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Oldenburgs Auswärts-Allergie würde Phoenix gern nutzen

09.02.2012 | 18:25 Uhr
Oldenburgs Auswärts-Allergie würde Phoenix gern nutzen

Hagen.Reisen unternehmen die EWE Baskets aus Oldenburg gegenwärtig oft, zu ihren Lieblings-Beschäftigungen entwickelt sich dies aber nicht. Die 66:88-Schlappe im Pokal-Viertelfinale in Ulm am Mittwoch war das dritte Auswärtsspiel des ambitionierten Basketball-Bundesligisten in Folge - mit der dritten Niederlage. Bei Phoenix Hagen, am Sonntag um 17 Uhr Gastgeber in der Enervie Arena, hätte man nichts dagegen, wenn dieser Trend auch beim vierten Auftritt in der Fremde anhielte.

An ihren letzten Ausflug nach Hagen dürften die Oldenburger auch nicht die besten Erinnerungen haben. TV-Sender Sport 1 hatte erstmals seine Live-Kameras in der Enervie-Arena aufgebaut, als der deutsche Meister von 2009 am 13. November 2010 hier vorspielte. Und nicht nur Kommentator Michael Körner und Experte Stephan Baeck staunten, wie der hohe Favorit beim Hagener 89:62-Kantersieg vorgeführt wurde. „Da haben die uns total unterschätzt“, erinnert sich Phoenix-Routinier Bernd Kruel, während Coach Ingo Freyer allerdings betont: „Daran denkt heute niemand mehr.“

Gastgeber rechnen sich Chancen aus

Zumal mit Trainer Predrag Krunic, Rickey Paulding und Robin Smeulders nur ein Trio aus dem damaligen Team bei den Oldenburgern noch dabei ist. Dafür stießen namhafte Neuzugänge aus Europas Top-Ligen - etwa Adam Chubb, Milan Majstorovic, Ronald Burrell und Kenny Hasbrouck - und sogar mit NBA-Erfahrung wie Spielmacher Bobby Brown zu den Niedersachsen, die die Erwartungen seither aber nur bedingt erfüllen konnten. „Die ganze Liga hatte gedacht, dass die Oldenburger ganz oben mitspielen würden“, sagt Freyer, „keiner weiß, warum die so oft verloren haben.“ Das geschah bisher vornehmlich auswärts, daheim tritt das Krunic-Team stärker auf und bezwang etwa Phoenix im Hinspiel klar mit 86:70.

Doch am Ischeland rechnen sich die Gastgeber durchaus Chancen aus. „Das ist keine Mannschaft, die so dominant spielt wie zuletzt die Artland Dragons“, hofft Phoenix-Geschäftsführer Oliver Herkelmann auf einen Überraschungs-Coup gegen den Tabellenachten: „Auch wenn da natürlich überragende Einzelspieler sind.“ Wobei er noch vor Topwerfer Bobby Brown Teamkapitän Rickey Paulding nennt, der schon beim Titelgewinn dabei war. „Er ist für mich der Schlüsselspieler“, sagt Herkelmann, „Paulding kümmert am meisten, was mit Oldenburg und dem Trainer passiert.“

Die Gastgeber können voraussichtlich komplett antreten, unter stärkerer Beobachtung steht in der letzten Partie seiner Probevertrags-Zeit sicher Spielmacher Patrick Sparks. Und Freyer muss wieder entscheiden, wen seiner acht Importspieler er draußen lässt. Bisher erwischte es Edward Seward und Jordan Hasquet. Nominell besser besetzt, so der Phoenix-Coach, seien die ambitionierten Gäste mit dem Mindestziel Play-Offs ohnehin. So setzt er auf den Heimvorteil am Ischeland: „Da müssen wir viel mit Emotionen spielen und versuchen, mental stärker zu sein als die Oldenburger.“

Axel Gaiser

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