Premiere bei den Europaspielen in Aserbaidschan

Foto: Ute Freise
Was wir bereits wissen
Der Herdecker Kanute Kai Spenner startet trotz eines vollen Sportkalenders bei den „European Games“. Ziel ist es, sich mit einer guten Leistung für die WM zu empfehlen.

Herdecke/Baku..  Nur zwei Wochen nach dem Weltcup in Kopenhagen steht für den Herdecker Kanuten Kai Spenner mit den „European Games“ ein weiteres internationales Highlight an. Einmal mehr dürfte dieser Wettkampf richtungsweisend für den weiteren Verlauf der Saison sein.

Spenner gehört zu den 265 deutschen Athleten und Athletinnen, die vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) für die Großveranstaltung in Baku/Aserbaidschan vom 12. bis zum 18. Juni nominiert wurden. Die Europäischen Spiele werden in diesem Jahr zum ersten Mal ausgetragen, insgesamt 20 Athleten des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) gehen dort an den Start.

Ungünstiger Termin für Kanuten

Gerade für die Kanuten aber ist der Termin der „European Games“ denkbar ungünstig, liegen doch seit Mitte April schon zwei nationale Sichtungen, die Europameisterschaften und zwei Weltcupregatten hinter der deutschen Flotte. Und eigentlich sollte derzeit die lange Vorbereitungsphase auf die Weltmeisterschaft im August in Mailand beginnen, bei der es dann um die Quotenplätze für die Olympischen Spiele in Rio geht. „Und diese Plätze stehen in diesem Jahr über allem. Die ganze Saison steht unter dem Stern Olympia-Quotenplätze. Da ist in Mailand schon Druck im Kessel“, erklärte Herren-Bundestrainer Arndt Hanisch vor der Abreise nach Baku.

Unter Druck dürfte aber schon in Baku insbesondere ein Boot des DKV stehen, nämlich der Herrenviererkajak mit Kai Spenner, Martin Schubert (Friedrichshafen), Kostja Stroinski (Berlin) und Lukas Reuschenbach (Oberhausen). Denn während andere, schon für die WM qualifizierte Kanuten Baku als eine Durchgangsstation auf dem Weg zur WM sehen können, gilt es für den Vierer, sich erneut zu beweisen und sich mit einer überzeugenden Leistung den Bundestrainern zu empfehlen, auch bei der WM in Mailand zum Einsatz zu kommen.

Keine Nachqualifikation möglich

„Auch wenn es kein optimaler Zeitpunkt ist, nach zwei Weltcups wieder in Top-Form zu sein, müssen wir noch einmal ein starkes Rennen fahren und uns behaupten“, weiß Kai Spenner um die Bedeutung der Rennen in Baku. Zu zeigen, dass man sich auch bei der WM durchsetzen und die Quotenplätze holen kann, ist das Ziel. Denn gerade bei den Viererkajaks steht für die Verbände bei der WM viel auf dem Spiel, denn in dem Großboot gibt es keine Möglichkeit mehr zur Nachqualifikation.

Dass in Aserbaidschan die Situation speziell für den Vierer keine einfache ist, betont auch Bundestrainer Hanisch: „Nach der umfangreichen Wettkampfphase sind alle eigentlich müde. Und gerade die Bewerber um die Viererplätze haben bislang unter Dauerstress gestanden, körperlich wie mental.“

Zwei Tage „Reiseruhe“, wie Hanisch es formulierte, könnten da durchaus zur Regeneration beitragen. Und das, obwohl die Anreise recht beschwerlich war: Nach der Vorbereitung in Kienbaum ging es mit dem Flieger von Berlin über Frankfurt nach Baku und von dort in sechs Stunden Fahrzeit an die 400 Kilometer entfernte Regattastrecke Mingachevir.

„Bislang passt alles, wir sind auf einem guten Weg. Die Stimmung ist super, und wir freuen uns auf diese Herausforderung. Wir werden unser Bestes dafür geben, dass man Vertrauen in uns setzt und wir uns über Baku zur WM nach Mailand fahren können“, blickt nicht nur Kai Spenner den kommenden Tagen erwartungsvoll entgegen.