Nur Lob für Paraden mag VfL-Torwart Savonis nicht

Mit 45 Jahren noch topfit und hoch motiviert: Almantas Savonis will zum Saisonende mit dem VfL Eintracht Hagen den Aufstieg in die 2. Handball-Bundesliga feiern.
Mit 45 Jahren noch topfit und hoch motiviert: Almantas Savonis will zum Saisonende mit dem VfL Eintracht Hagen den Aufstieg in die 2. Handball-Bundesliga feiern.
Foto: WP Michael Kleinrensing

Hagen..  „Ich möchte nicht im Vordergrund stehen. Was allein zählt, ist der Erfolg der Mannschaft.“ Wenn Almantas Savonis diese Worte wählt, dann meint er es ernst. Weshalb Thorsten Barteldrees, Hallensprecher bei den Handball-Drittliga-Spielen des Aufstiegsaspiranten VfL Eintracht Hagen, seine Stimme jetzt des Öfteren schonen kann.

Wenn der Torwart der Heimmannschaft spektakulär hält, und das gleich mehrmals hintereinander, dann ist ihm das lautstarke Lob des Hallensprechers gewiss. „Max Conzeeen!“ schallt es dann beispielsweise durch die Enervie Arena. Schließlich kann jeder gehaltene Ball ein Schritt auf dem Weg zum Titel sein.

Als Almantas Savonis vor zwei Wochen sein Heimdebüt beim VfL Eintracht gab, dabei im Spiel gegen Gladbeck nach der Pause zur Höchstform auflief und den Ball magisch anzuziehen schien, blieb Barteldrees auffällig stumm. „Er hat es mir in der Pause verboten“, begründete der Hallensprecher, warum nicht im Minutentakt ein „Almantas Savooonis!“-Lob durch die Halle tönte. Anlass dazu hätte es beim 31:22-Sieg genug gegeben.

Ob mit oder ohne Ansage - die Verpflichtung des 116-maligen litauischen Nationalkeepers kann für die Grüngelben Gold wert sein. Nach der schweren Verletzung von Stammtorwart Tobias Mahncke, der sich im vergangenen Dezember einen Kreuzbandriss zuzog, musste der VfL Eintracht auf dieser Position noch einmal aktiv werden. Zumal mit Hendrik Halfmann auch ein anderer Drittliga-erfahrener Torwart schon lange verletzt ist. Eintracht-Coach Lars Hepp erinnerte sich an den Oldie Savonis, mit dem er schon als Wermelskirchener Coach erfolgreich zusammengearbeitet hatte. Bis der damalige Drittliga-Spitzenreiter im Winter 2012/13 aus finanziellen Gründen den Spielbetrieb einstellen musste. Lars Hepp heuerte in Hagen an, Almantas Savonis beim Drittliga-Rivalen TV Korschenbroich. Von diesem kam er vor drei Wochen als Mahncke-Ersatz. „Ich möchte gerne mit dem VfL Eintracht den Aufstieg feiern“, sagt der erfahrene Litauer.

Das soll das Ende einer langen Laufbahn werden, die in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts im damals noch sowjetischen Druskininkai begann. Seine Ausbildung zum Klassekeeper erhielt er im Jugendinternat von Granitas Kaunas, nach Bildung einer eigenständigen litauischen Liga sammelte der WM-Teilnehmer von 1997 serienweise Titel. 1998 wechselte er zum SC Magdeburg, weitere Engagements bei deutschen Erst- und Zweiligaklubs sowie im spanischen Saragossa folgten. Am längsten - zehn Jahre - spielte der Familienvater für Düsseldorf, darunter vier Spielzeiten in der ersten Liga. Noch heute wohnt „Alma“, so sein Spitzname, in der Landeshauptstadt.

Obwohl seit Januar 45 Jahre alt, ist Almantas Savonis mit seiner Erfahrung, seiner Auffassung und seiner Einstellung „ein absoluter Glücksgriff“, sagt Lars Hepp. „Er will das hier nicht locker ausklingen lassen, bevor er im Sommer nach Litauen zurückkehrt, sondern er ist immer noch total ehrgeizig.“ Nur Lob mag „Alma“ nicht - er muss diese Zeilen ja nicht lesen.

Für Lukas Tebbe ist die Saison beendet

Ohne Lukas Tebbe und Johannes Sonnenberg geht der VfL Eintracht Hagen am Freitag um 20 Uhr ins Heimspiel gegen die SG Ratingen. Der Rückraumrechte Tebbe muss noch einmal an der Schulter operiert werden und fällt für den Rest der Saison aus. Mittelmann Sonnenberg erlitt im Training eine Knieprellung. Er muss eine Woche pausieren.