Phoenix Hagen nur zwei Punkte entfernt von Himmel oder Hölle

Auswärtscoup: Phoenix Hagen setzte sich bei den Artland Dragons durch.
Auswärtscoup: Phoenix Hagen setzte sich bei den Artland Dragons durch.
Foto: Jörg Laube
Vor dem Hinrunden-Finale gegen Tübingen ist Phoenix Hagen von Playoff-Platz acht ebenso nur zwei Punkte entfernt wie von Abstiegsrang 17.

Hagen.. Dieser Sieg war enorm wichtig, das zeigten die Ergebnisse zum Jahreswechsel aus den anderen Hallen. Nur dank des überraschenden 85:81-Auswärtscoups bei den Artland Dragons verhinderte Basketball-Bundeslist Phoenix Hagen den erstmaligen Sturz auf die Abstiegsränge. Vor dem Hinrunden-Finale gegen die Walter Tigers Tübingen (Sonntag, 17 Uhr, Enervie Arena) rangieren die Hagener auf Platz 14 nun genau mittig in einem zehn Teams umfassenden Tabellenfeld zwischen Himmel und Hölle. „Nur ein Sieg ist es bis zu Playoff-Platz acht, wir sind aber auch nur zwei Punkte vom Abstiegsrang entfernt - das ist schon krass in dieser Saison“, befand Phoenix-Trainer Ingo Freyer.

Erhebliche Steigerung in der Defensive

Was nicht nur auf die Tabelle zwischen den Plätzen acht (Mitteldeutscher BC) und 17 (Eisbären Bremerhaven) zutrifft, sondern auch auf sein Team. In Quakenbrück bewiesen die Hagener erneut ihre „Auswärtsform“ und die - daheim bisher völlig fehlende - Finisher-Qualität, in engen Spielen die Nerven zu bewahren. Fünf Erfolge in der Fremde bei vornehmlich ambitionierten Kontrahenten hat Phoenix nun vorzuweisen, nur die Meisterschafts-Aspiranten Alba Berlin und Brose Baskets Bamberg schafften mehr. Und das gelang Phoenix mit jeweils nur fünf Importkräften, nach der Nachverpflichtung von Dino Gregory fehlte im Spiel bei den Dragons ja Larry Gordon (Muskelfaserriss). „Die ganze Saison haben wir Probleme mit der kleinen Rotation, trotzdem haben wir schon so viele gute Spiele gegen gute Teams abgeliefert“, sagte Freyer, „das kann kein Zufall sein.“

Auch gegen Tübingen wird Gordon fehlen, umso wichtiger ist Hilfe von Fabian Bleck nach starker Vorstellung in Quakenbrück. Der 21-Jährige legte mit knapp 21 Minuten Einsatzzeit, fünf Punkten und vier Rebounds Saison-Bestwerte auf, gemeinsam mit dem stark verbesserten Todd Brown war die Flügelposition bei Phoenix gut besetzt. „Vor allem in der Defensive hat Fabian schlaue Entscheidungen getroffen“, hob Freyer hervor. Auch Youngster Niklas Geske, der gegen die Dragons-Zonenverteidigung besser zurecht kam als Stamm-Spielmacher Zamal Nixon, verdiente sich Lob. „Er hat sich bemüht, tougher in der Offensive zu sein“, sagte Freyer, während Geschäftsführer Oliver Herkelmann die „durchgängig gute Körpersprache“ imponierte. Die jungen Deutschen trugen bei Phoenix so mehr bei als bei den Dragons die weit renommierteren David McCray, Bastian Doreth, Andreas Seiferth und Guido Grünheid.

Und gerade defensiv zeigte Phoenix eine erhebliche Steigerung gegenüber dem letzten Auftritt in Trier. „Da waren wir zu passiv. Jetzt haben wir ganz anders verteidigt, viel gegen den Aufbau gedoppelt“, befand Herkelmann. Mit der geänderten Defensiv-Strategie soll nun gegen Tübingen endlich der erste Erfolg am Ischeland errungen werden. „Das ist eine erfahrene Mannschaft, die jetzt auch ein paarmal gewonnen hat“, weiß Freyer: „Aber wir müssen es jetzt einfach hinkriegen, auch Heimspiele zu Ende zu bringen.“

Phoenix Hagen Erstattung von Eintrittsgeldern

Nach der Entscheidung der Bundesliga-Spielleitung, das am 29. Dezember ausgefallene Heimspiel gegen die Crailsheim Merlins mit 40:0 für Phoenix zu werten, können die Hagener mit einer Aufwandsentschädigung von 50 000 Euro rechnen. Die Merlins haben noch nicht bekannt gegeben, ob sie gegen die Entscheidung Einspruch beim Schiedsgericht einlegen. „Ich halte ein Wiederholungsspiel für unwahrscheinlich“, sagte Phoenix-Geschäftsführer Herkelmann und betonte: „Wenn das Geld kommt, erstatten wir davon natürlich Eintrittsgelder.“ In welcher Form und mit welchem Prozedere, werde entschieden, wenn angesichts einer möglichen Berufung der Merlins die endgültige Wertung feststehe.