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Leichtathletik

Nach Reifeprüfung ist EM in Helsinki das Ziel

15.06.2012 | 18:25 Uhr
Nach Reifeprüfung ist EM in Helsinki das Ziel
Bei den deutschen Meisterschaften in der Halle gewann Nadja Kampschulte Bronze, damit wäre sie auch bei den Freiluft-Titelkämpfen sehr zufrieden.

Wetter/Wattenscheid. „Road to London!“ Unter dieses Motto haben die Veranstalter die deutschen Leichtathletik-Meisterschaften am Wochenende in Wattenscheid gestellt, den Weg zu Olympia sollen die nationalen Titelkämpfe für die Top-Asse ebnen. Ein Ziel, von dem Hochspringerin Nadja Kampschulte derzeit ein gehöriges Stück entfernt ist. Die Abiturientin aus Wetter, die seit Jahresbeginn für Gastgeber TV Wattenscheid startet, hat eher die Qualifikation für die vorher stattfindenden Europameisterschaften in Helsinki im Blick.

Gerade rechtzeitig ist der Abiturstress abgefallen von Nadja Kampschulte. Noch am Dienstag absolvierte die 19-Jährige am Geschwister-Scholl-Gymnasium in Wetter die Nachprüfung - und war höchst erfolgreich. „Ein Punkt hatte zum Notenschnitt von 1,3 gefehlt“, sagt sie, eine zusätzliche Eins minus in Mathematik sorgte nun für Abhilfe. Und Kampschulte freut sich: „Jetzt kann ich ganz entspannt in den Wettkampf gehen.“ Denn die Trainingsleistungen zuletzt seien vielversprechend gewesen.

Das sieht auch Bundestrainerin Brigitte Kurschilgen so, die Nadja Kampschulte und der vom TSV Hagen 1860 ebenfalls nach Wattenscheid gewechselten Trainingspartnerin Nele Hollmann Steigerungen zutraut: „Beide hatten in letzter Zeit viel Stress mit dem Studium bzw. Abitur. Doch die letzten beiden Technikeinheiten waren schon wieder ganz gut, so dass Nadja um Bronze springen kann. Und auch bei Nele kann eine neue Saisonbestleistung fallen.“ Die liegt bisher bei 1,78 m.

Nadja Kampschulte hatte im Winter die deutsche Rangliste mit 1,91 m noch etwas überraschend angeführt, dies konnte sie in der Freiluftsaison bisher nicht bestätigen. Drei Wettkämpfe bestritt die Wetteranerin bisher, mit 1,84 m blieb sie dort indes klar unter ihrer Hallenhöhe und ist vor den deutschen Meisterschaften im Lohrheidestadion damit an Position vier gesetzt. Ariane Friedrich (Frankfurt) und Marie-Laurence Jungfleisch (Kornwestheim) führen mit je 1,92 m deutlich. „Wenn es gut läuft, kann ich um Bronze mitspringen“, hofft Kampschulte. Die bisher noch von keiner deutschen Springerin bewältigte Olympia-Norm von 1,95 m hat sie dabei nicht im Blick, eher die B-Norm (1,90 m) für die Europameisterschaften in Helsinki (27. Juni bis 1. Juli). „Drei Springerinnen kann der Verband nominieren“, sieht die Wetteranerin hier eine Chance für sich.

Druck verspürt die 19-Jährige in ihrem ersten Jahr in der Damenklasse aber nicht. Falls es mit Helsinki nicht klappen sollte, stünden noch die deutschen Juniorenmeisterschaften an. International wäre dann die U23-Europameisterschaft 2013 das nächste Ziel. Und am Samstag ab 14.45 Uhr beim Hochsprung-Wettbewerb in Wattenscheid mit „Heimvorteil“ antreten zu können, ist genug Motivation: „Ich freue mich darauf, vor Freunden und Bekannten springen zu können.“

Axel Gaiser

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