Phoenix wird wohl kampflos gegen Crailsheim punkten

Die Enervie Arena ist ausverkauft, fünf spielbereite Phoenix-Akteure stehen auf dem Parkett. Nur Gegner Crailsheim fehlt. Martin Erlmann unterrichtet die Anwesenden per Mikrofon darüber, dass die Spielleitung die Partie abgesagt hat. Die Punkte werden mit hoher Wahrscheinlichkeit nach Hagen gehen.
Die Enervie Arena ist ausverkauft, fünf spielbereite Phoenix-Akteure stehen auf dem Parkett. Nur Gegner Crailsheim fehlt. Martin Erlmann unterrichtet die Anwesenden per Mikrofon darüber, dass die Spielleitung die Partie abgesagt hat. Die Punkte werden mit hoher Wahrscheinlichkeit nach Hagen gehen.
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Hagen..  Eine mit 3145 Zuschauern ausverkaufte Halle, beste Stimmung und ein hoch motiviertes Heimteam, das fest entschlossen war, im achten Anlauf endlich den ersten Saison-Heimerfolg zu schaffen. Nur der Gegner fehlte. Weil Basketball-Bundesligist Crailsheim Merlins bei der Anreise nach Westfalen im Stau stecken blieb, fiel das Gastspiel bei Phoenix Hagen am Samstagabend aus. Die Punkte werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den Feuervögeln zugesprochen.

Obwohl der Wintereinbruch nicht überraschend kam, entschied sich der Aufsteiger, erst am Spieltag in Nordwürttemberg loszufahren. Das ging schief. Eine unfallbedingte Vollsperrung der Autobahn hielt den Mannschaftsbus drei Stunden auf, bevor sich die Spieler zu Fuß auf den Weg zurück zur letzten Ausfahrt machten, um mit Minibussen die Fahrt fortzusetzen. Doch angesichts weiterer Verkehrsstörungen zeichnete sich ab, dass ein rechtzeitiges Eintreffen in der Hagener Enervie Arena nicht mehr realisierbar war.

„Rechtzeitig“ heißt eine Stunde nach der festgesetzten Anfangszeit. Spätestens dann muss jede Mannschaft fünf spielbereite Akteure auf dem Feld haben, anderenfalls wird die Partie normalerweise als verloren gewertet. Das wird im vorliegenden Fall wohl geschehen, denn ein Wintereinbruch ist keine „höhere Gewalt“. Aber das letzte Wort hat die Liga (BBL). Deren Spielleitung sagte die Partie zwischen Hagen und Crailsheim, die um 18.30 hätte beginnen sollen, um 19.36 Uhr offiziell ab. Zu diesem Zeitpunkt standen fünf Phoenix-Akteure in Trikots auf dem Feld, die Schiedsrichter waren bereit zur Spielleitung und der Anschreibetisch funktionierte.

Statt ihre Mannschaft auf dem Weg zum ersten sportlichen Saison-Heimerfolg zu unterstützen, durften sich die Fans an 200 Liter Freibier laben, die Phoenix spendierte. Ein kleiner Trost für entgangenes sportliches Spektakel. Ob es für die Tickets eine Rückerstattung gibt, ist offen. „Wir müssen abwarten, wie die BBL entscheidet“, so Phoenix-Geschäftsführer Oliver Herkelmann. „Falls es eine Neuansetzung dieser Partie gibt, was ich aber für unwahrscheinlich halte, behalten die Eintrittskarten Gültigkeit.“

„Wir waren gut vorbereitet und hätten lieber sportlich den ersten Heimsieg geschafft“, sagte Phoenix-Coach Ingo Freyer, als der Spielausfall perfekt war. „So etwas habe ich auch noch nicht erlebt!“