Ratingen ist mit Eintracht-Tempo überfordert

Foto: WP Michael Kleinrensing

Hagen..  Im Fernduell mit dem Spitzenreiter legte Handball-Drittligist VfL Eintracht Hagen beeindruckend vor. Und holte sich Schwung für das Gastspiel des Tabellenführers TuS Ferndorf in zwei Wochen an gleicher Stelle. Dann wird das Team von Trainer Lars Hepp am Ischeland vor weit größerer Kulisse deutlich mehr gefordert sein als gestern Abend beim lockeren 37:17 (19:7)-Sieg gegen die ersatzgeschwächte und deutlich überforderte SG Ratingen. „Meine Mannschaft hat das von der ersten bis zur letzten Minute konsequent durchgezogen“, durfte Hepp nach dem höchsten Saisonsieg zufrieden sein.

Zwölf Minuten, immerhin, dauerte es, bis Richard Ratka zur ersten Auszeit bat. Mit 9:3 durch den Treffer von Jens-Peter Reinarz führten da die Gastgeber bereits, hatten ihre Tore meist nach dem gleichen Schema erzielt: Die aufmerksame VfL-Abwehr ließ den Ratingern kaum Lücken, was doch durchkam, parierte Almantas Savonis in stoischer Ruhe. Und leitete mit zentimetergenauen Pässen direkt den Gegenstoß ein, den bevorzugt Reinarz oder Marius Kraus verwerteten. Nach der Ansprache von SG-Coach Ratka verbesserten die Ratinger ihre Rückzugbewegung zwar etwas, an den grundsätzlichen Kräfteverhältnissen änderte das aber kaum etwas.

Denn auch im Positionsangriff stellten die flüssig kombinierenden Hagener ihre Gäste vor unlösbare Rätsel, kamen immer wieder aus dem Rückraum zum Erfolg. Und scheiterten sie mal am guten SG-Keeper Mathis Stecken, eilten sie ehrgeizig zurück. So verdiente sich etwa Kraus Szenenapplaus, als er aus dem Rückraum verwarf, Ratingens Florian Schlierkamp bei dessen Tempogegenstoß aber noch einholte und ihm den Ball wegspitzelte (19.). Von 13:6 setzten sich die Gastgeber jetzt bis auf 18:6 (24.) ab, die Frage nach dem Sieger stellte sich schon lange nicht mehr. So verschaffte Hepp früh Reserve-Routinier Alex Katsigiannis die ersten Drittliga-Minuten der Saison.

Nach dem Wechsel änderte sich am Bild wenig, die überforderten Gäste hatten sich früh aufgegeben. Jetzt nutzte der eingewechselte Peer Pütz seine Schnelligkeit, traf fast im Minutentakt. Bei Matthias Aschenbroichs 24:9 (40.) meldete Ratka wieder Gesprächsbedarf an, bat zur nächsten Unterbrechung. „Nützt zwar nichts, aber trotzdem“, meinte er lakonisch. Und in der Tat ließ der VfL in seiner Spielfreude nicht nach, hinten parierte jetzt Max Conzen wie zuvor Savonis. Beim 31:11 durch Simon Ciupinski (49.) war der 20-Tore-Vorsprung erreicht, den höchsten Saisonsieg ließ man sich nicht mehr nehmen. Zu dem auch Katsigiannis per Siebenmeter-Tor kurz vor Schluss noch beitrug. „Wir waren ganz gut drauf“, befand Pütz, der seine acht Treffer sämtlich in Halbzeit zwei erzielte: „Ratingen hatte einige Ausfälle, das haben wir mit Tempospiel ausgenutzt.“ Er allen voran.

VfL Eintracht Hagen: Savonis, Conzen; Pütz (8), Schneider (4), Krause (3), Rink (1), Renninger, Aschenbroich (4), Reinarz (8), Kraus (3), van Walsem (1), Ciupinski (3), Katsigiannis (1/1), Hinkelmann (1).