Reichel-Elf muss nach vorne schauen

Peter Rosenblatt (grünes Trikot)
Peter Rosenblatt (grünes Trikot)
Foto: WP

Hohenlimburg..  Vor einer Woche kassierte Fußball-Landesligist VfL Bad Berleburg eine 0:6-Klatsche bei Borussia Dröschede. Für den Aufsteiger die höchste Niederlage seit 2007. Am vergangenen Sonntag schickte die Elf von Trainer Andreas Edelmann den heimischen SV Hohenlimburg 1910 mit 4:2 nach Hause. Verrückte Fußballwelt? Ursachenforschung ist angesagt.

Zum einen besannen sich die Berleburger wieder auf alte Tugenden, wie man sie oft in der Hinrunde bei ihnen begutachten konnte. Sie lieferten ein enormes Laufpensum ab. „Bis zur Halbzeit war das ein Wahnsinnstempo“, freute sich Coach Andreas Edelmann. „Die erste halbe Stunde war mit das Beste, was wir gespielt haben, seit ich hier Trainer bin.“

Zehner nicht auf der Höhe

Punkt zwei – und das muss man auch deutlich sagen – waren die Zehner in den ersten 45 Minuten nicht auf der Höhe. Es passierte das, was SV 1910-Cheftrainer Roman Reichel vermeiden wollte. Ein frühes Gegentor. „Wir haben dem Gegner viel zu viel Platz gelassen“, räumte der Coach ein. Wie auch in der Vorwoche gegen Hünsborn musste der Coach nach einer guten halben Stunde schon Veränderungen vornehmen. Gegen Hünsborn haben die Maßnahmen gefruchtet, an diesem Tag nicht.

Nicht vergessen werden darf jedoch, dass beim SV 1910 mit Kai Forin und Saffet Davulcu zwei wichtige Spieler ausgefallen sind, die nicht so einfach zu ersetzen sind. „Da ist dann doch der Unterschied in der Qualität zu sehen“, so Roman Reichel.

Ganz anders beim VfL Bad Berleburg, die seit langer Zeit mal wieder fast in Bestbesetzung antreten durften. Mehrere verletzte bzw. gesperrte Spieler kehrten wieder in den Kader zurück, unter anderem auch der dreifache Torschütze Johannes Hackenbracht. Die Tore fielen mit Ausnahme des Treffers von Peter Rosenblatt – auch der fehlte in der Vorwoche gegen Dröschede – nach sehenswerten Kombinationen. Das 0:3 aus Sicht des SV 1910 fiel nach einem Eckstoß.

Das Spiel hätte nach der Pause noch kippen können, die Platzherren hatten etwas Glück, dass nur Amin Ahakham und Michel Amaral in den zweiten 45 Minuten trafen. „Aber einen 0:4-Rückstand zur Pause kannst du nur schwer wieder aufholen“, so SV 1910-Coach Roman Reichel.

Nichtsdestotrotz heißt es bei den Zehnern jetzt „Mund abputzen und weitermachen“. Der Rückstand auf den zweiten Platz beträgt vier Zähler, die durchaus noch aufzuholen sind. „Andere Teams haben auch Probleme, wie man am Wochenende bei den Ergebnissen ja gesehen hat“, gibt auch Roman Reichel die Hoffnung noch nicht auf.

Die Vizemeisterschaft könnte der Schlüssel zu einem Relegationsspiel zum Aufstieg in die Westfalenliga sein. „Es wäre fatal, wenn wir diese Chance auslassen würden“, befand auch SV 1910-Co-Trainer Rainer Beckert.