Phoenix hält Druck nur ein Viertel stand
05.02.2012 | 19:48 Uhr 2012-02-05T19:48:00+0100
Würzburg/Hagen.Dem enormen Druck des defensivstärksten Teams der Basketball-Bundesliga hielt Phoenix Hagen nicht lange stand. Mit 76:88 (33:49) unterlagen die Schützlinge von Trainer Ingo Freyer bei den s.Oliver Baskets Würzburg - und kamen dabei nach zwischenzeitlich hohem Rückstand noch einigermaßen glimpflich davon.
Erfolg im Basketball hat nicht nur mit Talent und Einsatz sondern oft auch viel mit der Psyche zu tun. In dieser Beziehung leisteten die Würzburger Basketballer mit aggressiver Ganzfeld-Pressverteidigung über 40 Minuten ganze Arbeit bei ihren Kontrahenten. Denn nach passablem Anfangsviertel zeigte der Dauerdruck bei den Hagener immer mehr Wirkung, Schrittfehler, Ballverluste und Einwürfe direkt zum Gegner häuften sich. „Sie sind mit der Presse in die Köpfe unserer Spieler hineingekommen“, befand Phoenix-Geschäftsführer Oliver Herkelmann, „wir hatten zunehmend Probleme, den Ball geordnet nach vorne zu bekommen und haben dort fast nur noch improvisiert.“
Erstmals hatte Coach Freyer Jordan Hasquet als überzähligen Ausländer auf der Bank gelassen, um mit Edward Seward einen weiteren Center gegen Würzburgs Jason Boone zur Verfügung zu haben. Was sich nicht wirklich auszahlte, da unter dem Brett Adam Constantine als einer der wenigen Hagener stark aufspielte und entsprechend lang auf dem Feld blieb. Und gleichzeitig mit Hasquet ein Akteur fehlte, der - wie im Hinspiel - bei eng gedeckten Aufbauspielern sicher den Ball nach vorn bringen kann.
Phoenix drohte eine Pleite Quakenbrücker Ausmaßes
So gingen die Gäste wie vor Wochenfrist gegen die Artland Dragons nicht einmal in Führung, glichen beim 17:17 (8. Minute) nach vier Freiwürfen in Folge von Brandon Brooks letztmals aus. In der Folge aber pfiffen die Schiedsrichter bei der druckvollen Verteidigung der Würzburger weniger Fouls, häufig kamen die Gäste nun nicht einmal mehr aus der eigenen Hälfte heraus, auch der neue Spielmacher Patrick Sparks vermochte keine Ordnung ins Spiel zu bringen. Zügig setzten sich die Hausherren um die treffsicheren Dreierschützen Ivan Elliott und Ricky Harris nach der Viertelpause (22:19) auf 31:19 (13.) ab und bauten den Vorsprung kontinuierlich aus.
Beim 75:46 kurz nach der letzten Viertelpause drohte Phoenix eine Pleite Quakenbrücker Ausmaßes. Erst im letzten Viertel durften dann auch die Hagener wieder einige Akzente setzen, auch weil Dominik Spohr seine erhöhte Spielzeit gut nutzte. Beim 83:69 durch Constantine knapp drei Minuten vor der Sirene sah sich Würzburgs Coach John Patrick gar zur Auszeit gezwungen, um ein weiteres Aufkommen der Gäste zu verhindern. Das gelang - und auch Ingo Freyer räumte anschließend ein, dass man mit einer Zwölf-Punkte-Niederlage noch gut bedient sein. Der Phoenix-Coach - äußerst unzufrieden mit dem Auftritt seines Teams - gab zu: „Wir hatten letztlich keine Chance.“
Statistik:
s.Oliver Baskets Würzburg - Phoenix Hagen
88:76 (49:33)
s.Oliver Baskets Würzburg: Harris (16, 4/5 Dreier), King (1), Little (2), Jacobson (12), Frazier (15, 12 Rebounds), Kleber (4), Boone (9), Henneberger, Kramer (6), Tomaszek (4), Clay (1). Elliott (18, 4/6 Dreier, 7 Rebounds).
Phoenix Hagen: Rockmann, Brooks (15, 3 Assists), Jonusas (10), Blackwood (10, 2/6 Dreier), Wilkins, Spohr (9, 2/2 Dreier), Carter (8, 0/3 Dreier, 4 Ballverluste), Kruel (3), Constantine (19, 6 Rebounds, 3 Assists), Sparks (2, 0/4 Dreier, 3 Steals), Seward.
Spielviertel: 22:19, 27:14. 24:13, 15:30.
Teamstatistik: 43:45% Wurfquote, 11/26:8/23 Dreier, 19/26:18/23 Freiwürfe, 38:32 Rebounds, 13:19 Ballverluste, 16:13 Assists, 8:8 Steals, 0:2 Blocks. - 3140 Zuschauer.
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