball-Kreis Hagen ein Highlight“

Foto: Mustafa Balci

Hagen..  Es ist die neunthöchste Spielklasse - und es ist der Höhepunkt im Hagener Fußballjahr. Zumindest die Kulisse wird größer sein als bei allen anderen Pflichtspielen der zu Ende gehenden Saison, wenn am Samstag um 18 Uhr im Silscheder Waldstadion SSV Hagen und Blau-Weiß Voerde im ersten Relegations-Spiel aufeinandertreffen. Mehr als 2000 Besucher strömten vor Jahresfrist zu den beiden Spielen, als erstmals die beiden Kreisliga-Meister um den Bezirksliga-Aufstieg spielen mussten. Die WP sprach mit dem Kreisvorsitzenden Peter Alexander über das Scheitern von Hagen 11 in der Landesliga-Relegation, die Rahmenbedingungen für die Kreisliga-Entscheidungsspiele und die Möglichkeiten einer eingleisigen Kreisliga A.

Herr Alexander, Sie waren am Donnerstag in Hamm beim ersten Landesliga-Aufstiegsspiel von Hagen 11. Woran sind die Elfer, die spielerisch eigentlich besser waren, aus Ihrer Sicht gegen den SC Münster gescheitert?

Peter Alexander: Was nützen 70 bis 80 Prozent Ballbesitz, wenn man nicht konsequent Richtung Tor spielt. Münster hat einfacher und klarer gespielt und die Tore gemacht. Aber schon der SC Obersprockhövel und der FC Wetter wurden in den letzten Jahren zunächst Bezirksliga-Zweiter und sind in der Saison darauf jeweils als Meister aufgestiegen. Ich hoffe, dass die Elfer im nächsten Jahr folgen.

In Hamm waren nur gut 200 Zuschauer, tags zuvor bei einem Kreisliga-Entscheidungsspiel waren es 1800. Auch in Hagen zieht die Kreisliga-Relegation weit mehr. Was erwarten Sie in Silschede und eine Woche später in Hohenlimburg?

Schon beim Entscheidungsspiel in Wetter um den Titel in der Kreisligga A2 waren 900 Zuschauer. Auch in Silschede gehen wir mindestens von dieser Besucherzahl aus. Der SSV ist immer zuschauerstark, und Voerde ist auch nicht ohne, für das Spiel in Hohenlimburg haben die schon Fan-Busse geordert. Für den Kreis ist das auf jeden Fall ein Highlight. Daran sieht man, wie viele Leute hier mal auf eine höherklassige Mannschaft warten.

Sind der Fußball-Kreis und die Gastgeber für einen solchen Andrang gerüstet?

Am Dienstag haben wir das intensiv besprochen. Das Spiel beginnt ja extra um 18 Uhr, damit die aus Hagen kommenden Zuschauer nicht durch den Hasper Kirmeszug behindert werden. Parkplätze der angrenzenden Firmen sind ausreichend vorhanden, Ordner und Einweiser auch. Die Restauration wird besser als zuletzt in Wetter sein, da ist der FC Silschede fit. Beide Kassen werden ab 16 Uhr geöffnet sein.

Silschede ist bereits zum zweiten Mal Gastgeber beim Relegationsspiel. Warum?

Wir haben das ausgeschrieben, Silschede war aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis der einzige Interessent. Ennepetal und Gevelsberg mit dem Stadion Stefansbachtal haben wegen mangelnder Parkmöglichkeiten abgesagt. Gern hätten wir ein Stadion mit Tribüne, das ist im EN-Kreis schwierig. In Hagen wäre das Ischelandstadion ideal gewesen, wenn der SSV nicht beteiligt wäre. Auch Haspe hätte gut gepasst, aber da hat schon der Pokal-Finaltag stattgefunden. Deshalb also Hohenlimburg, wo in der nächsten Woche auf Rasen gespielt wird. und wenn es fünf Tage in Folge regnet, steht noch der Kunstrasen daneben zur Verfügung.

Warum wird nicht mit Hin- und Rückspiel bei den beteiligten Klubs gespielt?

Zum einen müssen Entscheidungsspiele auf neutralem Platz stattfinden. Außerdem müssten wir sonst auch Klubs mit kleinen Aschenplätzen, kaum Parkraum und nicht durchführbaren Sicherheitsvorkehrungen berücksichtigen, wenn sie Meister werden. Vor zwei Jahren etwa wäre fastAl Seddiq Hagen Erster geworden. Dann hätten wir auf der Dahmsheide spielen müssen. Das wäre gar nicht gegangen, da hätten die Zuschauer ja auf dem Platz gestanden.

Häufig wird kritisiert, der Meister müsse nach einer langen Saison auch direkt aufsteigen und der Aufstieg nicht durch zwei Entscheidungsspiele entschieden werden. Können Sie das nachvollziehen?

Ich persönlich hätte auch gerne nur eine A-Kreisliga, dann ginge das. Aber die Vereine haben anders entschieden. Man muss die kleineren Klubs verstehen, wenn bei einer Zusammenlegung in jeder Staffel acht absteigen müssen, wäre das auch nicht so schön. Aber jeder Verein kann auf dem nächsten Staffeltag einen Antrag auf eine eingleisige Kreisliga A stellen, dann kann für die übernächste Saison darüber abgestimmt werden. Wenn wir übrigens zwei spielende Mannschaften mehr hätten, würden wir den Kreis Gelsenkirchen überflügeln und hätten wenigstens einen halben Bezirksliga-Aufsteiger mehr. Das heißt, der Verlierer der Relegation hätte noch eine weitere Chance.