Noch zwei Zentimeter fehlen zur Hallen-WM
06.02.2012 | 18:25 Uhr 2012-02-06T18:25:00+0100
Leverkusen/Wetter. Dieser Höhenflug endete erst an der nationalen Spitze: Mit 1,91 m gewann Hochspringerin Nadja Kampschulte nicht nur die westdeutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Leverkusen souverän. Die 19-jährige Wetteranerin führt erstmals nun auch die aktuelle deutsche Frauen-Bestenliste an. Und zur Qualifikation für die Hallen-Weltmeisterschaft in Istanbul fehlen nur noch zwei Zentimeter.
Der Rekordsprung der ein Jahr Jüngeren war Anreiz genug für Nadja Kampschulte. „Es war motivierend, dass Melina Brenner 1,88 m hoch gesprungen ist“, sagte Trainer Hermann Telgenkämper von Kampschultes Heimatverein TGH Wetter, „der richtige Reizpunkt.“ Dass die 18-Jährige aus Wipperfürth in der vorangegangenen U20-Konkurrenz in der Bestenliste mit ihr gleichgezogen hatte, spornte die seit diesem Jahr für den TV Wattenscheid startende Wetteranerin an. Bei 1,74 m in den Wettkampf eingestiegen, leistete sie sich nur bei 1,83 m einen Fehlversuch, hatte mit der persönlichen Bestleistung von 1,89 m den Titel längst gewonnen und schaffte auch die 1,91 m im zweiten Anlauf.
Die WM-Qualifikation muss keine Utopie bleiben
Auch zwei Zentimeter höher hinaus - damit hätte sie die Norm für die Hallen-Weltmeisterschaft in Istanbul (9.-11. März) geschafft - wäre Nadja Kampschulte in sich leerender Halle fast noch gesprungen. „Die drei Versuche über 1,93 m waren gar nicht so schlecht“, befand Telgenkämper, „einmal hat sie nur ganz knapp gerissen. Die WM-Qualifikation muss keine Utopie bleiben.“ Der TGH-Trainer wagte auch einen Blick in die Freiluftsaison und verwies auf die Olympianorm von 1,95 m. „Vier Zentimeter sind schon viel“, räumt er ein, „aber draußen springt man ja auch in der Regel höher.“
Gedanken an London sind für die Athletin selbst dagegen ganz weit weg. „Ich freue mich, aber ich habe das noch nicht ganz verarbeitet“, sagte sie direkt nach ihrem Titelsprung - und sieht sich auch als Führende in der Bestenliste nicht als Favoritin für die deutschen Hallen-Meisterschaften in Karlsruhe (25./26. Februar). Selbst wenn sie in Leverkusen sechs Zentimeter höher gesprungen ist als Ariane Friedrich, WM-Dritte von 2009, tags zuvor in Arnstadt: „Ich werde angreifen und wenn ich meine Leistung bestätigte, werde ich um den Titel mitspringen können.“ Doch auch Telgenkämper ist sicher: „Es ist nur eine Frage der Zeit, dass Ariane Friedrich wieder zwei Meter hoch springt.“
Bronze für Vivian Gregg
Bei Kampschultes Höhenflug nicht ganz mithalten konnte ihre Wattenscheider Teamkollegin Nele Hollmann. Die Hagenerin landete mit 1,74 m auf Rang sechs. Eine Medaille brachte dagegen in der U20 Vivian Gregg vom TSV Hagen 1860 mit. Hinter Melina Brenner (1,88 m) und Laura Voß (Soest, 1,82 m) gewann sie mit 1,73 m Bronze.
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