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Orientierungslos in der großen Berliner Arena

14.10.2012 | 21:06 Uhr
Orientierungslos in der großen Berliner Arena
David Bell (links)Foto: Jörg Laube

Berlin. Auf etwas Kräfteverschleiß hatten die Gäste gehofft, das Gegenteil trat ein: Keine 48 Stunden nach dem starken Start in die Euroleague - bei Italiens Meister Siena siegte man 92:82 - nahm Basketball-Bundesligist Alba Berlin den Außenseiter Phoenix Hagen in eigener Halle mit 109:67 (62:36) kräftig auseinander. „So habe ich Alba lange nicht gesehen“, staunte Phoenix-Geschäftsführer Oliver Herkelmann: „Es hat uns nicht geholfen, dass sie am Freitag noch gespielt haben, das hat die Berliner nur beflügelt.“

Es war so wie stets bei der Reise in die Hauptstadt: Daheim kann Phoenix den großen Favoriten regelmäßig ärgern, in der großen Berliner O2-World laufen die Hagener orientierungslos in die Kanterniederlage. Und beließen es die Alba-Teams der letzten Jahre bei um die 30 Punkte Vorsprung, so kannte die Generation Obradovic vor 9346 Zuschauern gar kein Erbarmen. „Die haben einfach nicht aufgehört, auch als wir unsere Nachwuchsspieler auf dem Feld hatten“, sagte Herkelmann, während Berlins Trainer Sasa Obradovic später stolz feststellte: „Wir waren präsent von der ersten bis zur letzten Minute.“

Vielleicht abgesehen von den ersten acht Sekunden. Hagens Center Bernd Kruel - später sogar per Dreier erfolgreich - gewann den Hochball, den ersten Angriff schloss Larry Gordon per Dreier ab. Auch beim 7:8 in der dritten Minute, Gordon hatte fünf weitere Zähler erzielt, führte Phoenix noch. Dann aber ging es ganz schnell. Beim 14:8 durch Deon Thomson (5.) sah sich Hagens Trainer Ingo Freyer schon zur ersten Auszeit genötigt, an der Berliner Überlegenheit änderte sich dadurch nichts. Offensiv nutzten die Gastgeber ihre Überlegenheit unter den Körben und trafen hochprozentig, den Phoenix-Aufbau durch David Bell und Davin White erstickten sie schon im Ansatz. Beim 34:14 ging es in die erste Viertelpause, die Frage nach dem Sieger stellte niemand mehr im weiten Rund.

Mit Kramer und Bleck

Für Phoenix ging es schon jetzt nur noch um Schadensbegrenzung. „Wir haben es mit wechselnden Defensiv-Varianten versucht“, sagte Herkelmann, „aber Alba hat alle relativ humorlos auseinandergenommen.“ Als White die Gäste vom 41:19 auf 41:24 (14.) mal etwas heranbrachte, reagierte Obradovic mit einer Auszeit. Mit der Konsequenz, dass sich die Berliner wieder zügig weiter absetzten. Und da bei den Hagenern einige Leistungsträger nicht ihren besten Tag erwischt hatten, brachte Freyer früh Youngster Max Kramer (17.) ins Spiel. „Wenn bei Berlin alle nicht weit von ihrem Leistungslimit entfernt spielen, wäre für uns selbst in Bestform nichts zu machen“, erkannte Herkelmann die grundsätzlichen Unterschiede: „Ein anderes Tempo, andere Verteidigung, andere Aggressivität, andere Cleverness.“

Daran änderte sich auch nach dem Wechsel nichts, National-Spielmacher Heiko Schaffartzik und seine Teamkollegen kannten weiter kein Pardon. Auch dann nicht, als Freyer in den letzten zwei Minuten mit Fabian Bleck auch den zweiten Doppellizenzler brachte und erstmals eine komplett deutsche Fünf spielen ließ. „Wir hatten gar keine Chance heute“, sagte der Phoenix-Trainer bedauernd: „Alba ist nie nachlässig geworden, so dass wir überhaupt keinen Rhythmus gefunden haben.“

Alba Berlin - Phoenix Hagen 109:67 (62:36)

Avdalovic (4), Schultze (8), Schaffartzik (19, 3 /5 Dreier, 5 Assists), Thompson (14), Fülle (2), Djedovic (17), Miralles (8), Herwig, Wood (11, 4 Assists), Idbihi (17, 6 Rebounds), Morley (9, 4 Assists).

Phoenix Hagen: Bell (9, 3/6 Dreier, 5 Ballverluste), Hess (5, 1/6 Dreier), Bleck, Kruel (6), Wendt (5, 4 Ballverluste), Gordon (10, 2/4 Dreier, 7 Rebounds, 5 Ballverluste), Lodwick (9, 2/4 Dreier, 5 Rebounds), Gregory (4), White (13, 1/6 Dreier), Schoo (6, 5 Rebounds), Kramer.

Spielviertel: 34:14, 28:22, 20:12, 27:19.

Teamstatistik: 63:37 % Wurfquote, 6/15:11/32 Dreier, 21/23:10/15 Freiwürfe, 34:28 Rebounds, 27:17 Assists, 12:22 Ballverluste, 6:5 Ballgewinne, 4:2 Blocks. 9346.

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