Phoenix erhält 40:0-Sieg und erwartet 50 000 Euro

Auf einen Gegner warteten die Phoenix-Spieler am vergangenen Samstag in der ausverkauften Enervie Arena vergebens.
Auf einen Gegner warteten die Phoenix-Spieler am vergangenen Samstag in der ausverkauften Enervie Arena vergebens.
Foto: WP Michael Kleinrensing

Hagen..  Die Entscheidung überraschte nicht: Das am vergangenen Samstag ausgefallene Basketball-Bundesliga-Spiel zwischen Phoenix Hagen und den Crailsheim Merlins wurde am Dienstag von BBL-Spielleiter Dirk Horstmann mit 2:0 Spielpunkten und 40:0 Korbpunkten für Hagen gewertet. Das Team des Aufsteigers war bei der Anreise auf winterlich glatten Straßen in Staus stecken geblieben und trat deshalb nicht in der Enervie Arena an.

Crailsheim hatte „höhere Gewalt“ für seine Anreiseprobleme geltend gemacht. Dieser Argumentation folgte Horstmann nicht. Ein Stau auf der Autobahn sei kein unvorhersehbares oder unabwendbares Ereignis. Vielmehr müsse heute bei der Anreise mit dem Auto oder dem Bus damit gerechnet werden, dass man in einen Stau gerät. Auch sei das Erliegen des Straßenverkehrs aufgrund von Unfällen nicht unwahrscheinlich und müsse bei einer Reiseplanung berücksichtigt werden.

Die Merlins können gegen die Entscheidung des Spielleiters das BBL-Schiedsgericht anrufen. Die Frist, binnen der sie dies tun können, beträgt eine Woche, es würde eine Gebühr von 1000 Euro fällig.

Ein vergleichsweise geringer Betrag gegenüber jenen 50 000 Euro, die Crailsheim als Entschädigungsleistung an Phoenix Hagen zahlen muss. Dies ist in der Bundesliga-Spielordnung geregelt, wo es in § 17, Absatz 10, heißt: „Hat die Spielleitung . . . auf Spielverlust gegen den Gast entschieden, hat dieser dem Gastgeber auf erstes Anfordern eine sofort fällige pauschalierte Entschädigung von 50 000 Euro netto zu leisten. Damit sind alle Ansprüche zwischen den Spielpartnern erledigt. Den Spielpartnern ist der Nachweis eines geringeren oder höheren Schadens verwehrt.“

Mit der Festlegung dieses stattlichen Pauschalbetrags habe die BBL laut Geschäftsführer Jan Pommer auch den Nebeneffekt erzielen wollen, „dass die Vereine sich bemüßigt fühlen, alles für eine rechtzeitige Anreise zu tun.“