Nach Pausenführung ist Phoenix Hagen wieder am Boden

Wieder daheim am Boden:David Bell (rechts) verliert den Ball gegen Gästespieler Hjördur Vilhjalmsson.
Wieder daheim am Boden:David Bell (rechts) verliert den Ball gegen Gästespieler Hjördur Vilhjalmsson.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Der Heimkomplex will nicht enden: Gegen den Mitteldeutschen BC führte Phoenix Hagen zwar zur Pause deutlich, erlitt dann aber mit 65:70 (42:27) die 13. Heimniederlage. „Ganz bitter“, war Phoenix-Aufbauspieler Niklas Geske fassungslos.

Hagen.. Auch 15 Punkte Vorsprung zur Pause gegen einen Tabellennachbarn reichen Phoenix Hagen nicht zum Heimsieg. Gegen den Mitteldeutschen BC schien der westfälische Basketball-Bundesligist auf bestem Weg, um dann doch in den letzten fünf Minuten mit 65:70 (42:27) die schon 13. Schlappe in eigener Halle hinzunehmen. Die Phoenix-Fans quittierten die Fortsetzung des Heimkomplexes mit vernehmbaren Pfiffen.

Chefetage Viel Beifall für Heimkehrer Mark Dorris, der beim MBC den Vorzug vor Darryl Webb erhalten hatte, das war es dann auch mit den Freundlichkeiten am Ischeland. Von Beginn an machte Phoenix Druck auf den Gäste-Aufbau, kam zu Ballgewinnen, die aber zunächst nur unzureichend verwertet werden konnten. David Bell und Larry Gordon zogen nach Fastbreaks den Dreier vor, vergaben aber. So blieb Phoenix zunächst nur knapp vorn, nach dem 12:14 durch den reboundstarken Djordje Pantelic setzte man sich aber mit einer 8:2-Serie – stark dabei Fabian Bleck – bis zur ersten Viertelpause auf 20:16 ab.

Phoenix gibt 15-Punkte-Vorsprung aus der Hand

Die defensive Intensität hielt Phoenix, legte sogar noch etwas drauf. Und setzte sich in der Folge immer wieder ab. Das 26:16 durch Bell konnte der MBC noch kontern (26:24, 15.), beim 34:25 durch Dino Gregory (17.). Zumal Pantelic nun mit den Referees haderte, Gäste-Coach Silvano Poropat beorderte ihn vorsichtshalber zunächst auf die Bank. Besser wurde es beim MBC aber nicht, nun versuchte man es vornehmlich aus der Distanz. Doch weder der eingewechselte Dorris, der sogar einen Airball produzierte, noch sein ehemaliger Hagener Teamkollege Malte Schwarz mit gleich vier vergebenen Dreiern in Halbzeit eins trafen. Bis zur Pause hatte der MBC bei 15 Versuchen nur einen Treffer vorzuweisen, verzeichnete insgesamt magere 26% Wurfquote. So zog Phoenix dank der Treffsicherheit von Bell an der Freiwurflinie – aus dem Feld traf er vor der Pause nicht – weiter weg. Der 42:27-Halbzeitstand war Heim-Rekordwert für diese Saison.

Doch wie schnell 15 Punkte Vorsprung dahinschmelzen, konnte Phoenix im dritten Viertel erfahren. Die Gastgeber trafen nun – bis auf zwei Dreier von Geske und Bell – gar nichts mehr, der MBC dafür umso mehr. Als Patrick Richard eine Dreierserie der nun treffsichereren Weißenfelser mit dem 49:50 beendete (29.), lag erstmals seit den Anfangsminuten wieder der MBC vorn. „Das war die Phase, wo das Momentum wechselte“, sagte Phoenix-Coach Ingo Freyer später. Nun wurde das Duell dramatisch wie die Aufeinandertreffen beider Teams meist.

Nur ein Dreier fehlte zur Verlängerung

Phoenix bewies zunächst Charakter, ließ sich von dem verschenkten Vorsprung nicht irritieren. Zum 53:53 glich Beckham Wyrick (33.) per Dreier noch aus, dann nahmen Bell und der starke Geske das Spiel in die Hand. Als der junge Aufbauspieler zum 60:53 zum Gästekorb zog, bat Poropat wutentbrannt zur Auszeit (35.). Und hatte mit seinem Team nun das Wurfglück, zudem musste Gregory nun mit dem fünften Foul vom Feld. Die Hagener vergaben in Serie, Richard und Marc Liyanage machten es aus der Distanz besser, Pantelic glich aus (61:61, 38.). Und als dann auch Geske foulbelastet ausschied, für ihn kam Nixon, war das Momentum endgültig bei den Gästen.

Sie trafen ihre Freiwürfe sicher, auf der Gegenseite patzte nun Bell mehrfach. 18 Sekunden vor dem Ende (63:66) waren die Gastgeber nur einen Dreier von der Verlängerung entfernt, doch nach einer Auszeit zog Nixon zum Korb und vergab – die Entscheidung war gefallen. Freyer sackte enttäuscht auf die Bank, Poropat dagegen war hochzufrieden: „In der zweiten Halbzeit haben wir 100 Prozent unseres Spiel durchgebracht.“ Dagegen bedauerte der Phoenix-Coach: „Heute gingen bei uns zu viele Stammkräfte auf dem Zahnfleisch, und von der Bank kommt im Moment wenig Energie – im Gegenteil.“

Phoenix Hagen vs. Mitteldeutscher BC 65:70 (42:27)

Zuschauer: 3.026

Phoenix Hagen: Bell (19), Geske (17), Gordon (8), Bleck (7), Gregory (6), Brown (3), Nixon (3), Ramsey (2), Krume.

Mitteldeutscher BC: Richard (14), Standhardinger (13), Vilhjalmsson (11), Pantelic (9), Wyrick (7), Massenat (7), Liyanage (3), Schwarz (3), Clay (3), Dorris.

Die Viertel im Überblick: 20:16, 22:11, 9:23, 14:20